Spielefamilie: Qwixx

Spielefamilie Logo

Spielefamilie Logo / Foto: Brettspielpoesie

Manches Mal bietet es sich einfach an, verschiedene Spiele bzw. Erweiterungen in einem Zug zu betrachten und nicht als einzelne Rezensionen zu veröffentlichen, daher werde ich nun ab und an Spielefamilien vorstellen. Es wird sicherlich keine regelmäßige Rubrik werden, sondern eher immer wenn es passt mal eingestreut und vielleicht auch eine bereits existierende Rezension verlinkt, wenn dazu bereits etwas veröffentlicht wurde. Auch heute geht es um eine Spielefamilie, aus der ich über den einen oder anderen Titel bereits geschrieben habe. Das neueste Mitglied hat mich dazu veranlasst euch heute einen Überblick über die gesamte Spielefamilie zu geben.

Qwixx

Das Würfelspiel Qwixx ist in meinen Augen noch immer das Roll’n’Write-Spiel, welches jeder Spieler kennen sollte. Auch in den letzten Jahren, wo Spiele solcher Art den Markt regelrecht überflutet haben, steht Qwixx meiner Meinung nach weiterhin an der Spitze. Verwendet werden dabei sechs Würfel: Zwei weiße und je einen in blau, gelb, grün und rot. In denselben Farben zeigen die Wertungszettel Zahlenreihen. In rot und gelb aufsteigend von 2 bis 12, in grün und blau absteigend. Reihum wird gewürfelt und die Summe der beiden weißen Würfel angesagt. Diese darf jeder Spieler bei einer beliebigen Farbe eintragen, der aktive Spieler hat die Möglichkeit stattdessen oder zusätzlich noch eine Kombination eines weißen Würfels mit einem Farbwürfel zu wählen und dies in die entsprechend farbige Zeile einzutragen. Eingetragen kann nur rechts von bereits eingetragenen Zahlen, möglicherweise entstandene Lücken können später nicht mehr befüllt werden.

Kann oder will der aktive Spieler keinen der möglichen Werte eintragen, gibt es nur die Möglichkeit einen Fehlwurf zu markieren, der bei Spielende 5 Siegpunkte kostet. Das Spiel endet mit dem vierten Fehlwurf eines Spielers oder sobald zwei Würfel entfernt wurden, was immer dann passiert, wenn ein Spieler das letzte Feld einer Reihe, also das Feld mit der 12 bzw. 2 kreuzt. Dann wird das Schloss daneben ebenfalls gekreuzt und der Würfel aus dem Spiel genommen. Für jede Zeile wird dann überprüft, wie viele Kreuze vorhanden sind. Je mehr Kreuze, desto mehr Punkte gibt es dafür. Der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl wird zum Sieger gekürt.

Dieses Spiel ist schnell erklärt und schnell verstanden. Es weckt Emotionen durch seinen Glücksanteil, der bei der kurzen Spielzeit völlig akzeptabel ist. Das Eintragen der Zahlen in den vier Farbreihen bleibt auch nach unzähligen Partien immer wieder eine spannende Angelegenheit. Die Standard-Wertungszettel gibt es auch nachträglich zu kaufen, man muss sich dann nicht immer gleich ein neues Spiel zulegen.

Wertungsnote 5/6

Qwixx Spielefamilie / Foto: Brettspielpoesie

Qwixx: Das Kartenspiel

Ich muss gestehen, dass Qwixx: Das Kartenspiel meine erste Berührung mit dem Spielprinzip von Qwixx war. Und es machte Spaß. Auch wenn mir das Würfelspiel  noch besser gefällt, so ist die Kartenadaption in meinen Augen gelungen. Der enthaltene Wertungsblock ist doppelseitig bedruckt für doppelt so langen Spielspaß. In einem später gekauften Würfelspiel waren die Zettel dann nur noch einseitig bedruckt, wie auch bei allen später erschienenen Varianten, was ich sehr schade finde.

Wertungsnote 4/6

Qwixx gemixxt

Beim ersten Doppelpack an neuen Wertungsblöcken sind die Reihen und Spalten ganz schön durcheinander geraten. Während auf dem einen Wertungsblatt die Zahlen pro Farbreihe neu zusammen gewürfelt wurden, sind auf dem anderen die Farbsegmente wild gemischt. Das Spielprinzip wird nicht angepasst, eingetragen werden kann weiterhin pro Reihe von links nach rechts. Das bringt coole Abwechslung hinein, wenn Qwixx wirklich oft auf den Tisch kommt und es mal etwas anderes als das Standardspiel sein soll.

Qwixx GemiXXt / Foto: Brettspielpoesie

Qwixx: Big Points

Auch Qwixx: Big Points ändert nichts am grundsätzlichen Spielablauf. Die Wertungszettel sind etwas größer, sie zeigen zwei zusätzliche Reihen, nämlich die zweifarbigen Bonusreihen zwischen rot und gelb sowie blau und grün. In diesen Reihen dürfen Kreuze gesetzt werden, wenn das zugehörige Feld einer farbigen Reihe bereits gekreuzt wurde. Doch auch hier gilt, das von rechts nach links eingetragen werden muss. Die in den Bonusreihen gemachten Kreuze zählen bei Spielende für beide Reihen, wodurch bis zu 120 Punkte pro Reihe möglich werden. Auch diese Variante bringt Abwechslung hinein, ohne das Spiel zu sehr zu verändern. Aber aus irgend einem nicht wirklich erklärbarem Grund greifen wir doch eher zum Original oder zu Qwixx gemiXXt

Qwixx Big Points / Foto: Brettspielpoesie

Qwixx Deluxe

Wie so oft bei erfolgreichen Spielen, hat es sich auch der NSV nicht nehmen lassen seinen Bestseller in einer Deluxe-Variante zu veröffentlichen. Bei Roll’n’Write-Spielen scheiden sich ja die Geister: Die einen wollen ihre Partien dauerhaft schwarz auf weiß festhalten, die anderen wollen lieber ressourcenschonend wieder beschreibbare Tableaus verwenden und laminieren die Wertungszettel gerne ein. Diese Deluxe-Variante ist direkt mit wieder beschreibbaren Tableaus und Boardmarkern ausgestattet. Die flache Schachtel ist quadratisch und der Deckel mit einer Würfeleinlage ausgestattet. Wer es also gerne etwas luxuriöser mag, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Qwixx XL

Ein weiterer Kritikpunkt, den man bei Qwixx finden könnte, ist die Größe der Würfel und der Wertungszettel, besonders für ältere Menschen könnte dies ein Hindernis darstellen. Doch auch dafür hat der Verlag eine Lösung: Qwixx XL ist mit größeren Würfeln und Wertungszettel ausgestattet, ansonsten bleibt alles beim Alten.

Qwixx: Das Duell

Obwohl das normale Qwixx auch gut zu zweit funktioniert, wurde 2016 die Zwei-Spieler-Variante Qwixx: Das Duell veröffentlicht. Diese Duell-Variante verwendet die gleichen Würfel, aber keine eigenen Wertungszettel zum Eintragen der Zahlen mehr. Stattdessen markieren die Spieler die Zahlen mit eigenen Wertungssteinen auf einem gemeinsamen Spielplan in der Mitte. Auf jedem Feld dürfen natürlich nur Steine einer Farbe liegen, die Spieler können sich gegenseitig „rauswerfen“. Allerdings nur auf dem letzten besetzten Feld einer Reihe und nur solange dort nur ein gegnerischer Stein liegt. Es ist nämlich auch möglich mehrere Steine übereinander zu platzieren, wenn die gleiche Zahl mehrfach nacheinander gewürfelt wird. Das bietet ganz neue, interessante Optionen und lässt diese Variante als gute Ergänzung des Grundspiels dastehen.

Wertungsnote 5/6

Qwixx: Characters

Qwixx Characters konnte uns und unsere Spielgruppen leider nicht so recht von sich überzeugen. Die Idee klingt cool, jeder Spieler bekommt einen Charakter, der eine bestimmte Zusatzfunktion bietet. Die Charaktere erschienen uns jedoch unterschiedlich stark, manche können nahezu jede Runde angewendet werden, während andere nur in speziellen Situationen zum Einsatz kommen. Das hat für unseren Geschmack zu viel Zufall in das Spiel hinein gebracht.

Qwixx: Connected

Erneut gibt es zwei unterschiedliche Qwixx-Blöcke, mit ganz neuen Optionen. Zum ersten Mal bekommen die Spieler allesamt unterschiedliche Wertungszettel. Auf diesen sind bei der ersten Variante, den Treppen, elf Zahlenfelder fett umrandet. Über die vier Farbreihen sieht es aus, wie eine Treppe die abwechselnd nach oben und unten führt. Die Regeln zum Eintragen bleiben unverändert, bei der Wertung wird für die Treppenfelder zusätzlich geschaut wie viele Felder gekreuzt wurden und ein zusätzlicher Siegpunktwert anhand der bekannten Wertung ermittelt. Das finde ich richtig cool, es verändert das Spielgefühl kaum, bietet aber neue interessante Entscheidungen. Während es zuvor anfangs immer zwei gleich gute Optionen gab, mit einer etwas höheren oder niedrigeren Zahl zu beginnen, so können die Treppenfelder neue Zwänge schaffen.

Qwixx Connected Treppen / Foto: Brettspielpoesie

Bei der zweiten Variante, den Ketten, sind jeweils zwei beieinander liegende Felder zweier Reihen verknüpft. Wird eines der Felder gekreuzt, muss zwingend auch das andere Feld gekreuzt werden. Was anfangs total klasse klingt, weil so auch Felder im Nachhinein noch gekreuzt werden können, obwohl man eigentlich schon viel weiter ist, wird schnell recht nervig. Denn umgekehrt kann man sich dadurch auch so manche Reihe ordentlich verbauen. Da hilft es nur zu versuchen in allen Reihen in etwa gleichmäßig vorzurücken, da spielen aber häufig die Würfelergebnisse nicht mit. In unseren Partien führte das dazu, dass übermäßig viele Fehlwürfe kassiert wurden. Das fühlt sich leider recht destruktiv an, nicht aber nach der gewünschten Abwechslung.

Qwixx Connected Ketten / Foto: Brettspielpoesie

Insgesamt weiß ich noch nicht so recht, ob es mir die unterschiedlichen Ausprägungen  der Wertungszettel gefallen. Sonst haben alle Spieler exakt die gleichen Voraussetzungen, dies ist nun nicht mehr der Fall. Und schnell fühlen sich manche Spieler benachteiligt, weil die Sonderfelder nur auf ihrem Zettel natürlich unvorteilhaft angeordnet sind. Dennoch würde ich zumindest die Treppen durchaus nochmal spielen, wobei ich schon das Gefühl habe, dass es Qwixx und Qwixx gemiXXt für mich nicht vom Thron stoßen wird.

Verlag: Nürnberger Spielkartenverlag
Autor(en): Steffen Benndorf
Erscheinungsjahr: 2012 – 2019
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 15+ Minuten

Vielen Dank an den NSV für die teilweise Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

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