Ganz schön clever!

Ganz Schön Clever Cover

Cover / Foto: Schmidt Spiele

Würfelspiele sind häufig vom Glück bestimmt. Dabei müssen in der Regel alle Spieler damit leben, wie die Würfel fallen. Doch immer wieder schaffen es Autoren diesen zufälligen Anteil zu minimieren. Nach Noch Mal! im vergangenen Jahr, hat Schmidt Spiele im aktuellen Jahrgang wieder ein Würfelspiel in sein Programm aufgenommen. Die Serie „Klein & Fein“ wurde somit um ein weiteres Spiel bereichert, dessen Namen im Spiel oft referenziert wird. Während das Würfelspiel von Inka und Markus die Spieler animiert „Noch Mal!!, „Noch Mal!“ und „Noch Mal!“ zu rufen, hört man bei Ganz schön clever regelmäßig Aussagen wie „Das war jetzt aber ganz schön clever!“, wenn es einem Spieler gelingt interessante Kettenzüge auszulösen. Und frei nach der Redewendung „schlau wie ein Fuchs“, spielen auch diese intelligenten Tiere eine kleine Rolle.

Spielmaterial:

Ein dicker Block mit vielen Wertungszetteln. Diese sind beidseitig bedruckt. Die Vorderseite zum Eintragen der Augenzahlen sowie Ablegen genutzter Würfel und die Rückseite um die Punkte der verschiedenen Kategorien bei Spielende übersichtlich zusammenzählen zu können. Zudem enthalten sind sechs Holzwürfel in den Farben blau, gelb, grün, lila, orange und weiß sowie vier kleine Filzstifte.

Spielmechanismus:

Man tut, was man bei einem Würfelspiel eben so tut: Es wird gewürfelt! Dann ein Würfel gewählt und dessen Augenzahl auf dem Wertungszettel eingetragen. Der aktive Spieler kann in seinem Zug bis zu drei der sechs Würfel nutzen. Nach jedem Wurf kommen alle Würfel mit kleineren Augenzahlen als der Gewählte auf das Silbertablett, weiter geht es nur noch mit den übrigen Würfeln. Die Mitspieler dürfen anschließend vom Silbertablett einen Würfel wählen und bei sich eintragen.

Ganz Schön Clever Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Jede Farbe hat andere Bedingungen an die Eintragung, in manchen Farben werden vorgegebene Zahlen abgekreuzt, bei anderen Farben werden die Werte der Augenzahlen direkt eingetragen. Durch diese Eintragungen lassen sich weitere Boni freischalten, um zusätzliche Würfel nutzen zu können, erneut zu würfeln oder bestimmte Eintragungen auf dem Zettel vorzunehmen. Nicht vernachlässigt werden sollten die Füchse, da diese einen großen Einfluss auf die Endwertung haben.

Spielende:

Das Spiel endet nach einer bestimmten Anzahl von Runden (abhängig von der Spielerzahl). Auf der Rückseite eines Wertungszettels werden die Punkte in jeder Farbe eingetragen. Zusätzlich gibt es ein Feld für die Punktzahl der Füchse, denn jeder Fuchs bringt einem erneut den niedrigsten Wert des Zettels. Es sollte also keine Farbe komplett vernachlässigt werden. Der cleverste Spieler hat die höchste Punktzahl erreicht und gewinnt die Partie.

Spieleranzahl:

Über die Spielerzahl wird die Rundenanzahl festgelegt, sodass immer mindestens 24 bzw. 25 Würfelergebnisse genutzt werden können. Auch solo kann sich der Herausforderung gestellt werden, dabei wird ein aktiver Mitspieler einfach simuliert, indem aus einem Wurf der sechs Würfel nur die drei kleinsten regulär verwendet werden dürfen. Im Solo-Spiel gibt es meiner Meinung nach die eine Siegstrategie, mit der das Maximum an Punkten erzielt werden kann. Wie die Würfel dabei fallen ist zum einen reine Glückssache, vor allem auch welche auf dem Silbertablett landen, aber natürlich liegt es an den Spielern in welcher Reihenfolge die Felder gekreuzt werden.

Eine Partie kann sehr grübellastig werden, vor allem zum Spielende hin, wenn Spieler alle möglichen Optionen versuchen durchzurechnen. Dennoch spiele ich es auch ganz gerne mal zu viert, obwohl eine Partie dann etwas länger dauert und man besonders als Startspieler in den letzten drei Zügen der Mitspieler ihren Würfelergebnissen ein wenig ausgesetzt ist. Am besten funktioniert Ganz schön clever daher als Zweier-Spiel.

Glücksfaktor?

Wie bereits in der Einleitung geschrieben, wird der Glücksanteil bei diesem Würfelspiel in Grenzen gehalten. Der aktive Spieler hat Entscheidungsmöglichkeiten, welchen Würfel er auswählt und damit verbunden welche Würfel weggelegt werden müssen und welche für einen weiteren Wurf verwendet werden. Zudem gib es mindestens zwei Möglichkeiten die zur Verfügung stehenden Würfel erneut zu würfeln, weitere können freigeschaltet werden.

Fazit:

Ein Würfelspiel nominiert als Kennerspiel, damit hat die Jury sicher so manchen überrascht. Doch ich kann diese Einordnung nachvollziehen, es ist schon eine andere Herausforderung als z.B. Qwixx oder Noch Mal!, der Einstieg gelingt nicht ganz einfach. Beim ersten Blick auf den Wertungszettel und auch bei der ersten Erklärung des Spielablaufs, erscheint dieses Spiel ziemlich kompliziert und umfangreich. Tatsächlich spielt es sich aber recht schnell ganz intuitiv. Würfeln, Würfel wählen, eintragen, wieder Würfeln. Was hier so leicht klingt, wird zu einer spannenden Optmierungsaufgabe. Bei drei Farben werden konkrete Zahlenwerte benötigt, bei orange und lila kann jede Zahl eingetragen werden, doch wird angestrebt für einen Highscore dort möglichst hohe Würfelaugenzahlen einzutragen. Zum Teil ist man dabei jedoch einfach den Würfelergebnissen ausgeliefert. In Solo-Partien kann man dann eigentlich auch direkt aufhören, wenn man es auf den Highscore abgesehen hat, in Partien mit realen Mitspielern reicht es aus, die Augenzahlen gekonnter einzusetzen als alle anderen.

Zu Beginn ist einem eigentlich jede Farbe recht, durch die Füchse sollte man jedoch keine komplett vernachlässigen. Denn egal mit was man null multipliziert, es bleibt null. Besonders bei gelb und blau, wo konkrete Zahlen eingetragen werden, wird es zum Ende hin immer schwieriger, die richtigen zu würfeln. Da können die Bonusfelder helfen, die Kreuze in diesen Farben einbringen. Doch was, wenn im ersten Wurf die dringend benötigten hohen Zahlen kommen, dafür jedoch zu viele andere Würfel raus genommen werden müssen? In meinen Augen eine spannende Aufgabe dieses Spiel, mit vielen emotionalen Momenten, nach den Würfelwürfen.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Schmidt Spiele
Autor(en): Wolfgang Warsch
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Schmidt Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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