Exposaurus

Exposaurus Cover

Cover / Foto: Mücke Spiele

Der zweite Autorenwettbewerb von Mücke Spiele stellte die Teilnehmer vor die Herausforderung, ein Spiel zu entwickeln, bei dem Läufer-Spielfiguren, runde Holzscheiben, bunte Glassteine in drei Farben und ein Holzwürfel zum Einsatz kommen. Ron van Dalen gewann mit seiner Idee für Exposaurus dabei den Preis für die beste Idee zu einem Familienspiel. Was euch genau bei diesem Spiel erwartet, erfahrt ihr in dieser Rezension.  

Spielmaterial:

Die Vorgaben waren:

  • 4 laufende Männchen (Spielfigur) – 4 Scheiben – 4 x 10 Holzwürfel – alles in den Farben blau, orange, rot und weiß.
  • 1 Würfel
  • Je 12 Glassteine in den Farben blau, grün und rot

Der Autor entschied sich zudem für 74 Pappkärtchen, bestehend aus 64 Dino-, 4 Museums- und 4 Nationalmuseumskarten. Auf den Dino-Karten sind neben Dino-Fossilien am Rand bis zu vier halbe Edelsteine in vier verschiedenen Farben abgebildet.

Spielmechanismus:

Die Spieler wollen ihr eigenes Museum bauen, dafür bekommen Sie eine Museumskarte, 1 Paläontologen, 1 Anspruchscheibe und 10 Forscher. Zusätzlich zieht jeder eine verdeckte Startkarte und legt sie an sein Museum an, die restlichen Startkarten werden mit den Dino-Karten gemischt und bereitgelegt. Genau wie das Nationalmuseum und die Edelsteine. Ziel des Spiels ist es nun, sein Museum auf bis zu 4×4 Felder auszubauen und dabei möglichst zusammenhängend die gleichen der sechs unterschiedlichen Dino-Fossilien zusammenzulegen und verschiedene Edelsteine zu sammeln.

Jeder Zug läuft in bis zu drei Phasen ab:

    • Würfeln (optional)

Wird die Würfelvariante gespielt, muss der aktive Spieler zu Beginn würfeln. Er darf dann eine der Karten mit höchstens der Würfelaugenzahl entsprechenden Kosten aus dem Spiel entfernen, wenn auf dieser Karte keine Anspruchscheibe liegt.

    • Rekrutierung

Durch Rekrutierung (nur in dieser Phase möglich), kann ein Spieler seine Forscher aus dem Museum zurück ins Basislager holen, um sie erneut einzusetzen. Bei jeder Rekrutierung wechselt jedoch ein Forscher an das Nationalmuseum und steht fortan nicht mehr zur Verfügung. Auch Forscher, die noch auf Dino-Karten verweilen, kommen zurück ins Lager.

    • Expedition

Der spannende Teil des Zuges kommt nun und bietet drei Aktionen. Als erstes muss immer eine neue Dino-Karte aufgedeckt und mit einem eigenen Forscher oder der Anspruchscheibe versehen werden. Diese Scheibe verhindert das Abräumen in der Würfelphase und sichert einem das Anrecht auf diese Dino-Karte. Anschließend kann der Spieler beliebig oft weitere Dino-Karten aufdecken, solange er Forscher im Basislager hat. Nun kann er einmalig eine Ausgrabung abschließen, indem er die dafür notwendigen Forscher einsetzt. Die Gesamtanzahl Würfel auf den Dino-Karten zeigt wie viele Forscher man einsetzen muss. Bei den teuren Dino-Karten hat man die Option seinen Paläontologen zu nutzen, um weniger Forscher einzusetzen.  (Dieser kommt anschließend ebenfalls ins Nationalmuseum, steht als jedem Spieler nur einmal zur Verfügung) Sollte man die Karte mit der Anspruchscheibe wählen, so zählt diese nicht als Forscher! (Auch sie kommt anschließend ins Nationalmuseum und kann kein weiteres Mal genutzt werden) Darauf liegende eigene Forscher kommen ins eigene Museum, fremde Forscher gehen zurück in ihr Basislager.

Exposaurus Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Dino-Karte, mit dem „ausgegrabenen“ Fossil muss nun im Museum angelegt werden. Wird dadurch ein Edelstein fertiggestellt, indem zwei halbe Edelsteine der selben Farbe zusammengesetzt werden, bekommt der Spieler einen Edelstein dieser Farbe. Bei gelben Edelsteinen, darf der Spieler eine verfügbare Farbe wählen. Doch nicht immer können die Edelsteinhälften passend angelegt werden, da man ja nur ein 4×4-Raster legen darf und meist darauf achtet, die Fossilienarten aneinander zu legen. Der Zug endet danach sofort. Will oder kann der Spieler keine der ausliegenden Dino-Karten nehmen, muss er passen und der nächste Spieler kommt an die Reihe.

Spielende:

Das Spiel endet, sobald ein Spieler seine sechzehnte Dinokarte hinzugefügt hat oder wenn der letzte Edelstein aus dem Vorrat genommen wurde. Alle anderen Spieler haben anschließend noch genau einen Zug. Sollte der Fall eintreten, dass alle Spieler nacheinander passen, endet das Spiel sofort.

Für die Wertung werden alle Forscher aus dem Museum und von Dino-Karten zurückgeholt und die Anzahl Edelsteine je Farbe ermittelt. Zudem zählt man die aneinander angrenzenden Dino-Karten je Sorte zusammen. Nun wird die Anzahl einer Edelsteinsorte mit der Anzahl einer Dino-Kartensammlung multipliziert, sinnvollerweise immer die höchsten Zahlen miteinander und das für jede Edelsteinfarbe und für jede Sorte Dino-Karten. Also erhält man bestenfalls drei Werte. Diese Ergebnisse werden addiert und für jeden Forscher einen Punkt, für eine nicht eingesetzte Anspruchscheibe zwei Punkte und falls der Paläontologe nicht genutzt wurde drei Punkte hinzu addiert. Wer die meisten Punkte erzielen konnte, ist der erfolgreichste Museumsdirektor!

Spieleranzahl:

Im Spiel zu zweit kann man sich ganz gut aus dem Weg gehen, indem man andere Dino-Karten sammelt als der Gegner. Aber dadurch fehlt es auch an Interaktion. Das Spiel zu viert kann anstrengend werden, wenn immer wieder lukrative Dino-Karten aus dem Spiel kommen, weil man den anderen nichts gönnt. Unklar ist, ob die Dino-Karten wieder ins Spiel kommen, wenn die Stapel aufgebraucht sind oder ob es dann zum Spielende und der Werung kommt. Diesen Fall scheint die Regel nicht zu betrachten.

Glücksfaktor?

Den Glücksfaktor empfinde ich für die Länge einer Partie als viel zu hoch. Gerade im Spiel zu viert, wo man unvermeidlich die selben Fossilien sammelt. Hat man Glück, deckt man häufig die günstigen Plättchen auf. Ist es anders herum, deckt man fast nur unbezahlbare Plättchen auf und die Gegner erfreuen sich an den günstigen Plättchen, können also häufiger Ausgrabungen machen und ihr Museum schneller füllen. Dadurch kommen sie auch schneller an Edelsteine. Man muss aber auch eigene Entscheidungen treffen und abwägen, ob man die Anspruchscheibe bzw. den Paläontologen nutzt oder ob die Siegpunkte, die man am Spielende dafür erhält, wertvoller sind. Dabei muss man bedenken, dass einem nach jeder Rekrutierung ein Forscher weniger zur Verfügung steht. Genauso reicht es nicht nur eine Art Fossilien anzuhäufen, meist bringt es mehr Punkte, wenn man drei Arten und alle drei Sorten Edelsteine sammelt.

Fazit:

Eine schöne Spielidee mit kleinen Schwächen, die sich leider auf den Wiederspielreiz auswirken.  Dieser ist zu zweit mehr gegeben, als zu viert. Thematisch finde ich das Spiel stimmig und auch das Material wurde sinnvoll eingesetzt.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Mücke Spiele
Autor(en): Ron van Dalen
Erscheinungsjahr: 2011
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Dauer: ca. 45 Minuten

Vielen Dank an Mücke Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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