Pocket Detective

Pocket Detective Cover / Foto: Brettspielpoesie

Als Sonderermittler oder Journalisten,
möchte man von euch Antworten wissen.
Bei Pocket Detective seid ihr unterwegs,
eindeutig sind die Fälle keineswegs.
Mehrere Tatverdächtige müsst ihr besuchen,
ihre Aussagen und Alibis genau untersuchen.
Wird es euch am Ende gelingen,
die Täter zur Strecke zu bringen?

Spielmaterial:

Nur ein dicker Stapel Karten und ein Blatt mit Ermittlungsbogen auf der einen Seite und einigen Anweisungen dazu auf der anderen sind bei Pocket Detective enthalten.

Pocket Detective Ermittlungsbogen / Foto: Brettspielpoesie

Die Schachtel ist bei der deutschen Version etwas größer ausgefallen (analog zu der Standardbox für Würfelspiele wie Noch Mal! oder Ganz schön clever!) als beim Original, sodass sie nicht mehr in jede Hosentasche (Pocket) passt ;)

Spielmechanismus:

Ob auf dem Campus einer Elite-Universität oder auf dem Fußweg unter einem Hotelfenster: Beide Ausgaben von Pocket Detective beginnen mit dem Fund einer Leiche. Unsere Aufgabe ist es, den vorangegangenen Geschehnissen auf den Grund zu gehen und den Mörder zu entlarven. Den Spielmechanismus kennen wir grundlegend schon aus Spielen wie Detective oder Crime Story: Es stehen verschiedene Spuren zur Verfügung, die Spieler entscheiden gemeinsam, welchen Fährten sie folgen wollen. Dafür wird einfach die angegebene Karte aufgedeckt und vorgelesen. Die meisten Karten führen zu weiteren Karten an, es ergibt sich nach und nach ein klareres Bild der Geschehnisse. Zu jedem Handlungsstrang gibt es insgesamt zehn Karten, diese sind an der selben Rückseite zu erkennen.

Pocket Detective – Fall 01 Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Im Gegensatz zu den zuvor genannten Spielen, gibt es keine klare Zeitvorgabe. Es wird solange gespielt, bis alle meinen, sich ein gutes Bild gemacht zu haben und die Lösung zu kennen. Wobei für jede gelesene Karte immerhin ein oder mehr Zeiteinheiten notiert werden.

Pocket Detective – Fall 02 Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Es gibt keinen Mechanismus, der die Partie beenden lässt. Glauben die Spieler, den Fall auflösen zu können, überprüfen sie ihre Version des Tathergangs. Dabei kann es in Abhängigkeit verbrauchter Zeiteinheiten oder getroffener Entscheidungen durchaus unterschiedliche Ausgänge der Geschichte geben.

Spieleranzahl:

Der Verlag empfiehlt 1 – 6 Spieler, doch ist das Spielprinzip vollkommen unabhängig davon. Bei mehr Spieler sollen sich diese abstimmen, lediglich wenn es keine Einigung gibt, entscheidet der aktive Spieler. Dieser liest dann auch die neue Karte vor. Bei weniger Spielern liest also jeder einzelne Spieler mehr vor. Zum Knobeln können mehr Spieler hilfreich sein. Wir haben beide Fälle nur zu zweit gespielt und das hat wunderbar funktioniert.

Glücksfaktor?

Die Aufgabe besteht darin die notwendigen Informationen zu finden, um den Fall aufklären zu können. Für solche Schlussfolgerungen ist Kombinationsgabe gefordert. Mit Glück kommt man bei Pocket Detective nicht weit. Wobei manche Spuren hilfreicher sind als andere und es möglich ist, zufällig direkt den hilfreichen zu folgen oder eben nicht.

Meinung:

Wie auch schon Crime Story, versucht auch Pocket Detective ein zugängliches Kriminalspiel mit wenigen Regeln zu sein. Diese werden auf den ersten Karten erläutert, ich habe solche Informationen aber lieber separat als Anleitung, dann lassen sich bestimmte Aspekte auch schneller nachlesen. Den anfänglich nur im Ansatz erwähnten Zeitaspekt finde ich hier besonders unglücklich implementiert. Kann ich bei Crime Story genau absehen, wie viel Zeit mir als Ressource noch zur Verfügung steht, kreuze ich bei Pocket Detective einfach nur Kästchen ab. In Fall 01 bekomme ich zwar eine Vorgabe genannt, doch bremst einen diese eher aus, da die Auswirkungen nicht bekannt sind, wenn diese nicht eingehalten wird. Wenn ihr es spielt, werdet ihr verstehen, was ich meine. Dabei geht es zwar „nur“ um die Wertung, aber für uns ist diese halt durchaus interessant.

Die weiterführenden Fährten sind auf den Karten meist unterschiedlich angeordnet, das macht es sehr unübersichtlich. Vor allem, da die Auslage im Lauf einer Partie immer größer werden kann. Dennoch fühlt man sich teilweise eingeschränkt in den Optionen, oft muss erst eine bestimmte Karte aufgedeckt werden, die gleich mehrere weiterführende Spuren enthält, um aus diesen wählen zu können. Dabei war uns oft schon klar, was uns manche Karten mitteilten, da wir gewisse Zusammenhänge selbst erkannten und diese nicht auf dem Silbertablett serviert brauchten. Wir brauchten aber die Karte, um tiefer graben zu können.

Die Kriminalfälle waren logisch aufgebaut und ihre Auflösung wusste durchaus zu gefallen, auch wenn es stellenweise etwas zu offensichtlich war. Sie bedienen zum Teil auch ganz typische Klischees solcher Kriminalgeschichten, da wäre ein wenig mehr eigene Inspiration wünschenswert. Mir gefällt, dass die Fälle nicht nur inhaltlich unterschiedlich waren, sondern auch in Bezug auf Detailregeln. Die Regeln bleiben dabei noch immer überschaubar, aber so spielen sich beide Fälle doch ein klein wenig anders. In diesem Zusammenhang finde ich es allerdings schade, dass die gleichen Kartenrückseiten verwendet wurden. Während wir beim ersten Fall noch dachten, die Abbildungen könnten ebenfalls Hinweise enthalten, so machte sich ein wenig Enttäuschung bereit, die gleichen Abbildungen erneut zu entdecken. Das wirkt doch sehr generisch und wenig liebevoll umgesetzt.

Fazit:

Pocket Detective ist ein weiteres Kriminalspiel, wie sie zuletzt häufig erschienen sind. Daher muss es sich mit den bereits etablierten Serien messen und in dieser Hinsicht hebt es sich leider keineswegs ab. Es funktioniert, die Auflösung ist logisch nachvollziehbar, aber der Funke ist bei uns leider nicht so ganz übergesprungen.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Schmidt Spiele
Autor(en): Yury Yamshchikov
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 60 – 90 Minuten

Vielen Dank an Schmidt Spiele für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

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