Kitchen Rush

Cover / Foto: Pegasus

Nun ist große Tag da,
heute wird euer Traum war.
Viele Gäste werden kommen,
um leckeres Essen zu bekommen.
Nur als Team kann es euch gelingen,
all eure Gäste zufrieden zu stimmen.
Dabei wird die Arbeit immer mehr,
wo bekommt ihr bloß saubere Teller her?
Die Speisekammern sind auch bald leer,
Gerichte werden bestellt immer mehr.
Eine gute Koordination ist hier wichtig,
nur damit läuft euer Laden so richtig.

Spielmaterial:

Der Spielplan ist modular aufgebaut und setzt sich aus acht einzelnen Teilen zusammen, die jeweils unterschiedliche Vor- und Rückseiten aufweisen. Für jeden möglichen Spieler liegen zwei Sanduhren dabei, zwei zusätzliche als neutrale Spielfiguren. Die Spieler erhalten auch eigene Spielertableaus, die den Spielablauf hervorragend unterstützen. Formschöne Holzmarker sollen die Zutaten darstellen, Holzwürfelchen die Gewürze, die aus einem kleinen Beutel gezogen werden. Weiterhin enthält das Spiel diverse Karten und ein weiteres Spieltableau, so manches Material kommt erst für die späteren Module hinzu. Die Anleitung ist hervorragend strukturiert und hilft beim Erlernen des Spiels. Leider sind zwei Szenario-Ziele in der Anleitung nicht ganz korrekt beschrieben, aber das wird eigentlich beim Lesen direkt klar und wird sicher in der nächsten Auflage korrigiert.

Kitchen Rush Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Bei diesem Echtzeitspiel sind die einzusetzenden Arbeiter Sanduhren, die erst eine neue Aufgabe übernehmen können, wenn der Sand an einer Station einmal komplett durchgelaufen ist. Solange der Sand läuft, sind sie mit der Aufgabe beschäftigt. In wenigen Minuten müssen die Spieler gewünschte Gerichte nach Vorgabe zubereiten, damit die Gäste dafür bezahlen. Gäste werden ins Lokal gelockt, die Bestellung aufgenommen, Zutaten aus den Vorratskammern zusammen gesucht und zubereitet. Manche Gerichte lassen sich schneller als andere auf dem Herd zubereiten, die Anzahl der benötigten Durchläufe auf dem Herd sollte immer beachtet werden.

Kitchen Rush Spielplan / Foto: Brettspielpoesie

Wie bereits erwähnt ist das Spiel in Module aufgebaut, mit jedem davon kommen weitere Spielelemente hinein. Dafür besteht der Spielplan aus acht Einzelteilen, jedes kann für sich alleine umgedreht werden, um neue Elemente aufzuzeigen. So müssen beispielsweise dreckige Teller abgewaschen, die Vorratskammern aufgefüllt und Gewürze aus dem Garten geholt werden. Diese werden aus einem kleinen Säckchen gezogen. Natürlich wollen die Angestellten auch bezahlt werden, Geräte können kaputt gehen oder Hilfskräfte zeitweise eingestellt werden. Zu Beginn wird nur eine Schicht gespielt, später kommen weitere hinzu, was auch die Spielzeit ein wenig verlängert. Es gibt also jede Menge zu erkunden, dabei wird das gesamte Spiel nach und nach erlernt.

Kitchen Rush Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Mit Ablauf der vorgegebenen Zeit endet eine jede Partie. Dann erhaltet ihr Geld für alle korrekt zubereiteten Speisen und prüft ob das Missionsziel erreicht wurde. Einzig das Überprüfen der Gerichte bei Ende der Partie empfinde ich etwas nervig, meist passt ja eh alles.

Spieleranzahl:

Dieses Spiel skaliert, mechanisch gesehen, gut. Bei weniger als vier Spielern werden bestimmte Aktionsfelder einfach abgedeckt, diese stehen dann nicht zur Verfügung. Auch die Startauslagen und Missionsziele orientieren sich an der Spielerzahl. Die Erfahrung hat bei uns allerdings gezeigt, dass es zu zweit einfach weniger Spaß macht. Dann fühlt es sich oft zu einfach an, die Spieler kommen sich auf dem Spielplan nur selten in die Quere. Anders ist das bei voller Besetzung, da gefällt es mir deutlich besser. Bei einer solchen Art von Spiel gehört diese Hektik in meinen Augen einfach dazu, da möchte ich gar nicht alles durchplanen können.

Glücksfaktor?

Die einzige Glückskomponente ist die Verteilung der Gästekarten im Stapel und damit verbunden die Reihenfolge der Gäste mit ihren Gerichten und den benötigten Rohstoffen. Diese passen nicht immer gut zur derzeitigen Befüllung der Vorratskammern. Entscheidender ist in meinen Augen die Fähigkeit unter Duck gute Leistungen zu erbringen und sich im Team gut aufeinander einzustellen. Wie auch in einer echten Küche (ich habe da einige Erfahrungswerte aus meinem früheren Nebenjob bei einer großen Fast Food-Kette) werden keine Einzelkämpfer sondern Teamplayer benötigt.

Fazit:

Ich habe die erste Auflage von Artipia Games nie gespielt, doch schon alleine optisch liegen in meinem Augen Welten dazwischen. Die neuen Illustrationen unterstützten nicht nur den Spielablauf, die Aufteilung in Missionen erleichtert sicherlich auch den Einstieg. In jeder Mission lernen die Spieler neue Spielelemente und Detailregeln hinzu, dadurch wird aus einem flotten, einfachen Spiel ein immer komplexeres Unterfangen. Das Spiel nimmt die Spieler an die Hand, führt sie durch die ersten Lerneinheiten zum Endprodukt hin, welches zuvor das gesamte Spiel war. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Spieler daran verzweifelt sind und nach einigen Fehlschlägen wenig Lust auf weitere Partien verspürten. Diese Version kann noch immer gespielt werden, doch durch die Einstiegsmissionen bekommen die Spieler ein immer besseres Gefühl für das Spiel. Wie in einer echten Küche lernen die Spieler was zu tun ist und werden darin in der Regel immer besser.

Die Regeln sind sehr eingängig und gar nicht kompliziert. Herausfordernd wird es durch das Zeitlimit, da sollte kein Arbeiter unnötig herum stehen. Doch das passiert schneller als man denkt. Wenn nicht alle immer aufpassen, können schnell zu bedienende Gäste ausgehen oder keine sauberen Teller oder Zutaten mehr zur Verfügung stehen. Und oft führt Hektik einfach zu übereilten Entscheidungen, die im Nachhinein doch gar nicht so gut waren. Das Spiel forciert solche Momente, zum Beispiel mit dem eigentlich viel zu kleinen Beutel für die Gewürze, der in unseren Partien anfangs immer bemängelt wurde. Doch das ist Absicht, so sieht man eben nicht auf Anhieb, welche Gewürze verfügbar sind und es kostet einfach Zeit gesuchte Gewürze heraus zu fischen.

Gerade durch den modularen Aufbau der Missionen und die unterschiedlichen Ziele für Familien und erfahrene Spieler, richtet sich das Spiel an ganz unterschiedliche Zielgruppen. Auch wer alle acht Missionen erfolgreich gemeistert hat, hat das Spiel noch lange nicht „ausgespielt“. Es gibt weitere, zusätzliche Elemente, die den Schwierigkeitsgrad nach oben schrauben, sodass Kitchen Rush sich zu einem echten Dauerbrenner entwickeln kann.

Eine Voraussetzung dafür ist natürliches ein generelles Interesse an Echtzeitspielen, denn den Stress durch herunter laufende Zeituhren muss man abkönnen. In diesem Spiel vielleicht noch extremer als in anderen Echtzeitspielen, weil nicht nur die Gesamtzeit für die Partie herunter läuft, sondern auch noch die Zeit der einzelnen Sanduhren. Genau dieses Element sorgt aber auch für Ruhepausen, da die Zeit der ablaufenden Sanduhren genutzt werden kann, um über die folgenden Aktionen nachzudenken. Die Sanduhren laufen nicht alle exakt gleich lang durch, doch selbst das passt hier gut in den Kontext, Arbeiter in der Küche sind in der Regel eben auch nicht exakt gleich schnell. Überhaupt ist einfach alles in diesem Spiel total gut zu erklären, da hat der Verlag tolle Arbeit bei der redaktionellen Überarbeitung und der thematischen Einbettung geleistet. Selbst die Aufteilung in die einzelnen Missionen ist anhand dessen gut nachvollziehbar, es wird ein Restaurant neu eröffnet und entwickelt sich mit der Zeit.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Pegasus Spiele
Autor(en): Dávid Turczi, Vangelis Bagiartaktis
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 20 – 60 Minuten

Vielen Dank an Pegasus Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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