BS spielt! 2018

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Vergangenes Wochenende war es wieder so weit: Die Braunschweiger Stadthalle öffnete ihre Tore für die größte Brettspiel-Veranstaltung des Jahres in der Stadt: BS spielt! Letztes Jahr war das größte Ärgernis die Taschenkontrolle und die Durchsetzung des Verbots selbst mitgebrachter Getränke. Leider lies sich das Verbot nicht komplett außer Kraft setzen, aber zumindest konnte die Vereinbarung getroffen werden, dass Rucksäcke an der Garderobe für einen Euro abgegeben werden können. Aus diesen war es jederzeit möglich Essen und Getränke zu verzehren und die Taschen ohne Zusatzkosten zurückzugeben. Dennoch ist es verglichen mit anderen Veranstaltungen dieser Art immer noch ein kleines Ärgernis, denn während einer Partie will man eben nicht ständig aufstehen und zum Eingang gehen, um etwas zu trinken. Dennoch möchte ich die Organisatoren loben, sie haben einen Mittelweg gefunden, der sowohl die Stadthalle mit ihrem Caterer als auch die Spieler halbwegs zufrieden stellt. Aus der Stadthalle zurück in das Jugendzentrum Neustadtmühle zu gehen, würde dieses Problem zwar beheben, aber die Veranstaltung würde dann sicher weniger gut besucht, daher sehe ich dies nicht als Option.

Leider war es uns in diesem Jahr nur möglich den Samstag vor Ort zu sein, aber diesen nutzen wir komplett aus. Wieder waren auch einige Freunde unserem Ruf gefolgt, und auch diese haben wiederum andere Spieler überzeugen können, mit ihren Kindern zu erscheinen. Als wir eintrafen war eine Famile bereits anwesend und es wurde auch schon fleißig gespielt. Wir machten zunächst einen Rundgang, begrüßten weitere bekannte Gesichter, mit denen wir gar nicht gerechnet hatten und nutzten die Chance am Tisch von Lookout Spiele die mitgebrachten Prototypen anzusehen.

Wir spielten eine Partie Patchwork Express (Uwe Rosenberg – Lookout Spiele), dem schnellen Patchwork-Nachfolger. Statt aus 10×10 Feldern besteht die eigene Patchwork-Decke nur noch aus 7×7 Feldern, damit entfällt das entsprechende Bonusplättchen. Der Spielablauf bleibt gleich, nur sind die Puzzle-Teile größer und damit einfacher zu handhaben, vor allem für besonders junge oder ältere Spieler. Es spielt sich flotter, der Name ist also verdient, doch bin ich mir nicht sicher, ob es neben Patchwork einen Platz in unserem Regal verdient hat. Dafür ist es zu wenig anders und das Original ziemlich perfekt. Aber wenn es hilft, andere Zielgruppen für Patchwork zu begeistern, hat sich die Arbeit gelohnt!

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Zu dritt wollten wir dann eine Partie Ganz schön clever! (Wolfgang Warsch – Schmidt Spiele) beginnen, von dem ich zuletzt online auf viele Fotos gestoßen bin und es selbst unbedingt mal spielen wollte. Noch während der Regelerklärung stieß ein vierter Spieler hinzu, was die Rundenzahl auf vier verkürzte. Sechs verschieden farbige Würfel stehen den Spielern zur Verfügung, jede Farbe wird auf andere Art und Weise auf dem Wertungsblatt eingetragen. Übrige Würfel stehen den Mitspielern zur Verfügung. Eingetragene Kreuze oder Zahlen bringen Punkte und manches mal auch besondere Boni ein, sodass ich denke es gibt noch viel zu entdecken und hoffe, dass ich demnächst ausführlich dazu komme diese möglichen Kettenreaktionen auszuprobieren.

Es folgte eine Partie Auf den Spuren von Marco Polo mit der Erweiterung  Die Gefährten von Marco Polo (Simone Luciani, Daniele Tascini – Hans im Glück Verlag), da wir mittlerweile zu fünft waren. Zu dem Spiel möchte ich an dieser Stelle noch gar nicht viel verraten, da ich über den Sieger des Deutschen Spielepreises 2016 und seine Erweiterung demnächst separat berichten möchte.

Nur noch zu viert ging es weiter mit einer Partie Die Quacksalber von Quedlinburg (Wolfgang Warsch – Schmidt Spiele) und damit dem letzten aktuellen Titel des Autoren Wolfgang Warsch, der zuvor noch unbekannt war. Es handelt sich um ein lockers Familienspiel, bei dem Bagbuilding mit einem Push-your-luck-Mechanismus kombiniert wurde. Mit den Zutaten im Beutel werden Tränke gebraut, die zu Siegpunkten führen können und den Kauf weiterer Zutaten ermöglichen. Wenn man sich vor den Knallerbsen in acht nimmt, denn zu viele davon verderben den Trank. Ich liebe es Spielmaterial aus Beuteln zu ziehen, daher fand ich direkt Gefallen. Ich hatte auch viel Glück beim Ziehen aus dem Beutel und konnte die Partie gewinnen. Für unseren Geschmack ist es zu glückslastig, da man zwar Zutaten hinzu kaufen darf, aber die bösen Knallerbsen nicht entsorgen kann. Mit veränderten Funktionen der Zutaten wird für Varianz gesorgt, vielleicht spielt es sich dann auch etwas anders.

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Die einen gingen, andere Spieler trafen ein. Es sollte damit weiter gehen, Spielmaterial aus Beuteln zu fischen, doch leider belegte eine andere Gruppe kurz vor uns den Spieltisch, an dem Altiplano bereit stand. Daher fiel die Wahl auf das ältere, aber immernoch überzeugende Funkenschlag (Friedemann Friese, 2F Spiele). In der Deluxe-Variante mit Nordamerika-Spielplan, lieferten wir uns spannende Autkionen um lukrative Energiekraftwerke und versorgten die Städte, indem wir die geforderten Rohstoffe kauften und einsetzten. Dieses Spiel sollte wirklich häufiger gespielt werden!

Der Abend neigte sich dem Ende zu, ein guter Zeitpunkt für eine kleine Party, genau geommen Sushi Go Party (Phil Walker-Harding – Zoch Verlag). Ich mag Sushi Go sehr gerne, doch konnte ich mich nie mit der Grafik der Zoch-Version anfreunden und griff zum Original. Die Karten enthalten kaum Text, daher stört sich auch niemand meiner Mitspieler daran. Umso mehr hat es mich erfreut, dass Zoch bei der Umsetzung dieser Variante die Original-Grafiken übernommen hat. Aber leider nur zum Teil. Das Spielbrett und die einzelnen Karten sind nun viel unübersichtlicher. Während das Original über Platz für acht Karten verfügt, die von der Punkteleiste umschlossen wird, zeigt die deutsche Version eine schlangenförmige Punkteleiste auf dem Spielplan und Felder am Rand, um die Übersichtskarten dort zu platzieren. Bei Sushi Go Party stehen nämlich viel mehr Karten zur Verfügung, als im Vorgänger, die unter Einhaltung bestimmter Regeln verschieden kombiniert werden können und so in jeder Partie andere Karten zum Einsatz kommen können. Auf den Karten selber steht viel mehr Text als im Original, der meiner Meinung nach einfach nur ablenkt. Der eigentliche Spielablauf bleibt gleich, mittels Drafitng wählen die Spieler reihum eine Karte und spielen diese aus, um am Runden- bzw.  Spielende dafür mit Punkten belohnt zu werden. Nach drei Runden steht der Sieger fest. Ich bleibe lieber beim Original, das reicht mir aus, zu acht spielen wir auch eher selten.

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Den Abschluss machte Krass kariert (Katja Stremmel – Amigo Spiele), ein Stichspiel, mit besonderer Regel zum Einsatz der Karten. Diese dürfen, wie schon bei Bohnanza, nicht sortiert werden. Allerdings dürfen direkt nebeneinander liegende Karten von jedem Ort auf der Hand ausgespielt werden, durch die Lücke können weitere Kartenkombinationen auf der Hand entstehen. Einzelkarten, Zwillinge, Drillinge oder Straßen aus zwei bzw. drei Karten sind das Ziel. Es gibt nicht den einen Gewinner, sondern in jeder Runde nur einen Verlierer, der ein Leben abgeben muss. Leider konnten wir es nicht zu Ende spielen, da sich das Ende der Veranstaltung näherte und wir noch einen Abstecher zu den Verkaufsständen machen wollten. Alles in allem eine rundum gelungene Veranstaltung und 12 Stunden die wahnsinnig schnell verflogen sind.

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