Cacao – Chocolatl

Cacao Chocolatl Cover

Cover / Foto: Abacusspiele

Letztes Jahr gehörte das Plättchen-Legespiel Cacao zu meinen Favoriten für das Spiel des Jahres, schaffte es aber nur auf die Empfehlungsliste. In diesem Jahr gelang es dem Autor Phil Walker-Harding dann mit Imhotep wieder ein großartiges Spiel zu präsentieren und damit unter die drei Nominierten zu kommen. Aber nicht nur daran hat der Autor im vergangenen Jahr gearbeitet, auch die erste große Erweiterung zu Cacao ist nun erschienen, von der man sich in Essen 2015 bereits ein erstes Bild machen konnte. Diese Erweiterung besteht aus vier voneinander unabhängigen, aber frei kombinierbaren Modulen, auf die ich zunächst einzeln eingehen werde.

Landkartenmodul:

Besteht aus einem Landkartentableau und 8 Landkartenplättchen. Beim Anlegen der Landschaftsplättchen hatten die Spieler bisher nur die Wahl aus den beiden offen liegenden Plättchen. Nun werden zwei weitere Karten offen ausgelegt, die man aber nur mit einem Landkartenplättchen erwerben kann, von dem zu Spielbeginn jeder zwei erhält. Dadurch wird der Glücksanteil minimiert.

Bewässerungmodul:

Wasserplättchen sind sehr beliebt, weil man nur mit ihnen den Wasserträger zu den hohen Punktzahlen führen kann. Dieses Modul ersetzt drei Kakao-Plantagen mit drei Bewässerungen. Die Bewässerung bietet die Möglichkeit, mit dem Wasserträger einen Schritt zurück zu gehen und dafür sofort 4 Kakao zu erhalten. Da der Platz für Kakao und Schokolade weiterhin auf fünf begrenzt bleibt, lohnt es sich hier nur ein Arbeiter-Plättchen mit einem Arbeiter anzulegen. Eine kniffelige Entscheidung. Kombiniert mit einem Arbeiter am Wasser, kann dieses durchaus sinnvoll eingesetzt werden. Ansonsten verliert man dadurch viele Punkte, wenn man schon weit voran geschritten ist.

Cacao Chocolatl Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Schokoladenmodul:

Bei einem Spiel, indem es um Kakao geht, liegt es nahe aus diesem Rohstoff auch Schokolade zu produzieren. Dafür bringt diese Erweiterung 3 Schokoladenküchen und 3 Schokoladenmärkte mit. In den Küchen kann aus Kakao-Früchten im eigenen Vorrat Schokolade hergestellt werden. Diese speziellen Märkte ermöglichen den Verkauf von Schokolade für 7 Geld, aber auch Kakao-Verkauf für 3 Geld. Dafür werden die Goldgruben und Märkte mit dem Verkaufspreis von 3 aus dem Spiel genommen und ersetzt.

Hüttenmodul:

Wird mit dem Hüttenmodul gespielt, werden die 12 doppelseitig bedruckten Plättchen zu Spielbeginn aus kurzer Entfernung auf den Tisch fallen gelassen oder direkt ausgewählt. Insgesamt gibt es 14 verschiedene, einige sind doppelt vorhanden, jeder Spieler darf aber von jeder Sorte nur eines erwerben. Die nun oben liegende Seite zählt und ein Spieler darf sich zum Ende eines jeden Zuges entscheiden eine Hütte zu kaufen. Dafür muss er die angegebene Anzahl an Münzen abgeben. Jede Hütte bietet einen speziellen Bonus. Entweder einen Vorteil, der jede Runde zur Anwendung kommen kann oder einen Endbonus für zusätzliche Punkte. Das Geld für den Erwerb ist dabei nicht verloren, sondern wird bei Spielende ebenfalls gezählt. Daher gibt es keinen Nachteil und man sollte den Kauf einer Hütte durchaus in Betracht ziehen, wenn das Geld zur Verfügung steht.

Fazit:

Diese Erweiterung bringt vier tolle Module mit, die das Spielerlebnis von Cacao noch verbessern und ein wenig Tiefe in das Spiel bringen. Man kann alle einzeln verwenden oder beliebig miteinander kombinieren. Für das Spiel zu zweit kommen nicht alle neuen Plättchen zum Einsatz, sondern werden pro Modul sinnvoll aussortiert, sodass weiterhin eine kleine Chance besteht zum Ende des Spiel Plättchen überbauen zu können. Trotz der gleichbleibenden Gesamtzahl an Plättchen verlängert sich die Spielzeit um eine knappe Viertelstunde, da mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen und man die Optionen besser abwägen muss. Die Module kommen je nach der Lage der neuen Plättchen im Nachziehstapel mehr oder weniger zum Tragen.

Das Landkarten-Modul hat sich in unseren Partien erst bei drei oder vier Spielern als sinnvoll erwiesen, bei zwei Spielern fanden wir den Einsatz weniger reizvoll, da der einzelne Spieler jeden zweiten Zug machen darf. Wer das Aufdecken der Plättchen bisher zu glückslastig fand, kann dies nun ein wenig eindämmen. Am Ende übrige Landkarten bringen einem keinen Vorteil, daher sollte man nicht zu geizig mit ihnen sein.

Das Bewässerungs-Modul muss mit viel Bedacht genutzt werden. Neueinsteigern würde ich es zunächst nicht empfehlen. Es gilt genau abzuwägen, wann sich die Nutzung lohnt, da mit dem Wasserträger viele Punkte zu holen sind.

Das Schokoladen-Modul bringt mehr Spieltiefe hinein. Um die wertvolle Schokolade sinnvoll zu nutzen, muss man die Früchte ernten, Schokolade produzieren und kann dann erst verkaufen. Man macht also einen Schritt mehr als beim Verkauf der Kakao-Früchte.

Bei den Hütten haben unsere Partien ergeben, dass manche vorteilhafter sind als andere. Wer nicht im Kopf alle Optionen durchrechnet, kann schnell ein weniger lukratives Plättchen erwischen, was am Ende den Sieg kosten kann. Durch die doppelt bedruckten Seiten kommen immer andere ins Spiel, manchmal liegen einige doppelt aus, manches Mal gibt es jedes nur einmalig. Es ist schön zu sehen, wie nach den ersten Einnahmen der Run auf die Plättchen beginnt. Zum Ende hin versucht man dann nur noch aus dem zur Verfügung stehenden Geld das beste heraus zu holen. Die Abrechnung und Punkteermittlung wird dadurch etwas umfangreicher, hier wäre ein Wertungsblock schön gewesen.

In einigen Punkten hätte ich mir noch klarere Einschränkungen gewünscht. Das man belohnt wird, wenn man die Landkarten nicht einsetzt oder dass für den Erwerb von Hütten auch Geld verloren geht. Dann wären die Entscheidungen noch weitreichender. Insgesamt sind die Module alle interessant und lassen sich gut spielen. Für mich bringt das Grundspiel selber bereits einen großen Wiederspielreiz mit, von der Erweiterung würde ich wohl nur mit der Schokolade regelmäßig spielen und die anderen Module bloß ab und an als Ergänzung hinzunehmen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Abacusspiele
Autor(en): Phil Walker-Harding
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an Abacusspiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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