Wieder ist ein Jahr zu Ende gegangen und daher ist es ein guter Zeitpunkt auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Leider kam vieles anders, als ich es erhofft hatte, was ihr auch auf diesem Blog festgestellt haben dürft. Daher kann ich meine Hoffnungen aus dem vergangenen Jahr eigentlich nur wiederholen: Ich möchte wieder mehr und regelmäßiger Beiträge auf diesem Blog veröffentlichen und zusätzlich hoffe ich in diesem Jahr wieder an vielen Veranstaltungen teilnehmen zu können.
Aber ich will mich gar nicht zu sehr beklagen, immerhin geht es mir grundsätzlich gesundheitlich schon wieder besser. Andere aus der Brettspielszene haben aktuell leider mit ganz anderen familiären Schicksalsschlägen zu kämpfen, ich wünsche allen in solchen Situationen nur das Beste und viel Kraft für die kommende Zeit. Eine Person möchte ich gerne namentlich erwähnen, denn Jörg vom Youtube-Kanal Spieleblog(externer Link) hat sich letztes Jahr zurückgezogen, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können, doch leider ist diese Familie seit einigen Tagen etwas kleiner geworden, denn seine Frau Silke hat den Kampf gegen den Krebs leider verloren. Auch wenn dieser Verlust durch Geld vermutlich keineswegs erträglicher gemacht werden kann, so gibt es die Möglichkeit der Familie finanziell durch diese Spendenaktion(externer Link) etwas unter die Arme zu greifen.
Mäh! - News und Aktuelles
Top 9 on Instagram
Wenn ein Jahr endet, gehört es für mich mittlerweile auch zur Tradition eine Collage zu erstellen, aus den Bildern meines Instagram-Kanals mit den meisten Likes des Vorjahres. Überraschenderweise hat es ein Spiel gleich drei Mal in diese Top 9 geschafft und zwar Men Nefer. Die deutsche Version wurde bereits im Frühjahr veröffentlicht, damit hatten die Bilder viel Zeit diese Likes zu sammeln. Genau wie das Bild einer Partie von Minos, welche wir im Januar spielten. Auf dem zweiten Platz befindet sich mit The Druids of Edora hingegen ein Spiel, welches erst kurz vor der SPIEL erschienen ist und damit in viel kürzerer Zeit mehr Likes gesammelt hat.
Auf zwei Fotos sind nur Spieleschachteln zu sehen. Eines zeigt die neuen Ausgaben der Carcassonne-Editionen, die nebeneinandergestellt ein schönes Panorama ergeben. Das andere, die auf der Spielwarenmesse vorgestellten Titel von Lookout Games, wie Mischwald Dartmoor mit einem Schaf auf dem Cover. So bleibt die Serie erhalten, dass mindestens ein Schaf in dieser Top 9 zu finden ist :D Auf den weiteren Plätzen ist Black Forest von Uwe Rosenberg und Tido Lorenz zu sehen und eine Fotoserie von der Neuheitenschau der SPIEL mit Aquaria mit dem 50er Jahre-Cover von Delicious Games auf dem ersten Foto.
Allerdings decken sich diese Titel nicht mit denen, die wir im vergangenen Jahr am häufigsten gespielt haben. Dann wären auf den ersten drei Plätzen nämlich nur kooperative Spiele, wie das aktuelle Spiel des Jahres Bomb Busters, das Stichspiel mit dem wahnsinnig langen Titel Der Herr der Ringe: Die Gefährten – Das Stichspiel und Boss Fighters QR. Alle diese Titel sind in aufeinander folgenden Kapiteln oder Missionen aufgebaut, was natürlich dabei hilft diese Titel regelmäßig auf den Tisch zu bringen, aber sie wussten auch alle zu gefallen, sonst wären wir sicher nicht so lange am Ball geblieben.
Herde - Neuzugänge
Forestry
(Michal Peichl – Pegasus Spiele)
Forestry ist ein neues Expertenspiel bei Pegasus Spiele vom Autor Michal Peichl, der noch nicht viele Spiele veröffentlicht hat. Bei der Entwicklung des Spiels soll auch Tomas Holek unterstützt haben, die beiden haben auch gemeinsam die Erweiterung für Galileo Galilei entwickelt. Ebenfalls unterstützt hat die Fakultät für Forst- und Holzwissenschaften der Tschechischen Agraruniversität Prag, da in diesem Spiel die nachhaltige Bewirtschaftung eines Waldes im Vordergrund stehen und daher auch im Spielmechanismus integriert sein soll. Wer Bäume fällt, muss erst wiederaufforsten, damit neue Bäume wachsen, die später gefällt werden können. Die Anleitung ist auch immer wieder gespickt mit ganzen Absätzen für Fachtexte zur Erläuterung bestimmter Spielaspekte.
Der Spielplan ist ungewöhnlich rund und unterteilt in drei unterschiedliche Gebiete, die von einem Flusslauf unterteilt werden. Obwohl das Spiel mit maximal vier Personen möglich ist, liegen gleich fünf verschiedene Charaktertableaus bei, deren Rückseiten sich allesamt für das fortgeschrittene Spiel unterscheiden. Es gibt einige Stellschrauben, um das Spiel anfangs leichter zu machen oder später etwas komplexer.
Die Tableaus sind nur einlagig, sodass das Material darauf leicht verrutschen kann. Zusätzlich zu den Tableaus erhält jede Person einige, persönliche Holzmarker, auch die vier verschiedenen Ressourcen sind aus Holz. Außerdem gibt es einige verschiedene Stanzplättchen und viele einzigartige Karten, in verschiedenen Größen. Da scheint auf jeden Fall eine Menge Variation möglich zu sein.
Chichén Itzá
(Stefan Feld – Queen Games)
In der City Collection von Stefan Feld bei Queen Games ist ein weiterer völlig neuer Titel erschienen und damit der zweite in einer langen, rechteckigen Schachtel, wie bei Marrakesh. Besonders ist bei diesem Titel das es kein klassischer Euro-Titel ist, sondern Mechaniken aus Euro-Spielen mit Ameritrash-Mechaniken kombiniert. Mir liegt eine Classic Special Edition vor, bei der manches Material nur in Pappe enthalten und das vorhandene Holzmaterial nicht bedruckt ist. Die Kreaturen sind dabei Papp-Standees, anstelle von Acryl-Standees.
Zur Aufbewahrung liegen, wie bei den letzten Spielen dieser Reihe, diverse mit Teilen der Covergrafik bedruckte Pappboxen bei. Eine davon kann mit Pappstreifen unterteilt werden, um das kleinteilige Spielmaterial wie Würfel, Edelsteine und diverse Pappmarker getrennt voneinander aufzubewahren. In die drei anderen, großen Boxen gehören die Kreaturen, die vor der ersten Partie auf der Unterseite der Plastiksockel mit Werten beklebt werden und die Geländeteile. Eine schmale, aber hohe Box kann sämtliche Karten aufnehmen, von denen es verschiedene Arten gibt. Vier kleinere Boxen dienen zu Aufbewahrung des persönlichen Spielmaterials. Mit den großen Boxen ist die Schachtel nicht komplett ausgefüllt, es bleibt noch Platz, um den Turm daneben zu platzieren. Der Würfelturm ist eigentlich nicht zwingend notwendig, er soll lediglich dabei helfen, dass die Würfel nicht über den Tisch rollen.
Außerhalb der Boxen ist neben den einzelnen Bestandteilen des Würfelturms auch noch Platz für die zwei Spielpläne und die Spielertableaus, die vor der ersten Partie mit doppelseitigen Klebestickern zusammengeklebt werden, um Ausstanzungen für bestimmtes Spielmaterial zu erzeugen. Solch selbst zusammen gebastelte Double Layer-Boards finde ich eine gute Lösung.
Grasen - Frische Spieleindrücke
Panta Rhei
(Stefan Risthaus – Prototyp)
Stefan Ristahaus hat uns kurz vor Weihnachten besucht und seinen aktuellen Prototypen von Panta Rhei, einem Kartenspiel zu Gentes, mit uns gespielt. Panta Rhei ist griechisch und bedeutet so viel wie “alles fließt”. Entsprechend gleicht die Auslage einem Fluss, anfangs mit wenig Wasser und auf jedem Plättchen etwas mehr. Darüber befinden sich die Aktionsplättchen, darunter zwei Reihen mit Stadt- und Gebäudekarten. Die Gebäudekarten gehören zu drei Epochen.
An welcher Stelle ein Aktionsplättchen liegt, entscheidet über dessen Ertrag. So hat man für die Aktion virtuelle Münzen zur Verfügung, die man jedoch nicht sparen und nur für die aktuelle Aktion nutzen kann. Umso mehr Münzen, desto größer ist die Auswahl bei den Karten sowie der Ausbildung der Bürger, die sich auf einem kleinen, gesonderten Tableau befinden. Wie auch bei Gentes können die Bürger in sechs verschiedenen Berufen ausgebildet werden, jeweils zwei Berufe stehen sich auf den eigenen Tableaus genau gegenüber und limitieren die Anzahl der Bürger mit diesem Berufsstand. Welche Berufe man benötigt, geben die Karten vor, die man ausspielen möchte.
Städte und Gebäude bringen dauerhafte und/oder aktivierbare Effekte mit sich, in jeder Auffrischphase bekommt man einem Markierungsstein mehr, um solche Effekte auszulösen. Zudem kostet jede Aktion Zeit, also eine oder zwei Sanduhren. Doppelte Sanduhren werden am Rundenende nicht abgeräumt, sondern nur umgedreht und blockieren weiterhin einen Aktionsslot auf dem eigenen Tableau. Um Siegpunkte zu erhalten, kann man eine Stadt mit Gebäuden verschiedener Epochen auch untergehen lassen. Einen Effekt darf man sich sichern, die Bürger muss man alle erneut ausbilden.
Man bekommt mit Panta Rhei also viele Elemente, die man von Gentes kennt, benötigt aber weniger Spielzeit. Das ist genau das, was ich von einer gelungenen Kartenspielvariante erwarte. Ich bin gespannt auf das fertig produzierte Spiel.
Vielen Dank an Pegasus und Queen Games für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!