Zusatzblöcke Ganz schön clever / Doppelt so clever / Dizzle

Cover / Foto: Brettspielpoesie

In meiner Rezension zu Noch Mal! habe ich damals vermutet, neue Wertungszettel als Erweiterung könnten schwierig werden, schließlich werden die farbigen Kästchen sicher nicht komplett zufällig angeordnet, da wird bestimmt ein wenig Gehirnschmalz benötigt, um die Felder sinnvoll anzuordnen. Doch Schmidt Spiele bewies schon kurze Zeit später, dass ich mit meiner Vermutung völlig daneben lag. Sechs unterschiedliche Wertungszettel sind seither erschienen, über die euch bereits berichtet habe. Dieses Konzept wird anscheinend auch bei anderen Spielen der Verlags-Serie Klein & Fein verfolgt, wo ich es für ähnlich schwierig halte, neue Wertungszettel zu kreieren. Doch es gibt sie und ich möchte sie euch heute gerne kurz vorstellen.

 

Ganz schön clever – Challenge 1

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Der grundsätzliche Spielablauf unterscheidet sich nicht zum Spiel mit dem originalen Wertungszettel, es gibt jedoch einige, kleine Änderungen. Im gelben Feld haben sich die Boni für vollständige Reihen/Spalten geändert, genau wie die vorbelegten Felder. Im blauen Feld gibt es die 7 nun doppelt, auch dort sind andere Boni vorhanden. In der grünen Zeile sind die Vorgaben nicht in Reihenfolge immer größer, sondern mal kleiner, dann größer und wieder kleiner. In der orangefarbenen Zeile gibt es wieder einige Felder deren Wert verdoppelt oder verdreifacht wird. Zudem werden die Werte bestimmter Felder mit einem Minuszeichen versehen, also für die Wertung abgezogen, sodass hier besonders kleine Augenzahlen erwünscht sind. Die lilafarbene Zeile wurde einfach umgekehrt, es werden nun immer kleinere Zahlen gefordert, diese können ebenfalls mit einer 6 wieder zurück gesetzt werden.

GSC Challenge 1 Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Mir gefällt dieser Wertungsblock, es ist eine gelungene Abwechslung zum Grundspiel. Besonders, da es im Solospiel ja einen optimalen Weg gibt, der sich irgendwann einstellt, wenn das Spiel immer und immer wieder um den besten Highscore gespielt wird und sich mit der Zeit dadurch etwas abnutzt. Es spielt sich irgendwie wie eine Partie Ganz schön clever, nur eben etwas anders. Leider gibt es Unterschiede zur App Version, denn dort ist im blauen Feld ein höherer Wert zu erreichen, wenn alle zwölf Felder ausgefüllt wurden. Vielleicht ist diese Wertung aus Platzmangel abhanden gekommen? Wofür aber schon noch Platz wäre, sind die Boni, die in der App für alle Neuwürfel- und +1-Boni vergeben werden.

Doppelt so clever – Challenge 1

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Auch hier gibt es nur marginale Änderungen an den Wertungen der einzelnen Bereiche. Dafür einige sehr interessante, wie zum Beispiel in der grünen Zeile. Zuvor musste dort von links nach recht eingetragen werden. Da der zweite Wert immer vom ersten Wert abgezogen wird, wäre es natürlich wünschenswert zuerst einen hohen Wert, gefolgt von einem niedrigen Wert einzutragen. Einer meiner größten Kritikpunkte an Doppelt so clever, da es dort zu Beginn oft kaum Verwendung für niedrige Augenzahlen gab. Nun habe ich zu Beginn die Wahl, erst wenn ich einen Wert eingetragen habe, muss ich den anderen Wert der Rechnung folgend eintragen. Der Bedarf an hohen Zahlen zu Beginn wird auch dadurch verringert, dass nun in der blauen Zeile die Werte immer größer statt kleiner werden sollen. Im grauen Feld gibt es eine weitere Spalte, in der eine beliebige Augenzahl der jeweiligen Farbe eingetragen werden darf und somit eine weitere Spalte vollständig ausgefüllt werden kann, um einen Bonus zu erhalten. Im gelben Feld sind einige Werte schon vorab eingekreist und in der rosafarbenen Zeile sind die Anforderungen an die Augenzahlen nicht mehr aufsteigend, sondern steigen an, fallen ab und steigen wieder an.

DSC Challenge 1 Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Änderungen führen zu gelungener Abwechslung. Im direkten Vergleich gefällt mir diese Challenge sogar besser, als die Anforderungen des ursprünglichen Wertungszettels. Eben weil zu Beginn nicht nur hohe Zahlen benötigt werden.

Notiz am Rande: Bei beiden Challenges könnte es zur Verwirrung kommen, wenn die zugehörigen Apps bekannt sind. Denn dort werden die Wertungszettel der Grundspiele als Challenge I bezeichnet und die als Challenge I erschienenen Blöcke als Challenge II.

Dizzle Level 5-8

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Bei Dizzle kamen die Rufe nach neuen Wertungszetteln bereits kurz nach Veröffentlichung des Grundspiels mit seinen vier Leveln auf, der Autor bestätigte die Vermutung schnell und so war es nur eine Frage der Zeit. Die Level 5 und 6 knüpfen genau an die vorherigen Level an, dort wurden keine neuen Elemente eingeführt, nur sind die Bereiche mit den vorgegebenen Augenzahlen anders unterteilt und die speziellen Elemente anders verteilt. Daher gibt es auch keine neue Anleitung für diese Wertunsgzettel. Die Steigerung des Anspruchs an die Spieler wird von Level zu Level gut fortgeführt.

Im Gegensatz dazu spielen sich die Level 7 und 8 komplett anders, dabei dennoch nicht wirklich unbekannt. Was dort mit den Würfeln passiert erinnert stark an Railroad Ink., es müsste ein großer Zufall sein, wenn die Idee unabhängig davon gekommen wäre. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, schließlich ist die Mechanik der Würfelauswahl und der Eintragungen ja ganz anders als bei Railroad Ink.

In Level sieben brechen Vulkane aus, ein zusätzlich geworfener Würfel gibt an, welche Augenzahl das Feld haben muss, auf den Lava angrenzend zu einem der vier Vulkane oder zuvor eingetragener Lava eingezeichnet wird. Lava blockiert einfach das Feld, es kann nicht mehr gekreuzt werden. Das kann ein Problem für Spalten-/Reihen-Wertungen werden und erschwert das angrenzende Platzieren von Würfeln. Ist keine solche Augenzahl angrenzend noch frei, passiert nichts. Vulkane und auch Lavaströme können also eingedämmt werden, sodass im späteren Spiel vielleicht gar kein weiterer Ausbruch mehr möglich ist. Die Abrechnung erfolgt dann wie üblich.

Dizzle Level 7 Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die vorgedruckten Vulkane sind fies gewählt, sie können schnell die Fahnen oder Puzzleteile abschneiden. Genauso ärgerlich ist es, wenn Lava eine Reihen-/Spalten-Wertung ruiniert. Eine spannende Aufgabe mit den zur Verfügung stehenden Würfeln das Beste daraus zu machen. So kann es nämlich passieren, dass ein Spieler nicht mehr von Lava betroffen wird, während sich bei den anderen alles vermehrt.

In Level acht werden überhaupt keine Kreuze gesetzt, dafür Eisenbahnschienen. Ob eine Gerade oder eine Kurve eingezeichnet wird, entscheidet der Spieler selbst, allerdings sind keine Kreuzungen erlaubt. Der Wertungszettel zeigt verschieden wertige Haltestellen, die nur Punkte einbringen, wenn sie sich bei Spielende in einem geschlossenen Schienennetz befinden. Für solche Strecken wird jedes Feld zudem mit zwei Punkten gewertet, für die längste geschlossene Strecke gibt es sogar drei Punkte je Feld. Auch offene Strecken werden belohnt, allerdings nur mit einem Punkt je Feld. So kann der Sieger ermittelt werden.

Dizzle Level 8 Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Dieses Level fühlt sich nach einem völlig anderen Spiel an, es werden ja nicht einmal mehr Kreuze gesetzt. Es erscheint allerdings noch glückslastiger, als die anderen Level. Es kann passieren, dass nur noch genau ein Feld zur Fertigstellung einer zusammenhängenden Strecke fehlt, die erforderliche Zahl aber einfach nicht mehr gewürfelt wird. Das kann sehr frustrieren. An der Stelle fehlt vielleicht einfach die Option eines Jokers, sodass man dem Würfelglück nicht völlig ausgeliefert ist. Denn hier ist es ja umso wichtiger an einer bestimmten Stelle noch ein Kreuz zu setzen, als bei den anderen Leveln. Doch auch macht es Spaß an einer vermeintlich optimalen Streckenführung zu arbeiten. Es kommt auch richtig Spannung auf, welche Strecken noch wirklich beendet werden können. Ich bin auf weitere Level gespannt, denn nun erscheint mir bei diesem Spielkonzept alles möglich zu sein.

Fazit:

Alle drei Blöcke sind gelungene Erweiterungen für Liebhaber der Grundspiele, da sie einfach Abwechslung mit sich bringen. Wer mit den Grundspielen jedoch nichts anfangen an, wird diese Meinung sicher auch nicht durch die neuen Blöcke ändern. Der neue Block für Doppelt so clever ändert auch nichts daran, dass ich es nicht mehr mit mehr als zwei Spielern spielen werde, am liebsten wirklich noch solo. Doch dann reicht mir die App Version aus.

Während es sich bei den Ganz schön clever-/Doppelt so clever-Blöcken um „more of the same“ handelt, sie also nur Abwechslung bei bekanntem Spielgefühl bieten, geht Dizzle mit den neuen Wertungszetteln wirklich neue Wege. Von daher kann ich diese durchaus auch für Spieler empfehlen, die sich an den normalen Leveln noch gar nicht satt gespielt haben, um einfach noch mehr aus dem Spielprinzip heraus zu holen.

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2 Antworten auf „Zusatzblöcke Ganz schön clever / Doppelt so clever / Dizzle“

„Wofür aber schon noch Platz wäre, sind die Boni, die in der App für alle Neuwürfel- und +1-Boni vergeben werden.“

Auf meinem (gerade neu gekauften) Challenge-Block von Ganz schön clever sind neben dem letzten Neuwürfel- und +1-Bonusfeld ein Fuchs bzw. ein „X/6“-Symbol aufgedruckt, anders als bei dem Foto von dem Block in der Rezension. (Alles andere ist scheinbar identisch.) Gibt es diese auch bei der App, und wenn ja, wie funktionieren sie? Bekommt man sie, wenn man den letzten Bonus der Kategorie freischaltet, oder erst, wenn man ihn auch verbraucht? Oder bekommt man statt dem 7. „normalen“ Bonus den aufgedruckten Bonus?

(Leider kam mein Challenge-Block ohne jegliche Anleitung, und im Netz finde ich auch nirgends eine… :-/ )

Hallo Holger, danke für die Info, dann wurde das in der Erstauflage wohl einfach vergessen und wird jetzt bei neuen Blöcken mitgedruckt. Das sind die von mir erwähnten, fehlenden Boni. In der App werden sie aktiviert, sobald der letzte Bonus freigeschaltet wurde, nicht erst beim Einsatz der Boni. Also quasi wenn der letzte Kreis ausgefüllt wurde. Ich hoffe, das hilft Dir weiter :)

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