Bärenpark

Bärenpark Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Der Australier Phil Walker-Harding weiß mich mit seinen Spielen zu begeistern. Ob Sushi Go!, Cacao oder Imhotep – ich mag seine Spiele. Bei Twitter zeigt er regelmäßig Bilder seiner Prototypen und macht seine Anhänger damit heiß auf kommende Spiele. So konnte man seine Arbeit an einem Freizeitparkspiel beobachten. Diese Idee wurde weiter ausgearbeitet und statt in einem Freizeitpark finden wir uns in einem Bärenpark wieder, den wir aufbauen wollen. In diesem Tierpark sind vier verschiedene Bärenarten beheimatet: Pandabären, Gobibären, Eisbären und Koala Bären. Moment mal, Koalas sind doch eigentlich keine Bären!? Sie dürfen mitspielen, obwohl es sich eigentlich um Beuteltiere handelt. Sie überzeugen einfach durch ihre Niedlichkeit und konnten daher nicht weggelassen werden. Die Quittung dafür folgte auf dem Fuße: Spätestens sein Cottage Garden wissen wir, dass sich Tiere und Brettspielproduktionen nur bedingt vertragen. Die Koalas haben bei Bärenpark die Angaben zur Plättchenzahl auf dem allgemeinen Ablageplan durcheinander gebracht. Das kommt eben davon, wenn man sich von den süßen Tierchen ablenken lässt 😀

Spielmaterial:

Ein länglicher Vorratsplan kommt in die Tischmitte und bietet Platz für die unterschiedlich großen Grünanlagen, Tierhäuser mit Werten von 1-7 und Außengehege mit den Werten 6 – 8. Aus bis zu 16 Parkgeländen werden die Parks der Spieler zusammengesetzt, vier dieser Gelände sind mit einem Eingangsbereich versehen und beim Start verfügbar. Hinzu kommen noch 16 Bärenstatuen als Stanzteile und ein interessanter Sortiereinsatz. Dieser drittelt den Spielkarton, das Material passt in Tüten sortiert gut hinein, aber der Sinn dieser Einteilung ergibt sich mir nicht wirklich. Auf dem Vorratsplan hat sich leider ein kleiner Fehler eingeschlichen, denn die Angaben zur Anzahl der einzelnen Plättchen anhand der Spielerzahl ist durcheinander geraten. Der Verlag bietet aber auf seiner Homepage einen Korrektur-Ausdruck an.

Spielmechanismus:

Jeder Spieler erhält ein Geländeteil mit Parkeingang. Auf diesem sind 4×4 also 16 Felder zu sehen, auf denen gepuzzelt werden kann. Das Feld mit der Baugrube darf niemals überpuzzelt werden. Für alle anderen Objekte erhält man beim abdecken weitere Plättchen oder Gelände. Dafür starten alle Spieler mit einer Grünfläche. Für die grüne Schubkarre darf man sich eine verfügbare Grünanlage aussuchen, für den weißen Betonmischer das oberste Tierhaus einer Sorte. Diese liegen absteigend sortiert aus. Wird ein orangefarbener Bagger überbaut, darf der Spieler eines der verfügbaren Außengehege wählen. Diese Elemente sind auch immer abwärtskompatibel, man darf also für alle auch ein Grünflächenplättchen wählen und bei dem Bagger auch nur ein Tiergehege an sich nehmen. Ist das überbaute Element ein Bautruppe, wird der Park mit einem Geländeteil erweitert, welches bündig an den bestehenden Park angrenzend gelegt werden muss. Dabei ist es dem Spieler überlassen, ob er die vier Gelände im Quadrat, in einer geraden Linie oder einer anderen Form anordnet. Es darf bloß kein Geländeteil unterhalb des Eingangs gelegt werden.

Bärenpark Auslage

Auslage / Foto: Brettspielpoesie

In jedem Zug darf nur genau ein Plättchen verbaut werden, auch wenn der Spieler mehrere zur Auswahl hat. Ein Plättchen muss immer an bereits ausliegende angrenzend gelegt werden. Sobald ein Geländeteil komplett bebaut wurde, also neben der Baugrube keine weitere Fläche zu sehen ist, nimmt sich der Spieler die Bärenstatue mit höchstem Wert und platziert diese auf der Baugrube.

Bärenpark Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Nach wenigen Partien empfehle ich, die Aufträge zu nutzen. Sie bringen Bonuspunkte ein, wenn man seine Plättchen in vorgegebener Art und Weise platziert oder eine bestimmte Anzahl von Plättchen platziert hat. Jeden Auftrag gibt es drei Mal mit unterschiedlicher Punktzahl. Nur wer den Auftrag zuerst erfüllt, erhält das Auftragsplättchen mit dem höchsten Wert.

Spielende:

Sobald der erste Spieler seinen Park aus vier Geländeteilen vollständig bebaut und somit die vierte Bärenstatue errichtet hat, sind alle anderen Spieler noch genau einmal am Zug bevor die Endwertung ansteht. Dabei zählen die Spieler alle Punkte in ihrem Park zusammen und addieren ggf. Punkte für erreichte Aufträge hinzu. Wer die meisten Punkte einfahren konnte, geht als erfolgreichster Bärenpark-Betreiber als Sieger hervor.

Spieleranzahl:

Zu zweit empfinde ich Bärenpark ein wenig lahm. Zwar werden Puzzleteile, Statuen und auch Aufträge limitiert, aber es entsteht kein wirklicher Wettlauf um punktebringende Plättchen. Zu dritt und vor allem zu viert geht das Spielprinzip jedoch komplett auf.

Glücksfaktor?

Gerade wenn die Auftragsplättchen genutzt werden, sind einige Geländeteile sinnvoller zu verbauen, als andere. Wenn man die beiden oberen gerade nicht gebrauchen kann, sollte man vielleicht warten, bis ein anderer Spieler zuschlägt. Ansonsten ist der Glücksanteil relativ gering. Ich finde aber, dass der Startspieler einen großen Vorteil hat, der durch die verschieden großen Startplättchen nicht wirklich kompensiert wird. Wenn zwei Spieler genau den gleichen Auftrag erfüllen wollen, ist der Startspieler immer einen Zug eher dran und wird, wenn alles perfekt läuft, den wertvolleren Auftrag ergattern.

Fazit:

Puzzle Spiele sind derzeit angesagt. Sie unterscheiden sich dabei teilweise sehr in ihrer Komplexität. Der Autor hat hiermit ein eingängiges Spiel mit einfachen Zugang erschaffen. Ohne die Aufträge finde ich es relativ belanglos, durch die Aufträge wird es spannend. Damit ist es an den Spielern sich begehrte Plättchen zu schnappen, bevor ein anderer dies tut. Während im Spiel ohne Aufträge die Bären-Statuen sehr begehrt sind, versuchen die Spieler nun zunächst die Aufträge zu erfüllen. Meist indem früh weitere Geländeteile errichtet werden, um vor allem an die Außengehege zu gelangen, solange man noch freie Auswahl hat. Oft schaffen die Spieler es in der gleichen Runde ihren Park zu vollenden, aber es ist auch möglich sich komplett zu verplanen und am Ende keine Aussicht mehr auf Vollkommenheit zu haben. Vor allem wenn die Mitspieler zum Ende hin bestimmte Plättchen ausschließlich aus dem Grund nehmen, um sie anderen vorzuenthalten. Ein wenig Rechnerei lohnt sich allemal, denn nicht immer ist es lukrativ das letzte Auftragsplättchen zu erfüllen, wenn andere Plättchen direkt mehr Punkte einbringen.

Die Plättchen sind aus dicker Pappe und mit niedlichen Abbildungen der Bären versehen. Der einzige kleine Haken ist der Umstand, dass man sich merken muss, welche Objekte man überbaut, um die entsprechenden Belohnungen zu erhalten. Ist das Plättchen erst einmal eingebaut, ist es oft schwierig es wieder zu entfernen, um nachzusehen. Ansonsten passt hier alles gut zusammen, bei einer Partie bleibt es selten. Zumindest mit den Aufträgen – ohne wird bei uns nicht mehr gespielt!

Wertungsnote 4/6

Verlag: Lookout Spiele
Autor(en): Phil Walker-Harding
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 30 – 45 Minuten

Vielen Dank an ASS Altenburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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