Spiel des Jahres 2016 – Nominierungen

Seit Montag ist das Urteil der Jury bekannt, die Nominierungs- und Empfehlungslisten für Spiel, Kennerspiel und Kinderspiel des Jahres sind veröffentlicht.

Spiel des Jahres (roter Pöppel)

  • Codenames
  • Karuba
  • Imhotep

Kennerspiel des Jahres (grauer Pöppel)

  • T.I.M.E Stories
  • Pandemic Legacy
  • Isle of Skye

Kinderspiel des Jahres (blauer Pöppel)

  • Leo muss zum Friseur
  • Stone Age Junior
  • Mmm!

Und man hört erstaunlich wenig Beschwerden, die Jury scheint den Geschmack der Brettspiel-Szene im großen und ganzen getroffen zu haben. Oder gab der aktuelle Jahrgang einfach so wenig her und die Entscheidung war eindeutig?

Drei Richtige bei den Nominierungen zum Spiel des Jahres, das gab es bei mir noch nie! Ich habe mich ja bereits festgelegt und bleibe auch bei dieser Entscheidung: Codenames ist für mich das Spiel des Jahres. Einfach weil es in wirklich jeder Runde bei uns gut angekommen ist und immer weitere Partien gefordert wurden. Doch was könnte dagegen sprechen? Die Altersgrenze, diese wurde von der Jury bereits nach unten korrigiert. Andere Spiele des Jahres hatten auch schon höhere Altersgrenzen ab 10 oder sogar ab 12 und ich denke nicht, dass es Spiel des Jahres zwingend auch für jüngere Kinder geeignet sein muss. Nächster möglicher Kritikpunkt: Es funktioniert am besten in großen Gruppen. Dies wird kein Ausschlusskriterium sein, denn auch Colt Express macht erst ab 4 Personen wirklich Spaß und für Camel Up würde ich sogar für noch größere Gruppen empfehlen. Ich fand es letztes Jahr schade, dass wieder ein Spiel gewonnen hat, das große Gruppen für den richtigen Spielspaß erfordert, aber es wird eben das beste Spiel eines Jahrgangs gesucht und nicht anhand der letzten Preisträger entschieden.

Für Karuba und Imhotep könnte sprechen, dass sie tolles Material und nicht nur ein paar Kärtchen mitbringen. Beide haben durch ständige Einbeziehung aller Kontrahenten eine geringe Downtime. Dem Verlag Haba würde ich es gönnen, als Belohnung für ihre tolle neue Serie mit Familienspielen. Aber egal für wen die Jury sich entscheidet, verdient hätten es alle drei Autoren.

Kommen wir zum Kennerspiel des Jahres. Die Nominierung von Pandemic Legacy und T.I.M.E Stories kam für mich etwas überraschend. Nicht, weil es nicht tolle, innovative Spiele sind, sondern weil ich erwartet hätte, dass sie nicht den Kriterien der Jury entsprechen. Sie sind eben auch recht speziell und nicht für jede Gruppe geeignet, vor allem nicht, wenn man eher selten zum Spielen zusammen kommt. Daher kann ich mir auch nicht vorstellen, dass einer der beiden den Titel abräumt, obwohl beide es durchaus verdient hätten. Ich schätze die Jury wird sich eher konservativ für Isle of Skye entscheiden. Das besteht aus bekannten Elementen (Auktionen, Plättchen legen, Mehrheiten werten), ist durch die unterschiedlichen Wertungen sehr variabel und spielt sich immer ein wenig anders als die letzte Partie. Obwohl Isle of Skye bereits vergangenen Sommer erschienen ist, konnte es sich bis heute gegen andere durchsetzen. Wer jetzt vielleicht das Argument „Die gleichen Autoren wie beim letzten Kennerspiel können nicht schon wieder gewinnen“ bringen möchte, dem entgegne ich wieder, dass das beste Spiel dieses Jahrgangs gesucht wird. Wenn wir mal etwas weiter in die Vergangenheit schauen, gab es zwei Autoren denen es beim roten Pöppel tatsächlich gelungen ist, den Titel zu verteidigen. Vielleicht überrascht die Jury mich aber auch erneut und belohnt eines der beiden innovativen Spielerlebnisse, bei dem sich die Spiele mit und durch die Spielenden entwickeln. Entweder Pandemie, das sich in der normalen Koop-Variante 2009 gegen Dominion geschlagen geben musste, in der neuartigen Legacy-Variante. Oder das einmalige Spielerlebnis, die analoge Variante eines Adventure-Games bei dem man des Rätsels Lösung gemeinsam auf die Schliche kommen muss, möglicherweise in mehreren Anläufen. Egal welches Spiel der Dreien das Rennen macht, es wären alles würdige Preisträger.

Die Bewertung der Kinderspiele überlasse ich anderen, die sich damit auch wirklich auskennen. Frei nach dem Motto „Sicheres Auftreten bei vollkommener Ahnungslosigkeit“ ist es mir immerhin gelungen, zwei Nominierte vorherzusagen 😀

Ich finde nicht, dass es sich um einen schwachen Jahrgang handelt. Der Jahrgang hat viel neuartiges hervor gebracht und das wurde von der Jury mit den Nominierungen belohnt. Nun können wir noch einige Woche spekulieren und diskutieren, bis die Sieger feststehen.

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