Gesellschaftsspiele – Ein neuer Trend?

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Der Jahreswechsel ist noch gar nicht lange her, also kann ich auch noch Wünsche aussprechen: Ich wünsche allen Lesern ein frohes, gesundes und verspieltes Jahr 2019! In vergangenen Jahr habe ich seit Weihnachten etwas erlebt, was ich den Jahren davor in diesem Maße nicht bemerkt habe. Davon möchte ich heute gerne berichten und an euch die Frage stellen, ob ihr eine ähnliche Entwicklung seht oder ob es bei euch ganz anders aussieht.

Für mein Hobby werde ich im Bekanntenkreis häufig nur belächelt und auch etwaige Versuche den Leuten zu zeigen, dass Brettspiele so viel mehr bieten, als nur Kinderkram zu sein, schlagen häufig fehl. Umso überraschter war ich in diesem Jahr über die Vielzahl an Anfragen vor Weihnachten, was man denn zum Fest verschenken oder gut an den Weihnachtstagen mit der gesamten Familie spielen könnte. Gerne habe ich mich den Anfragen angenommen und Empfehlungen ausgesprochen. Besonders von einer Bekannten möchte ich berichten, die sich selbst als „Mensch, ärgere Dich nicht“-Spielertyp eingestuft hat. Aber ihre beiden älteren Söhne spielen gerne und viel und die wünschten sich, dass an Weihnachten mit der gesamten Familie inklusive der Oma gespielt wird. Ich habe einige Empfehlungen aus verschiedenen Kategorien ausgesprochen, vor allem Spiele des Jahres, dazu das ein oder andere kleine Karten- bzw. Würfelspiel. Sie wollte eigentlich nur zwei Spiele kaufen, schrieb mir am nächsten Tag dann aber, dass sie The Game, The Mind, Camel Up, Kingdomino, Azul und Die Legenden von Andor (das hatten sich die Jungs explizit gewünscht) besorgt hat. Wow! Da war ich überrascht. Und dann kamen Berichte von Qwixx, welches alle begeistert hat und rauf und runter gespielt wurde. Von einem Schwager gab es dann noch Qwinto und Würfelland geschenkt. Ich denke mit dieser Auswahl können sie erst einmal ganz gut leben, aber sie scheinen komplett angefixt zu sein. Nun ist meine Bekannte auf der Suche nach einem Kriminalspiel oder Exit-Spiel, gerne auch etwas Gruseliges. Ich habe vorgeschlagen, sie soll einfach mal vorbei kommen, dann können wir ihr ein bisschen was vorstellen. Ich hoffe sehr, dass diese neu entfachte Spielleidenschaft in dieser Familie bestehen bleibt und nicht durch den bevorstehenden Alltag wieder untergeht.

Es gab noch einige weitere Anfragen, was uns sehr erfreute. Zwischen den Feiertagen besuchte uns dann ein befreundetes Pärchen, mit eher weniger Spielerfahrung. Da sie in der Palliativ-Pflege arbeitet, wollten wir mit ihr Holding On – Das bewegte Leben des Billy Kerr spielen, um die Meinung von Jemandem zu erfahren, der wirklich beurteilen kann, wie realistisch das Spiel aufgebaut ist. Dazu möchte ich aber erst später in der Rezension eingehen. Wir spielten im Anschluss noch Just One und Bonk und trafen damit genau ins Schwarze, der Spieleabend fand einen genüsslichen Ausklang. Und scheinbar wurde auch direkt weiteren Familienmitgliedern sehr positiv davon berichtet. Solche Spielerlebnisse sprechen sich also herum :-)

An Silvester sind uns dann einige Fotos zugegangen, die unsere Freunde beim Spielen zeigen, auch Freunde, die sich sonst eigentlich gar nicht zum Spielen aufraffen können. Das freut uns sehr. Doch nun frage ich mich natürlich, ob dass nur in meinem Freundeskreis so ist? Oder findet derzeit ein grundlegender Sinneswandel in der Gesellschaft statt, der das Spiel nicht mehr als Kinderkram erscheinen lässt und wieder massentauglicher macht? Meine erste Theorie lautete, dass es vielleicht am Alter liegt, dass nun alle ein Alter erreichen, indem man eben nicht mehr jeden Freitag und Samstag unterwegs sein kann. Oder die eigenen Kinder dazu führen, dass man lieber zu Hause was spielt, als ständig unterwegs zu sein. Aber wenn ich mir dann den Bekanntenkreis anschaue, betrifft dieses Phänomen sehr unterschiedliche Altersgruppen. Wie sieht das bei euch aus? Schreibt mir doch eure Erfahrungen in die Kommentare, ich bin gespannt darauf von eure Erlebnissen zu erfahren.

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2 Gedanken zu “Gesellschaftsspiele – Ein neuer Trend?

  1. Ich habe in der Tat in letzter Zeit Ähnliches festgestellt. Die meisten Leute in meiner Umgebung sind zunehmend genervter von ihren Smartphones und wollen gezielt mal wieder mit Leuten am Tisch sitzen und da bietet sich das Spielen zum geselligen Beisammensein einfach an. Außerdem ist der Videospielmarkt momentan spielerisch am stagnieren. Dort gibt es kaum noch Innovationen und immer mehr vom Gleichen. Der Brettspielemarkt ist momentan einfach so innovativ und abwechslungsreich und viele Stellen einfach fest, dass man auch analog Spaß haben kann.

    • Hallo Marco, vielen Dank für Deine Einschätzung. Über den aktuellen Videospielmarkt habe ich keinen Überblick, aber bei uns haben die Brettspiele die Konsolenspiele auch stark verdrängt. Ich genieße es immer richtig beim analogen Spielen für eine gewisse Zeit in eine andere Welt einzutauchen und dabei elektronische Geräte außen vor zu lassen.

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