Sagani

Sagani – Cover / Foto: Skellig Games

Sagani bezeichnet Naturgeister,
für Feuer, Erde, Luft und Wasser.
Im Spiel legen wir Plättchen aus.
locken die Geister damit heraus.
Pfeile in vier Farben zeigen an,
wie man Harmonie erzeugen kann.
Erst dann werden sie sich zeigen,
zugleich euer Punktestand steigen.
Habt ihr mal zu wenig Scheiben,
wird euch Missklang ereilen.
Wem wird es wohl gelingen,
viele Geister hervor zu bringen,
damit genug Punkte zu erzielen,
um in dieser Partie zu siegen?

Spielmaterial:

Neben einem Spielplan sind 74 Naturgeistplättchen enthalten. Ihre Vorderseite zeigt ein bis vier Pfeile, die Rückseite entsprechend 1, 3, 6 oder 10 Punkte und eine Abbildung des Naturgeists. Die Farbe des Plättchens ist von beiden Seiten zu erkennen. Jedem Spieler stehen ein Spielermarker sowie 24 Holzscheiben zur Verfügung. Zusätzlich sind zehn rote Scheiben und ein Startspielermarker enthalten. Außerdem noch einige Marker, um Minuspunkte festzuhalten. Diese kamen erst spät hinzu und werden daher nicht in der Anleitung aufgeführt.

Spielmechanismus:

Ähnlich wie bei Nova Luna, platzieren die Spieler auch in Sagani quadratische Plättchen, deren Aufgaben sie mit anderen ausliegenden Plättchen erfüllen. Die Plättchenauswahl ist hingegen eine ganz andere, denn in Sagani stehen zu Beginn einer Runde immer fünf Plättchen zur Wahl, von denen reihum jeder eines wählt und direkt platziert.

Sagani – Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Ein neues Plättchen wird in der eigenen Auslage eingereiht, muss mit mindestens einer Kante an bestehende Plättchen angrenzen. Zudem werden so viele Scheiben mittig auf dem Plättchen platziert, wie Pfeile darauf sind. Sobald ein Pfeil erfüllt wurde, weil in dieser Richtung ein farbig passendes Plättchen liegt, wird dieser mit einer Scheibe aus der Mitte überdeckt. Dabei muss das geforderte Plättchen nicht direkt anliegen, Hauptsache es ist in der vorgegebenen Richtung auszumachen. Erst wenn alle Pfeile eines Plättchens erfüllt, also mit Scheiben überdeckt wurden, erhält der Spieler die Punkte und dreht das erfüllte Plättchen um. Die Scheiben kehren in den Vorrat zurück und stehen für weitere Plättchen zur Verfügung. Sollten die Scheiben ausgehen und im selben Zug kommen keine zurück, müssen die fehlenden mit roten Missklangscheiben aufgefüllt werden. Diese bringen zugleich zwei Minuspunkte mit sich, bleiben aber im Vorrat des Spielers.

Sagani – Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Nur der Spieler der das fünfte Plättchen eine Runde nehmen müsste, kann sich stattdessen entscheiden das folgende Plättchen vom Stapel zu wählen. Dieses liegt verdeckt, aber zumindest Farbe und Anzahl Pfeile ist an der Rückseite abzulesen. Wird das fünfte Plättchen einer Runde nicht genutzt, wird es am Spielplanrand abgelegt. Sobald dort vier Plättchen liegen, kommt es zu einem Intermezzo, bei dem die Spieler in aufsteigender Reihenfolge der aktuellen Punktzahlen eines dieser Plättchen wählen dürfen.

Spielende:

Sobald ein Spieler die erforderliche Punktzahl erreicht, wird nur noch die laufende Runde zu Ende gespielt. Im Anschluss daran gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Spieleranzahl:

Zu zweit fühlt sich Sagani planbarer an, als bei mehr Spielern. Pro Runde besteht die Auslage immer aus fünf Plättchen, egal wie viele Spieler dabei sind. Zu zweit bekommt jeder Spieler also zwei oder drei Plättchen pro Runde, die zukünftige Auswahl kann die Entscheidung für ein Plättchens beeinflussen. In Partien mit mehr Spielern fühle ich mich mehr dem Zufall ausgeliefert, da ich nicht so weit voraus planen kann. Das erschwert die Wahl für ein Plättchen.

Durch die Punktevorgabe, die das Spielende auslöst, skaliert Sagani aber grundsätzlich gut. Zu zweit fühlt es sich allerdings etwas flotter an, zu viert kann es sich doch ein wenig ziehen. Zu zweit ist es auch einfacher den Überblick zu behalten, um dem Mitspieler ggf. passende Plättchen vorzuenthalten. Für Solo-Spieler sind gleich zwei Varianten enthalten, um den persönlichen Highscore zu spielen. Dabei gibt es keine Plättchenauslage, es wird einfach immer das folgende Plättchen vom Stapel genutzt.

Glücksfaktor?

Mit jedem gewählten Plättchen wird in Sagani die Auswahl geringer und die Entscheidungsfreiheit kleiner. Das unbekannte, alternative fünfte Plättchen einer Runde kann exakt zur Auslage passen, dann sind das einfache Punkte. Meist sind die Pfeile aber genau verkehrt herum angeordnet, wurde in unseren Runden häufig moniert ;) Die einzige Gewissheit bei der Entscheidung für das nächste Plättchen vom Stapel ist die Anzahl der Scheiben, die dafür erforderlich ist. Hat man sich in eine Situation gespielt, in der die Scheiben langsam ausgehen und es liegen nur hohe Plättchen aus, fühlt man sich ein wenig gespielt. Durch diese festen Richtungsvorgaben empfinde ich Sagani recht glückslastig.

Meinung:

Auch wenn ich versuche jedes Spiel für sich zu beurteilen, so fällt mir dies bei Sagani doch eher schwer. Es ist eben nur ein Jahr nach Nova Luna erschienen und hat einige Gemeinsamkeiten, da bleibt ein Vergleich einfach nicht aus. Optisch gefällt mir Sagani sehr, ich finde es ansprechender als Nova Luna. Und das, obwohl neben demselben Autor auch der Illustrator derselbe war: Lukas Sigmon. Beide Spiele sind recht abstrakte Legespiele, aber Sagani schafft es, besonders auch durch die Illustrationen, eine passende, fiktive Welt herum aufzubauen. Beide sind genau genommen Wettrennen, dieses wird bei Sagani anschaulicher durch die Punkteleiste, auf der die Spieler auf einen bestimmten Punktwert Hinspielen. Doch empfiehlt es sich nicht immer diesen exakt zu erreichen, wenn noch andere Spieler in der Runde folgen, die einen noch überholen können. Dadurch kommt es oft zu einem interessanten Endspurt.

Schon das Vorbereiten einer Partie gestaltet sich etwas schwierig, da für eine zufällige Verteilung der Plättchen nicht zu genau hingeschaut werden darf. Da hätte ein Beutel zum zufälligen Ziehen sicher nicht schaden können. Die Plättchenwahl ist leichter zu erklären, aber zugleich auch unfairer. Während ich bei Nova Luna immer aus bis zu drei Plättchen wähle und über einen längeren Zeitraum absehen kann, was mich erwartet, ist dies bei Sagani zufälliger, die Auswahl mal größer und dann wieder kleiner. Die Aufgaben sind im ersten Moment klarer, neue Spieler können sie leichter verstehen, da sie nur den Pfeilen folgen müssen. Aber besonders die diagonalen Pfeile sind dann häufig doch schwer nachzuverfolgen, schnell vertut man sich beim räumlichen Vorstellungsvermögen im Kopf um eine diagonale Ebene.

Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich das Intermezzo benötige. Es soll abgeschlagenen Spielern den Anschluss erleichtern, doch wer zu wenige Scheiben zur Verfügung hat, für den ist es meist besser dabei zu passen. Einfach um kein zusätzliches Plättchen und damit im schlimmsten Fall auch noch (weitere) Missklangscheiben zu erhalten. Wobei diese Scheiben immerhin den eigenen Scheibenvorrat dauerhaft vergrößern, was wiederum mehr Optionen ermöglicht. Außerdem entstand bei uns nach einem Intermezzo immer die Frage, wer jetzt eigentlich regulär am Zug war. Es fühlt sich jedes Mal etwas störend an, als ob man gerade aus dem aktuellen Spielablauf herausgezogen und später zurück hinein geworfen würde.

Trotz der aufgeführten Kritikpunkte zieht mich Sagani irgendwie in seinen Bann. Vielleicht wäre der Gesamteindruck sogar ein ganz anderer, wenn es das gelungene Nova Luna nicht bereits gäbe. Sagani ist vor allem zu zweit schnell gespielt und ich lasse mich immer wieder gerne herausfordern, auch wenn der Einfluss des Zufalls nicht zu unterschätzen ist. Im direkten Vergleich würde ich Nova Luna allerdings immer vorziehen, da es auf mich einfach eleganter und weniger zufällig wirkt.

Fazit:

Sagani ist ein weiteres gelungenes Spiel von Uwe Rosenberg, bei dem die Spieler mit quadratischen Plättchen “puzzeln”. Es ist ähnlich zum zuvor erschienenen Nova Luna, welches ich im direkten Vergleich bevorzuge, ist aber auch eigenständig genug um daneben bestehen zu können.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Skellig Games
Autor(en): Uwe Rosenberg
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Skellig Games für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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