SPIEL’26 – Tag 1

Der erste Tag der SPIEL’26 liegt nun bereits hinter uns. Es war ein grandioser Tag mit vielen schönen Begegnungen. Mit verschiedenen Personen hatten wir die Gelegenheit das eine oder andere Spiel (anzu-)spielen. Dabei haben wir in fast allen Hallen mehr oder weniger Stände schon besuchen können. An einigen Ständen haben sich auch schon lange Schlangen gebildet und die eine oder andere “Sold out”-Meldung gab es auch bereits. Halle 3 ist leider noch immer mit Anstand die vollste Halle mit vielen und Vielspielern beliebten Verlagen.

Dies ist zunächst ein nur kleiner Abriss mit Ersteindrücken, in den nächsten Tagen und Wochen folgen hoffentlich viele weitere Berichte mit Eindrücken von der SPIEL und von dort nach mitgebrachten Spielen. Und schaut ruhig auch öfter bei Instagram, auch dort versuche ich noch einige Bilder von der SPIEL’26 zu veröffentlichen.

Asmodee

Asmodee bot heute Mittag die Möglichkeit in einem separaten Raum etwas ab vom Messetrubel die aktuellen Neuheiten des Verlags kennen zu lernen. Bei dem großen Portfolio gab es diverse Spielemöglichkeiten, sodass man schauen musste, einen freien Spieletisch zu finden und am besten auch noch jemanden, der das Spiel erklären kann. Wir starteten mit einer Partie des bereits im Frühjahr veröffentlichten Carnuta. Es ist ein leicht zu erlernendes Set-Collection-Spiel mit einer toller Haptik der beidseitig bedruckten Runensteine.

Wir blieben zunächst bei den Frühjahrsneuheiten mit einer Partie Got 5. Dieses Deduktionsspiel hatten einige auf dem Zettel für die Spiel des Jahres-Nominierungen und ich kann nun gut nachvollziehen wieso. Jeder bekommt fünf verschiedenfarbige Spielsteine mit Nummern, die aufsteigend sortiert aufgestellt werden. Die Zahlenbereiche der einzelnen Farben sind bekannt und man versucht die eigenen Zahlen zu ermitteln. Auch hier kommt tolles, buntes Spielmaterial zum Einsatz und die Regeln sind wirklich einfach zu verstehen. Die Deduktionsaufgabe ist dabei durchaus fordernd, wenn auch mit einem gewissen Glücksfaktor versehen. Später am Tag konnte ich beim Originalverlag Blue Orange schon die für 2027 geplante kleine Ghost-Erweiterung entdecken. Dort kommen Plastikaufsätze auf die kleinste und die größte Zahl, sodass einem selbst deren Farben verborgen bleiben.

Als Herr der Ringe-Fan war ich gespannt auf Der Herr der Ringe: Circle of Conflict, einem Roll-and-Write, was eigentlich vom Spielablauf recht einfach zu verstehen ist, denn alle dürfen ein gemeinsames Würfelergebnis eintragen. Dies machen sie jedoch geheim und die Tableaus lassen sich dafür aufstellen. Eine Runde besteht aus mehreren Phasen, die man zu Teil geheim absolviert, zum Teil aber auch ansagen muss oder sogar miteinander interagiert. Denn jede Person spielt sowohl die Freien Völker, die zum Schicksalsberg gelangen wollen, als auch den Schatten, der die freien Völker rechts von sich daran hindern möchte. Vielleicht spielt es sich mit der gleichen Gruppe irgendwann ein, aber für die erste Partie fand ich es sehr anstrengend.

Bei Spooky Tower von Repos Production wollen wir als Geisterjäher Fotos von Gespenstern mit unserer Polaroid-Kamera festhalten. Dazu würfeln wir jede Runde in einem kleinen Würfelturm und dürfen entsprechend der Werte ein Gebäude zu uns nehmen oder alle eigenen Gebäude des Werts umdrehen, um zu sehen ob uns Geister vor die Kamera gekommen sind oder wir andere Belohnungen vorfinden. Mir gefallen die Illustrationen, spielerisch ist es vermutlich eher etwas für Spielerunden mit jüngeren Spielern, wie meinen Neffen und Nichten, geeignet. Wobei sie mich bei Polaroid-Bilders vermutlich mit großen Augen angucken würden. :D

Völlig aus dem Nichts kam Lightning Train für mich, ein neues Spiel von Dune: Imperium-Autor Paul Dennen. Es ist ein Bagbuilder, bei dem Bahnhöfe und Strecken in Nordamerika errichtet werden, um Waren an die richtigen Orte transportieren zu können. Leider konnten wir nur die ersten paar Runden spielen, aber die machten uns auf jeden Fall Lust auf mehr.

IELLO

Ein aktuelles Highlight bei IELLO ist Fragments, das Puzzlespiel, bei dem man eine Geschichte erlebt. Ich konnte das Familienspiel Solara schon spielen und werde bald mehr davon berichten. Vorweg kann ich nur schonmal sagen, dass ich mich sehr darauf freue, wenn endlich auch das Kennerspiel Fragments Fungatai erhältlich ist und hoffe, dass dieses eine interessantere Herausforderung bietet.

Für den deutschen (und italienischen) Markt bringt IELLO demnächst Regicide Legacy heraus. Da ich Regicide noch nicht spielen konnte, kann ich dazu aber nicht viel mehr sagen. In letzter Zeit haben wir häufiger Legacy-Spiele erlebt, die einen guten Einstieg in eine Spielreihe ermöglichen. Vielleicht trifft das ja auch hier zu. Auch Thunderroad ist ein Spiel, welches ich noch nicht gespielt habe. Mit Thunderroad Ignition erscheint schon bald eine etwas abgespeckte Version, die etwas erschwinglicher sein soll.

Es gab zudem Sneek Peaks auf ein neues Expertenspiel mit Worker Placement-Mechanismus National Economy und Zheroes – First Draft, einem Kartenspiel, bei dem die Charaktere auf den Karten sich über mehrere Partien tatsächlich entwickeln können. Diesen Fortschritt hält man auf den Karten fest, verändert diese also dauerhaft. Es befindet sich noch in der Findungsphase, ob man alle Karten in einer Box erhältlich sein sollen und die Karten wieder beschreibbar werden sollen (was auch zu einem höheren Preis führen würde) oder es günstiger in zufälligen Booster-Packs mit einmalig beschreibbaren Karten verkauft wird.

Gigamic

Beim französischen Verlag Gigamic ist laut eigene Aussage eine Tendenz zu erkennen: Wie auch im vergangenen Jahr haben sie wieder ein größeres Spiel (Odysseus), eine Akropolis-Erweiterung (Pantheon), ein Kinderspiel (Lamalaya) und ein kleines Kartenspiel (IPSO) dabei. Auf Odysseus bin ich wegen der Autoren Johannes Goupy und Matthieu Verdier gespannt, es erinnert mich auch irgendwie an Looot, was später auf Deutsch als Neuland erschien. Vermutlich wegen des Langschiffes auf dem Cover, mechanisch wird es sich bestimmt anders spielen. Die Akropolis-Erweiterung Pantheon finde ich spannend, weil man mit ihr Akropolis erstmal kooperativ spielt. Leider werden deren Inhalte vermutlich nicht mehr in der Schachtel des Grundspiels unterkommen. Eine schnelle Partie IPSO konnte ich direkt spielen und es erinnerte mich an Slide, da man auch hier Karten austauscht. Sie werden jedoch nicht hinein geschoben, sondern einfach an Ort und Stelle in einer Pyramidenform ersetzt und die Wertung funktioniert auch etwas anders. In dieser einen Partie hatte ich jedoch das Gefühl hier noch weniger Einfluss zu haben.

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