Spielerisch zum Tag der Deutschen Einheit

Brettgeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Viele von euch hatten heute sicherlich frei, Anlass für diesen Tag der deutschen Einheit, den einzigen nationalen Feiertag nach Bundesrecht, war die offizielle Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands im Jahre 1990. Diese Brettgeschichte soll nun aber nicht in eine Geschichtsstunde ausarten, stattdessen möchte ich ein thematisch passendes Spiel vorstellen, genauer gesagt dessen Erweiterung. Im Jahre 2014 veröffentlichte Histogame das Spiel Wir sind das Volk! von den Autoren Peer Sylvester und Richard Sivél. In diesem Spiel geht es für zwei Spieler um die vier Dekaden der deutschen Teilung, einer spielt die Bundesrepublik, der andere die Deutsche Demokratische Republik. Am Ende kann nur eine der beiden Nationen gewinnen. Für dieses Spiel wurde im vergangenen Jahr eine Erweiterung präsentiert, die trägt den Untertitel 2+2. Und genau diese möchte ich heute, passend zum aktuellen Feiertag, etwas näher vorstellen.

2+2 seht für die mögliche Spielerzahl, statt genau zwei Spielern sind nun auch Partien für genau vier Spieler möglich. Doch wie soll das gehen, bei nur zwei deutschen Nationen? Der Fokus geht etwas hinaus, statt des innerdeutschen Konflikts wird nun auch der kalte Krieg weiter im Westen und Osten betrachtet, so kommen die USA und die UDSSR hinzu. Diese beiden Supermächte unterstützen den verbündeten Teil Deutschlands, die USA den Westen und die UDSSR den Osten. Daher führen sie ihre Aktionen auch in diesen Teilen auf dem Spielplan aus. Daneben konkurrieren sie in den Kategorien Wettrüsten, Raumfahrt und globaler Dominanz. Dafür bringt die Erweiterung eine kleine Spielplanerweiterung mit.

WsdV 2+2 Spielplan

Spielplan / Foto: Brettspielpoesie

So klein diese Spielplanerweiterung auch erscheinen mag, so groß sind ihre Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Für die beiden deutschen Spieler gelten die bisherigen Siegbedingungen. Doch steht die zugehörige Supermacht besser als die gegnerische da, gewinnt sie anstelle der Deutschen Nation. Es wird also nicht wirklich in Teams gespielt, jeder Spieler möchte seine Nation gewinnen sehen, benötigt aber die Unterstützung des jeweiligen Teammitglieds.

WsdV 2+2 Spielerreihenfolge

Spielerreihenfolge / Foto: Brettspielpoesie

Den beiden Supermächten steht neben den gewohnten Aktionsmöglichkeiten die Option Wettrüsten zur Verfügung, dafür wird Geld benötigt, weswegen sie auch Kredite aufnehmen können. Welche Kosten gezahlt werden müssen, geben die Wettrüstungskarten vor, je nach Supermacht und Dekade fallen diese anders aus. Es gibt ganz neue Aktionskarten, welche zu Konflikten führen können. Bei einem solchen Konflikt gibt eine gezogene Konfliktkarte die Auswirkungen an. Ebenfalls neu ist der Weltfriedenspool mit sechs Friedenstauben und dem bösen roten Knopf, mit dem der Nuklearkrieg ausgelöst werden kann. Schwarze Karten zeigen negative Ereignisse, wie zum Beispiel die Kubakrise. Durch sie werden Friedenstauben entfernt, sie bringen weitere negative Effekte für beide Seiten mit sich. Das Ereignis möchte eigentlich keiner ausführen, die Aktionspunkte sind aber auch nur wenige und stellen daher oft keine sinnvolle Option dar. Grüne Karten stehen hingegen für positive Ereignisse wie Bündnisse, sie können verloren gegangene Friedenstauben zurück holen. Sollte es dennoch soweit kommen, dass es zum Atomkrieg kommt, endet das Spiel sofort. Unter den nicht verantwortlichen Staaten wird noch ein Sieger ermittelt und zwar der Spieler mit den meisten Friedenssymbolen der neuen Karten. Dies ist zwar recht weit weg von der Realität, da bei solch einem Krieg keine Nation wirklich gewinnen kann, aber Wir sind das Volk! ist und bleibt nun mal ein Brettspiel, welches einen Sieger benötigt.

WsdV 2+2 Spielkarten

Spielkarten / Foto: Brettspielpoesie

Die neuen blauen Karten beziehen sich auf Geschehnisse der Raumfahrt, sie zeigen jeweils rote und gelbe Symbole, es zählt nur die jeweilige Seite des aktiven Spielers. Gespielt wird nicht mehr in Halbdekaden, sondern in drei Subdekaden. So können möglichst viele der neuen Karten ins Spiel gelangen. Zusätzlich gibt es ein automatisches Ereignis je Dekade, wodurch die Spielzeit insgesamt nur um ca. 30 Minuten verlängert wird, da ein automatisch abgehandeltes Ereignis schneller abgehandelt werden kann, als ein Spielerereignis. Am Ende einer Dekade werden die ursprünglichen Schritte ausgeführt, es kommen jedoch weitere hinzu. Schafft es eine Supermacht beim Wettrüsten oder der Raumfahrt seinen Marker auf ein Lorbeerkranzsymbol seiner Farbe am äußeren Rand der Leiste zu ziehen, gewinnt diese Supermacht sofort.

WsdV 2+2 Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Vieles ähnelt dem Grundspiel, wer dieses kennt, findet sich schnell zurecht. Doch  die neuen Spielelemente führen zu einem wirklich neuen Spielgefühl. Durch sie wird das Spiel allerdings auch unberechenbarer, das passt zur Thematik, kann aber Spielern missfallen, die den Glücksanteil gerne so gering wie möglich haben wollen.

Dies soll keine Rezension sein, dafür konnte ich das Spiel einfach noch nicht häufig genug spielen. Das liegt keineswegs am Spiel, es benötigt nur mehrere Stunden Spielzeit und genau vier Spieler, was ein häufigeres Spielen bisher leider verhinderte. Dennoch wollte ich diesen Tag nutzen, euch das Spiel näher zu bringen und wenn nun Jemand Interesse bekommt, wird es das Grundspiel und auch die Erweiterung sicherlich auf der Spiel in Essen erwerben können. Wer thematisch dichte Spiele mag und gerne mit mehr als zwei Spielern spielt, sollte hier auf jeden Fall genauer hinsehen. Es lohnt sich, und das nicht nur an einem solchen Tag wie diesem.

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