Kaboom Universe

Cover / Foto: Brettspielpoesie

 

In einem Land vor unserer Zeit,
machten sich Dinos hier breit.
Doch irgendwann kam die Gefahr,
ein großer Meteor im Anflug war.
Aufmerksam kamen Aliens geflogen,
um die Dinos zu sich zu holen.
Ein Exemplar jeder Art, so war der Plan,
die Gefahr dafür viel zu schnell ankam.
Also wurde genommen was verfügbar war,
hier nur einzelne Tiere, dort auch mal ein Paar.

 

 

Spielmaterial:

Wir haben es hier mit einem Kartenspiel zu tun, 56 Spielkarten bieten die Basis. Zusätzlich gibt es noch einen D12-Würfel und einige Punkteplättchen. In der Anleitung sind die Farben dieser Plättchen anderen Werten zugeordnet, als in der Realität. Doch es lassen sich in der deutschen Anleitung noch ganz andere Unstimmigkeiten finden. Manche Sätze sind nicht vollständig, andere nur schlecht verständlich. Böse gesagt, das gesamte Spielprinzip wird durch das Coverbild fast besser beschrieben, als es in der (deutschen) Anleitung der Fall ist.

Spielmechanismus:

Wir sind Aliens und haben es uns zum Ziel gesetzt möglichst die Dinos von der Erde zu retten, bevor diese von einem Meteoriten getroffen und alle Tiere ausgelöscht werden. Dabei stehen wir in Konkurrenz zueinander, sabotieren uns gegenseitig. Ein Spieler hat pro Zug zwei Aktionen, neue Karten können nachgezogen oder ausgespielt werden. Nur einmalig pro Zug darf ein Dinosaurier gerettet werden, indem wir ihn offen vor uns ausspielen. Damit ist er für die Teleportation bereit, die allerdings erst ausgelöst werden kann, wenn der große Knall bevorsteht oder ein Spieler bereit ist, einen Dino jeder Art zu retten. Doch bis es soweit ist, sind die Dinos der Spieler in Gefahr. Aktionskarten erlauben es zum Beispiel den Mitspielern Dinos oder Handkarten zu stehlen, ausliegende Dinos zu attackieren oder auch Handkarten auszutauschen. Besonders beliebt, wenn der aktive Spieler keine weitere Karte mehr auf der Hand hält. Mehrfach im Spiel bekommen wir es mit einem Meteoritenschauer zu tun, dabei müssen die betroffenen Spieler für jeden Dino einzeln würfeln. Entweder der Dino bleibt verschont, wird verletzt oder getötet. Da Meteoriten nicht gezielt eintreffen, müssen auch die Spieler links und rechts vom aktiven Spieler für ihre Dinos würfeln. Oder die Meteoriten mit einem Schutzschild zu einem anderen Spieler umleiten. Wurde eine Meteoritenschauer gezogen und der Effekt vollständig abgehandelt, bekommt der aktive Spieler eine weitere Aktion, quasi als Ersatz.

Kaboom Universe Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Am Ende einer Runde, wenn die „Kaboom“-Karte aufgedeckt wird, werden Punkte verteilt. Es gibt Punkte pro Dinokarte, pro geretteter Dinoart und Zusatzpunkte für Paare. Es folgen zwei weitere Runden, in der letzten davon wird die Kaboom-Karte in den gesamten Stapel eingemischt, kann also bereits zu Beginn auftauchen. In den ersten beiden Runden wird sie in den hinteren Teil des Stapels eingemischt, sodass es keine Gewissheit gib, wann sie auftaucht, dies aber auch nicht zu früh eintrifft.

Kaboom Universe Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Als Variante kann mit Zusatzfunktionen der Dinokarten gespielt werden, die beim Ausspielen aktiviert werden. Manche können nicht geklaut werden, andere sind immun gegen einfache Einschläge und wieder andere werden mit zusätzlichen Punkten belohnt. Es gibt auch eine kooperative Variante für 1-3 Spieler, doch leider gibt es die Anleitung dazu nur auf englisch und spanisch.

Spielende:

Nach drei Runden endet die Partie, es gewinnt der Spieler, der insgesamt die meisten Punkte sammeln konnte.

Spieleranzahl:

Bei diesem Spiel gilt: Umso mehr, desto besser. Es ist nun mal ein kleines Ärgerspiel und das funktioniert am besten, wenn viele Mitspieler dabei sind. Vor allem, da die Meteoritenschauer dann auch mal nur die anderen treffen können. Falls nicht noch jemand ein Schutzschild spielt und eine Umleitung bewirkt ;-)

Glücksfaktor?

Dieses Spiel lebt von seinem Glücksfaktor, der einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf einer Partie hat. Es ist zufällig, welche Karten ein Spieler auf die Hand bekommt und natürlich entscheiden die Würfelergebnisse viel.

Fazit:

Kaboom Universe macht einfach Spaß. Zumindest wenn man sich darauf einlässt, dass nichts planbar ist und es eigentlich immer nur auf die Fresse gibt. Doch dann fallen die Würfel auf ein Mal wie gewünscht, die eigenen Dinos überleben und plötzlich ist die Partie vorüber. So kann aus einer sicher geglaubten Niederlage ein Überraschungssieg werden. Ein toller Absacker, der sich selbst nicht zu ernst nimmt und dies auch von den Spielern nicht getan werden sollte. Ein wenig erinnerte mich das Spielgefühl an Munchkin, nur das Kaboom Universe schneller zu Ende geht, da der Kartenstapel nun mal endlich ist und es irgendwann zwangsweise „Kaboom“ macht.

Die Karten sind fabelhaft illustriert, die niedlichen Dinos erinnern mich unweigerlich an die aus In einem Land vor unserer Zeit, einem meiner Lieblingsfilme als Kind. Doch niedlich sind hier wirklich nur die Illustrationen, das Spiel kann ganz schön fies werden. Eine Partie ist dabei so schnell vorüber, dass mir dies gar nicht negativ aufstößt. Ich habe vor kurzem den Twitter-Account Honest Boardgames gefunden, der aktuellen Spielen aufrichtige Cover verpasst. Doch das kann hier nicht passieren, denn das Cover verspricht einfach alles, was im Spiel auch tatsächlich passiert. Ich bin jedenfalls froh zufällig auf dieses Kartenspiel gestoßen zu sein, es wird als Absacker sicher noch häufiger zum Einsatz kommen.

Wer dieses Spiel gerne selbst mal spielen möchte, sollte am Freitag ab 14 Uhr zum Meet’n Play kommen, ich versuche das Spiel dabei zu haben.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Tembo Games
Autor(en): Alvaro G. Echave
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 1 – 8 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Tembo Games für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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