Memoarrr! heißt das neue Memo

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Noch vor der Spiel’17 fand ich ein kleines Spiel in meinem Briefkasten. Buzzword Memo stand auf der Schachtel und es versprach „das Gedächtnisspiel für Erwachsene“ zu sein. Der Verlag ist kein Brettspielverlag, sondern ein Unternehmen für…ja, für was eigentlich? Die Webseite ist vermutlich „voll im Trend“, auf mich wirkt sie einfach nur unübersichtlich. Ich mag strukturierte Webseiten, auf denen ich mich anhand von Menüs dahin begeben kann, wo ich die Informationen finde, nach denen ich suche. Ich mag keine Webseiten, bei denen man ewig über reißende Titel hinweg scrollen muss, um möglicherweise Gesuchtes zu finden. Jedenfalls hat sich die Agentur digitale Anwendungen und Markenbildung auf die Fahne geschrieben. In diesem Zuge ist wohl auch das Memo-Spiel Buzzword Memo entstanden, gespickt mit mehr oder weniger bekannten Buzzwords aus dem Marketing.

Angepriesen wird das Spiel als Digital Detox, dem Trendwort für die digitale Entgiftung, also der Auszeit vom digitalen Leben. Und Trendwörter findet man viele auf den Memory-Karten. Jeweils zwei Karten zeigen dasselbe Bild, es steht das Trendwort der teils leicht ironisch gemeinten Aussage dahinter gegenüber. Die Regeln sind schlicht und einfach die, des klassischen Memory. Decke zwei Kärtchen auf und finde hoffentlich passende Pärchen. Es gewinnt wer mehr Pärchen finden konnte.

Buzzword Memo

Buzzword Memo / Foto: Brettspielpoesie

Die Idee finde ich ja super, Brettspiele als Mittel zur digitalen Entgiftung zu verkaufen und damit wieder unter die Leute zu bringen. Aber bitte nicht so, das schreckt doch nur ab! Der Berliner Verlag Edition Spielwiese hat doch erst kurze Zeit zuvor gezeigt, wie man das Memory-Prinzip gekonnt auffrischt. Das kleine Kartenspiel Memoarrr! verwendet dabei keine typischen Pärchen, sondern auf 25 Karten fünf verschiedene Tiere jeweils vor fünf unterschiedlichen Hintergründen. Eine Karte kommt zufällig aus dem Spiel, dann decken die Spieler reihum genau eine Karte auf. Diese zeigt hoffentlich dasselbe Tier oder denselben Hintergrund der vorherigen Karte, damit der Spieler in der Runde weiter spielen darf. Der übrig bleibende Spieler einer Runde erhält einen Schatz und es geht wieder von vorne los. Mit derselben Auslage, um den Memory-Effekt zu erzielen. Anfänglich ist es eher eine Glückssache, später im Spiel kommt es auf die bessere Merkfähigkeit an, wie lange man im Spiel bleibt. Dieses Spiel kam bisher in allen Runden super an, es ist ruck zuck gespielt, sowohl mit Kindern als auch unter Erwachsenen. Vielleicht hat es ja die Spiel des Jahres-Jury sogar im Blick.

Mit solchen Spielen kann man Spiele-Muffel hinter dem Ofen hervor locken. Und es kostet in der Regel auch nicht mehr als 10€, also spricht nicht einmal der Preis für Buzzword Memo. Ich möchte auch gar nicht komplett ausschließen, dass es Marketing-Mitarbeiter gibt, die das Buzzword Memo gut finden, weil die Begriffe einfach so gut zu ihrem Leben passen, aber aus meiner Spielersicht, ist es leider nur ein Abklatsch eines bereits veralteten Spielprinzips.

 

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