Kluster

Kluster Cover / Foto: Brettspielpoesie

Wie viele Regeln braucht ein Spiel?
In meinen Augen nicht immer viel.
Das Hantieren mit alltäglich Sachen,
kann ein gutes Spiel ausmachen.
Magneten ziehen sich häufig an,
einer den anderen auch abstoßen kann,
Wer am besten versteht dieses Prinzip,
hat bei Kluster gute Chancen auf den Sieg.

Spielmaterial:

Neben einem Beutel und einer Schnur liegen 24 Magnetsteine in etwas unterschiedlicher Form bei. Ebenfalls enthalten ist ein Faltblatt, welches die kurzen Regeln gleich in zehn Sprachen abbildet.

Kluster Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Jeder Spieler erhält gleich viele Steine und dann wird reihum einer innerhalb der Schnur platziert. Möglichst ohne andere anzuziehen, denn wenn sich Steine zu einem “Kluster” verbinden muss der aktive Spieler den gesamten Kluster an sich nehmen. Damit entfernt man sich vom Spielziel, da gewinnt, wer zuerst alle Steine los ist.

Kluster – Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Bereits platzierte Steine dürfen natürlich nicht mehr angefasst werden, die Schnur hingegen schon. Und damit kann indirekt auch die Position der Steine verändert werden, wobei ebenfalls kein Kluster entstehen sollte, da dieser an den aktiven Spieler gehen würde. Es ist auch erlaubt mit einem Stein in der Hand ausliegende Steine abzustoßen, dafür ist aber ein wenig Übung erforderlich, sonst endet auch dies in einem Kluster.

Kluster – Ein “Kluster” / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Es gewinnt, wer zuerst keine Steine mehr hat, weil er alle erfolgreich platzieren konnte.

Spieleranzahl:

Bis zu vier Spieler können eine Partie Kluster spielen. Da sich die Anzahl der Steine durch jede Spielerzahl teilen lässt, sind keine Anpassungen erforderlich. Bei mehr als zwei Spielern kann eine Partie etwas ungleich verlaufen, wenn ein Spieler ungeschickter platziert und immer wieder für den folgenden Spieler abräumt. Kluster lässt sich sogar alleine spielen, dabei zählen Kluster als Fehler. Der Spieler versucht möglichst viele Steine innerhalb der Schnur zu platzieren, während nur zwei solche Fehler passieren dürfen. Das finde ich weniger reizvoll, ich mag es lieber, wenn sich die Mitspieler gegenseitig das Leben schwer machen, indem die Steine nicht gerade platzsparend platziert werden.

Glücksfaktor?

Es gibt bei Kluster keine verdeckten Informationen, alle Optionen sind jederzeit einsehbar. Es erscheint manches Mal so, als ob ein Stein nur mit Glück platziert wurden konnte, ohne sich zu verbinden, aber dahinter steckt wohl einfach reine Physik ;-) Die unterschiedlich großen Steine können vielleicht mal ungleichmäßig verteilt sein, das haben wir aber nie als Vor- oder Nachteil erkannt. Es ist für mich auch kein Spiel, bei dem der Sieg primär im Vordergrund steht. Es lebt vor allem von der Spannung was alles mit den Magneten möglich ist.

Meinung:

Die Autoren von Kluster beweisen eindrucksvoll mit wie wenig Spielmaterial und -regeln ein spannendes Spielerlebnis kreiert werden kann. Sie haben sich eine eigentlich langweilige physikalische Eigenschaft zu nutze gemacht, nämlich das Anziehen und Abstoßen von Magneten. Das Spiel entsteht hier durch den Konkurrenzkampf beim aufeinander folgenden Platzieren, in der Hoffnung keinen Kluster nehmen zu müssen. Das ist kurzweilig und macht einfach Spaß.

Wir haben in unseren Runden festgestellt, dass manche Spieler ein besseres Gefühl für die Magneten und deren Eigenschaften haben, als andere. Wenn ein Spieler häufig Kluster erzeugt, hat der nachfolgende Spieler regelmäßig das Glück ein freie Fläche vorzufinden und entspannt platzieren zu können. Das führt dann schlicht aufgrund der Sitzordnung vielleicht zu etwas unausgeglichenen Partien.

Es beginnt recht unaufgeregt mit dem Platzieren der ersten Steine, für die in der Regel viel Platz vorhanden ist. Die Partie spitzt sich dann mit jedem Stein weiter zu. Dabei sorgt es für besondere Überraschung, wenn es bei wenig Platz dennoch gelingt, seinen Magneten ohne Verbindung abzulegen. Noch mehr kann ein Spieler überraschen, wenn es gelingt sich das natürliche Abstoßen der Magnete zu Nutze zu machen. Immer wenn ein Kluster entfernt wird, werden wieder mehr Optionen verfügbar und es baut sich langsam ein weiterer Spannungsbogen auf.

Kluster – Spannungsmoment / Foto: Brettspielpoesie

Fazit:

Mit wenig Material wurde ein spannendes Spiel kreiert, welches ich gerne spiele. Es trägt alleine sicher keinen ganzen Spieleabend, aber ist als Aufwärmer, Absacker oder Auflockerung zwischendurch bei uns immer gerne gesehen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Boderline Editions
Autor(en):
Paula Henning, Robert Henning
Erscheinungsjahr:
2019
Spieleranzahl:
1 – 4 Spieler
Dauer:
10 – 20 Minuten

Vielen Dank an Nice Game Publishing für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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