Wo geht’s hier zum Ausgang!? – No. 3

Ausgang Logo

Foto: Brettspielpoesie

Ich habe auf diesem Blog nun schon einige Escape Room-Adaptionen für den Spieltisch vorgestellt, allen liegt die gleiche Idee zu Grunde: Das Erlebnis eines Escape Rooms mit all seinen Rätseln und Aufgaben, die gelöst werden müssen, um zu entkommen, einzufangen und in eine Box zu packen. 2016 fingen die ersten Verlage damit an, doch dieser Trend ist noch lange nicht vorüber. Immer wieder tauchen hier und da neue Anbieter auf und alle finden einen etwas anderen Weg der Umsetzung. Viele dieser Titel bleiben durch Erweiterungen dauerhaft am Markt. Für mich als Rezensent bleibt es schwer, darüber zu berichten. Solche Spiele sind für eine Gruppe nur ein einziges Mal spielbar, danach ist die Lösung schließlich bekannt, daher kann auch nur der grobe Spielablauf mit seinen Mechanismen beschrieben werden. Ich habe nun beschlossen keine einzelnen Rezensionen mehr zu den vielen Escape Room-Adaptionen und dessen Erweiterungen zu verfassen, sondern über mehrere gemeinsam berichten, wenn wieder ein paar durchgespielt wurden.

Unlock! – Exotic Adventures

Unlock 4 Cover

Foto: Asmodee

Dies ist schon der vierte Teil der Unlock!-Serie, die sich bisher gekonnt weiter entwickelt hat. Nun stehen wir wieder vor drei Herausforderungen in drei aufsteigenden Schwierigkeitsgraden. In den USA werden die einzelnen Abenteuer einzeln verkauft, ich weiß nicht ob dies nicht allgemein angebracht wäre. Dann könnte sich jeder das heraus picken, welches genau seinem Schwierigkeitsgrad entspricht. Das erste erschien uns viel zu leicht, wir waren recht fix durch, doch es hat einfach Spaß gemacht. Wir helfen dem kleinen William gegen die Monster in seinem Schlafzimmer zu kämpfen, damit er wieder ruhig schlafen kann. Wie bereits im vorherigen Teil gibt es neben den Karten zusätzliches Material und einige coole Elemente, die das Escape Room-Erlebnis noch realer machen.

Wertungsnote 4/6

Weiter geht’s zu 1001 Nacht in den Orient, doch dieses Abenteuer konnte uns keineswegs verzaubern. Die ersten Rätsel waren noch ganz okay, aber dann wurde es immer abstruser. Für das letzte Rätsel verstehen wir bis heute nicht den Lösungsweg und zweifeln sogar ein Stück weit an, dass eine eindeutige Lösung existiert. Wirklich schade auch in diesem Unlock kein vollständig zufriedenstellendes Rätselerlebnis vorzufinden. Dabei sind einige Ideen wirklich cool umgesetzt und die Maschinen sinnvoll eingesetzt.

Wertungsnote 3/6

Nach dem schwächeren zweiten Szenario, hat es das dritte wieder heraus gehauen. Dies hat uns richtig gut gefallen. Es wurden viele Maschinen eingesetzt, die allesamt sinnvoll erschienen und das Spielgeschehen wunderbar unterstützt haben. Bei diesem Szenario gerät die ablaufende Zeit etwas in den Hintergrund, man bekommt quasi eine Hauptaufgabe und kann zusätzlich noch Nebenaufgaben erfüllen. Ein gewisser Zeitdruck entsteht durch einen interessanten Mechanismus, es läuft aber keine Uhrzeit präsent in der App herunter. Stattdessen hat man sich einen neuen Kniff ausgedacht, mit dem die App noch stärker eingebunden wird und das Erlebnis des Entdeckens mehr in den Vordergrund rückt.

Wertungsnote 5/6

Insgesamt gibt es für das erste und dritte Szenario wieder eine klare Empfehlung, das zweite nimmt man eben mit, da es die Box hier nur im Gesamtpaket gibt. Ich hoffe noch immer auf eine Box, die mich komplett überzeugen kann, bei der ich alle drei Szenarien bedenkenlos empfehlen kann. Vielleicht werden meine Wünsche ja bereits mit der fünften Box erfüllt, die in diesem Frühjahr erscheinen soll und sogar einen Sherlock-Fall enthalten wird. Die sechste Erweiterung wurde beim Festival International de Jeux auch bereits angekündigt, es geht also definitiv weiter mit der Unlock-Serie.


Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes – In Sachen Irene Adler

Sherlock Comic Irene Adler Cover

Foto: Pegasus Spiele

Hier muss man zwar keinen Ausgang finden, doch durch die anfallende Knobelei passt es dennoch ganz gut in diese Reihe. Ich habe euch ja bereits meinen Eindruck zu den ersten beiden Titel in dieser Brettgeschichte mitgeteilt. Nun ist mit In Sachen Irene Adler der dritte Teil dieses Spiele-Comics zu Sherlock Holmes erschienen. Beim ersten Teil fand ich es noch schade, dass man nicht wirklich zu zweit rätseln kann, nun gibt es zumindest die Möglichkeit in einem Duell anzutreten. Dann nimmt ein Leser die Rolle von Sherlock ein, der andere verkörpert das weibliche Pendant alias Irene Adler, beide können unterschiedliche Kontakte zu Rate ziehen und somit verschiedene Zusatzinfos erhalten. Gelesen wird allerdings nacheinander, das Ermittlungsergebnis wird wie gewohnt notiert und verglichen, sobald der andere Spieler ebenfalls den Fall abgeschlossen hat. Man spielt also nicht wirklich gemeinsam, kann sich aber aneinander messen und vermutlich mehr aus dem Spiele-Comic ziehen, als wenn man gemeinsam liest und Szene für Szene abhandelt.

Insgesamt sind leider nur zwei Geschichten enthalten, was auch zur geringsten Seitenzahl der bisher erschienenen Spiele-Comics rund um Sherlock führt. Somit habe ich keine vier Stunden benötigt, wie bei den ersten beiden Büchern, sondern nur etwas mehr als zwei Stunden. Leider war mir auch alles direkt klar, ich habe bei den Schlussfolgerungen keinen einzigen Fehler gemacht. Bei den vorherigen Büchern fand ich die Auflösung nicht immer eindeutig, kann nun aber schlecht einschätzen, ob es an meiner Übung liegt, oder doch am Schwierigkeitsgrad dieses Buches. Ich finde die Geschichten recht interessant, würde Einsteigern jedoch zunächst eines der ersten beiden Bücher empfehlen. Wenn einem diese gefallen und man dabei bleiben möchte, macht man mit diesem Buch auch nichts falsch. Und als nächstes trifft Sherlock auf Jack the Ripper, der brandneue Rätsel-Comic sollte bereits verfügbar sein.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Pegasus Spiele
Autor(en): Cédric Asna
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 1 – 2 Spieler
Dauer: keine Angabe

Vielen Dank an Pegasus für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Deckscape – Hinter dem Vorhang

Deckscape Vorhang Cover

Foto: Abacusspiele

Auch Abacusspiele schickt Escape-Room-Freunde mit ihrem neuen Deckscape-Abenteuer zu einer Theateraufführung. Das ist bei Noris schon mächtig schief gegangen, umso interessierter waren wir, ob dies bei nun vielleicht besser gelungen ist. Das Spiel nimmt nur sehr langsam Fahrt auf. Wie immer besteht der Kartenstapel aus genau 60 Karten, zuletzt waren auf den ersten Karten spezielle Charaktere oder Ausrüstungsgegenstände zu finden. Das ist hier nicht der Fall, deswegen zeigt der Magier uns schon den einen oder anderen Trick, der uns leider so gar nicht vom Hocker reißen konnte. Wieder ist neben dem bekannten Kartenstapel Zusatzmaterial enthalten, doch leider war uns nicht klar, zu welchem Zeitpunkt dieses zum Einsatz kommen durfte, wodurch wir ein Rätsel lange nicht lösen konnten und dadurch viel Zeit verbraten haben. Das trübt natürlich auch den Gesamteindruck. Die meisten Rätsel wussten dafür zu gefallen, einige wenige waren wieder direkt offensichtlich. Aber so ein kleiner , schneller Erfolgsmoment hin und wieder ist ja auch gar nicht verkehrt ;-)

Leider sind wir mit einigen Rätselauflösungen nicht ganz einverstanden. Wieder gibt es mehrere Stapel, aber eigentlich kann man nur maximal zwei Rätsel zur gleichen Zeit lösen, da für die anderen oft noch weitere Hinweise oder Objekte fehlen. Und da kommt wieder die Schwachstelle des Deckscape-Systems zum Vorschein: Wenn man ein Rätsel zu lösen versucht, für welches noch etwas fehlt, gibt das einen Fehler. Allerdings fanden wir unsere Lösung mindestens genauso korrekt. An anderer Stelle kamen wir auf zwei mögliche Lösungen, da die Ausgangssituation nicht voll umfänglich bekannt war. Wir haben uns natürlich prompt für die falsche Lösung entschieden, solche Momente hinterlassen leider einen faden Beigeschmack. Es hat insgesamt mehr Spaß bereitet, als der besagte Noris-Fall, doch im Vergleich zu den letzten beiden Deckscape-Titeln empfanden wir Hinter dem Vorgang etwas schwächer.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Abacusspiele
Autor(en): Martino Chiacchiera & Silvano Sorrentino
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an Abacusspiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Sherlock

Sherlock Tod am 4 Juli Cover

Foto: Abacusspiele

Der Vorname des bereits erwähnen Meisterdetektivs ist der Titel einer neuen Serie von Kriminalspielen, die zuerst bei den Spaniern von GDM Games erschienen ist. Bereits zu Beginn diesen Jahres zur Spielwarenmesse waren die ersten drei Titel auch auf Deutsch verfügbar, ein zusätzlicher, vollwertiger Fall wird als Promo bei Fachhändlern oder auf Messen verteilt. So kann jeder schauen, ob diese Art von Spiel für ihn geeignet ist ohne (viel) Geld dafür auszugeben, wobei auch die „richtigen“ Aherlock-Titel unter 7€ kosten. Ich habe bereits zwei dieser Titel gespielt, einen zu zweit und einen zu viert. Die Fälle waren jeweils interessant und dabei logisch aufgebaut. Das Spielprinzip ist ziemlich simpel, sodass auch wenig erfahrenen Spielern ein schneller Einstieg gelingen kann. Jeder Spieler erhält drei Karten zu Spielbeginn, auf diesen stehen kurze Texte mit Informationen zu den Umständen des zu lösenden Falls. Einige Worte sind dabei unterstrichen, diese dürfen allen Mitspielern vorgelesen werden. Wer am Zug ist, muss eine Karte ausspielen, entweder verdeckt auf den Ablagestapel oder offen in die Auslage, sodass die Information für alle zugänglich ist. Die Aufgabe besteht darin, für die Lösung irrelevante Informationen abzulegen und nur nützliche Hinweise offen auszulegen, um Punktabzug bei Spielende zu vermeiden. Die zehn zu beantwortenden Fragen werden erst bei Spielende bekannt gegeben.

Das Spielprinzip ist in meinen Augen nicht ganz stimmig. Im Prinzip könnte man alle Karten auswendig lernen und ablegen, die Informationen dann mit den Mitspielern teilen und über das Ergebnis beraten. Natürlich wird dabei meist etwas vergessen, aber theoretisch könnte es funktionieren. Wenn man dadurch den Fall komplett auflösen kann, sogar mit Bestpunktzahl. Das Solo-Spiel ist für mich aus diesem Grund völlig daneben, denn dann geht man in zwei Runden durch den Stapel und muss sich erst in der zweiten Runde entscheiden, wie die Karten aus- bzw. abgelegt werden.

Im Mehrpersonenspiel ist es gerade zu Beginn einer Partie schwierig einzuschätzen, welche Informationen notwendig sind und welche bloß eine falsche Fährte legen. In unserer ersten Partie hatten wir alle Fragen bei Spielende korrekt beantwortet, die Auflösung war uns völlig klar, aber wir hatten zu Beginn falsche Karten ausgelegt, von denen wir bei Spielende selbst wussten, dass sie unnötig sind. Dafür gab es Punktabzug, das fühlte sich irgendwie unfair an und hat das sonst ganz coole Spielgefühl beeinträchtigt. Wir sind nun aber auch erfahrene Rätselspieler, ich könnte mir vorstellen, dass weniger erfahrene Spieler ganz andere Erfahrungen machen. Für sie ist die Lösung vielleicht nicht direkt offensichtlich und sie stören sich weniger am Punktabzug, freuen sich stattdessen über solch eine Art von Spiel. Denn Spielerfahrung benötigt man dafür nicht wirklich, die Regeln sind fix erklärt und verstanden.

Sherlock Cover

Foto: Abacusspiele

Jedem Spiel wurde vom Verlag ein Schwierigkeitsgrad zugeordnet, diese Einschätzung halte ich für überflüssig. Ich denke die Schwierigkeit wird in jeder Gruppe anders wahr genommen, je nachdem welche Karten zu Beginn zur Verfügung stehen und wie die Spieler die Geschichte in ihren Köpfen weiter spinnen. Der Promo-Fall bereitete uns ein paar Probleme, alle Fragen korrekt zu beantworten, dabei sollte er laut Angabe einfacher sein. Wer dieser Art von Spielen grundsätzlich offen gegenüber steht, sollte unbedingt einen Blick darauf werfen. Für wenig Geld bekommt man eine gute Stunde kooperativen Spielspaß.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Abacusspiele
Autor(en): Josep Izquierdo, Marti Lucas
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 1 – 8 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an Abacusspiele und GDM Games für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

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