Am dritten Tag der SPIEL’26 haben sich die Hallen etwas anders gefüllt, als an den vorherigen Tagen. War es sonst eigentlich den ganzen Tag über in Halle 3 am vollsten, so waren nun am Wochenende auch die Hallen mit dem Schwerpunkt auf Familienspielen sehr gut belegt. Die Zeit der komplett überfüllten Galeria zu Mittagszeit, wo man sich kaum vor- oder zurückbewegen konnte, ist zwar durch die verschiedenen Food Spots, zum Teil auch außerhalb der stickigen Messehallen vorbei, dennoch war es hier zu manchen Zeiten auch schon fast unangenehm voll. Vor allem da sich hier nun auch die Gepäckabgabe befindet, hat man hier zu den Stoßzeiten schon wirklich lange Menschenschlangen vorgefunden.
Dies ist zunächst ein nur kleiner Abriss mit Ersteindrücken, in den nächsten Tagen und Wochen folgen hoffentlich viele weitere Berichte mit Eindrücken von der SPIEL und von dort nach mitgebrachten Spielen. Und schaut ruhig auch öfter bei Instagram, auch dort versuche ich noch einige Bilder von der SPIEL’26 zu veröffentlichen.
Piatnik
Bei Piatnik konnten wir Burning Cookies anspielen. Karten müssen aufsteigend in eine Auslage gespielt werden, dabei darf man auch verdeckt legen und bluffen, oder eben auch nicht. Die folgende Person darf anzweifeln, doch liegt sie falsch, bekommt sie Strafkarten mit verbrannten Keksen, die sonst an die andere Person gehen. Man möchte natürlich so wenige verbrannte Kekse wie möglich sammeln. Einige der Karten haben Sonderfähigkeiten, mit denen die Strafkarten teilweise umverteilt werden können, was zu einem ordentlich Chaos führt. Wir hatten zwei witzige Partien, aber auf Dauer ist dieses Spiel vermutlich eher nichts für mich und meine Spielerunden.
Lab 4 Games
Vor der Messevorbereitung wusste ich nicht so wirklich, was hinter Lab 4 Games steht. Es ist quasi eine Gruppierung verschiedener französischer Studios innerhalb von Asmodee. Dazu gehören Days of Wonder, Libellud, Next Move und Repos Production und sie haben vorgestellt, welche Spiele bei ihnen aktuell und in den nächsten Monaten erscheinen werden. Sehr zufrieden waren sie am Freitag mit dem Verkauf der Harmonies-Erweiterung Crescendo, die zu diesem Zeitpunkt der am besten verkaufte Titel im Asmodee-Shop gewesen sein soll.
Concept Stories ist ein Standalone-Spiel zu Concept. Statt einzelner Begriffe versucht man hier ganze Sätze mit Symbolen zu erklären und damit gemeinsam vollständige Geschichten zu erzählen. Die Sätze sind an reale, etwas verrückte Geschichten angelehnt, für die man Zeitungen aus aller Welt studiert hat.
Für Next Move wandeln Bruno Cathala und Theo Riviere mal wieder ein bekanntes Spielprinzip ab, um ein neues, zugängliches Spiel zu erschaffen. Das Plättchenlegespiel Fantasy Tiles erinnert an Scrabble (aber mit Symbolen, statt Buchstaben) und Qwirkle (Legeregeln) und ist gespickt mit fabelhaften Elfen, die Sonderfähigkeiten haben.
Bei Days of Wonder folgen auf Züge (Zug um Zug) und Autos (Heat) nächstes Jahr Raumschiffe. Beim Bagbuilding-Spiel Rocket Rollout zieht man Würfel aus dem Säckchen, um damit Aktionen auszulösen, wie Systeme zu aktivieren, das eigene Raumschiff zu reparieren oder verbesserte Würfel zu erhalten. Am Rundenende muss man sich je nach eigenem Fortschritt gegen Angriffe feindseliger Alienrassen wehren. Dieses Spiel erscheint gleich mit drei Modulen für mehr Varianz.
HABA
HABA ist vielen sicherlich durch ihre Kinderspiele bekannt. Bereits vor einigen Jahren versuchten sie mit Spielen unter dem Label “Spieleabend Approved” eine ältere Zielgruppe anzusprechen. Mit Karuba war einer dieser Titel sogar zum Spiel des Jahres nominiert. Doch irgendwann erschien nicht mehr viel mit diesem Label, vor einigen Jahren führte das Unternehmen auch ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durch, bei dem Insolvenzgründe identifiziert und weniger lukrative Segmente, wie z.B. Jako-o, abgestoßen wurden. Optisch gibt auch einige Veränderungen. Waren sonst sämtliche Kinderspiele im Verlag hauptsächlich in gelb gehalten, haben diese nun nur noch einen gelben Streifen. Bei Spielen für ältere Kinder wurde zunächst das gelb durch grün ersetzt, mittlerweile wird teilweise komplett auf diese farbliche Hervorhebung verzichtet. Die XOXO-Kartenspielserie setzt bei den Illustrationen beispielsweise auf schwarz mit Neonfarben als Kontrast. Nach dem Erfolg der Lokalisierung von Nature (Weiterentwicklung von Evolution) sind Lokalisierungen nun auch ein fester Bestandteil. Dieses Jahr erscheinen zwei Spiele von Korea Boardgames aus dem Vorjahr (Orbita, Das Phantom der Oper) und mit The Mix, einem Worker Placement-Spiel rund ums Cocktail-Mixen sprechen sie nun sowohl thematisch, als auch vom Anspruch, ganz bewusst Erwachsene an.