Spielwarenmesse 2018 – Vorschau Teil 2

Brettgeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

In einer Woche startet die Spielwarenmesse in Nürnberg für dieses Jahr und mittlerweile sickern mehr und mehr Informationen zu den Neuheiten durch, die dort präsentiert werden. Ich schreibe ganz bewusst präsentiert werden, da in der Regel nur die wenigsten Verlage dort bereits fertig produzierte Titel dabei haben. Es geht mehr um die Vorstellung des Programms des ersten Halbjahres. Ich möchte heute erneut ein paar der Titel etwas näher beleuchten. Aber zunächst eine Ergänzung zu letzter Woche. Zum Würfelspiel Nochmal! wird es nicht nur einen weiteren Ersatzblock geben, sondern gleich drei Stück in einer kleinen Schachtel :-)

Kosmos hat natürlich nicht nur neue Exit-Spiele im Gepäck. Nach Game of Thrones Catan kommt bereits ein weiteres, eigenes Spiel in der Catan-Reihe mit dem Untertitel Der Aufstieg der Inka heraus. Sämtliche Wortwitze in Richtung Inka Brand unterlasse ich jetzt mal, gemeint sind natürlich die südamerikanischen Ureinwohner, welche den Tauschhandel mit Fisch, Koka und Federn bereichern und mit dem Aufstieg und Untergang der Kulturen ein völlig neues Spielelement im Catan-Universum einbringen.

Außerdem soll das erfolgreiche 2-Personen-Spiel Lost Cities zu einer Serie ausgebaut werden. Neben einer Neuauflage des Duell-Spiel mit einer zusätzlichen Expedition, soll ein Brettspiel und ein Mitbringspiel erscheinen. Das finde ich ganz spannend, erinnert es mich an einen Instagram-Kommentar. Jemand postete dort ein Bild und erfreute sich daran die abgebildeten Spiel des Jahres-Gewinner in seiner Sammlung zu haben. Darunter sah ich ein Lost Cities-Brettspiel, welches für den amerikanischen Markt bereits 2008 erschien. Meine Verwunderung gab ich als Kommentar unter dem Bild bekannt und wurde aufgeklärt: Da Keltis, das Spiel des Jahres 2008, in den USA schwer zu bekommen sei, habe man dieses Brettspiel als Alternative in der Sammlung. Es enthält nämlich eine Keltis-Variante. Das Basisspiel unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten: Während es bei Keltis nur bei Spielende zu einer Wertung kommt, wird Lost Cities Das Brettspiel in drei Runden gespielt, die jeweils mit einer Wertung enden. Auch die Wertung selbst unterschiedet sich. Während in Keltis Karten auf- oder absteigend gelegt werden dürfen, was den Glücksfaktor eindämmt, schreibt Lost Cities – Das Brettspiel eine aufsteigende Reihenfolge vor. So zumindest die Regeln der bisherigen Ausgaben. Durch zusätzliches Material kann Lost Cities – Das Brettspiel mit den Keltis-Regeln gespielt werden, umgekehrt funktioniert es nicht. Nun könnte man davon ausgehen, dass das Lost Cities to Go einfach eine Neuauflage des Keltis-Mitbringspiels sei, doch enthält es laut Beschreibung mehr Material, nicht nur mehr Plättchen, sondern auch mehr Zusatzmaterial. Es bleibt also spannend, was uns bei Kosmos genau erwartet.

Wenn wir schon bei Neuauflagen sind, kommen wir doch zu Amigo Spiele. Dort wird seit einigen Jahren die Bohnanza-Reihe neu aufgelegt. In Essen gab es erst die Neuauflage zu Ladybohn, da kommt jetzt Marco Bohno um die Ecke. Von dem hatte man zuvor nichts gehört. Doch wer genauer hinschaut, kann erkennen dass es sich vom Grundprinzip um Bohnröschen handelt, welches 2007 erschien. Durch etwas angepasstes Material ist es nun für 1-7 Spieler, muss dafür mit Bohnanza oder Ladybohn gespielt werden. Besonders auf die 2-Spieler-Variante bin ich gespannt, da diese nun in enger Konkurrenz zu Bohnanza – Das Duell steht. Gerade erst wurde ich von einer Freundin zu guten 2-Spieler-Versionen von Bohnanza gefragt, da ihre Tochter dies gerne zu zweit spielen und dafür ihre Sammlung erweitern möchte.

Pegasus hat auch bereits einen großen Teil seines Jahresprogramms bekannt gegeben. Zum einen wird die Zusammenarbeit mit Forsted Games verstärkt, ausgewählte Titel erscheinen zukünftig auch mit Pegasus-Logo und -Rahmen. Dazu gehören die Essen-Titel Ausgespielt und 13 Tage, bereits angekündigt wurde ebenfalls der Nachfolger zu letzterem: 13 Minuten. 13 Karten für ein Spiel, welches in 13 Minuten gespielt sein soll. Während 13 Tage in drei Runden gespielt wird, sind es bei 13 Minuten nur noch fünf Handkarten, welche dir Herrscher Amerikas und Russlands jeweils verwenden. Zusätzlich bringt Frosted Games im März Hochverrat! – Der Prozess gegen Louis Riel, Juli 1885 heraus, ein weiteres 2-Personenspiel mit historischem Hintergrund. Fünf Tage dauerte der Prozess gegen Louis Riel, den kanadischen Rebellenführer, der in einem unfairen Prozess zu Tode verurteilt wurde. Bei diesem ebenfalls kartengesteuerten Spiel stehen sich die Spieler als Kläger und Angeklagter im Gerichtssaal gegenüber und wollen jeweils den Prozess für ihre Seite gewinnen.

Der Bereich der Funspiele bei Pegasus wird in diesem Jahr von Munchkin beherrscht. Eigentlich müsste ich jetzt vor Freude durch die Gegend hüpfen, doch bin ich skeptisch, da es sich um ein Collectible Card-Game handelt. Zunächst wird es im März drei Starter-Sets geben: Priester-Dieb, Waldläufer-Krieger und Zauberer-Barde. Um es zu viert spielen zu können, werden mindestens zwei der Starter-Sets mit jeweils 40 Karten für beide Charaktere benötigt. Mit nur einem Set kann es lediglich als 2-Spieler-Spiel verwendet werden. Viel mehr Sorge machen mir dabei jedoch die neuen Booster, denn diese enthalten nicht wie bisher die gleichen Karten, sondern jeweils 12 aus über 100 Karten. Das kann ein teurer Spaß für Sammler werden. Hoffentlich kann ich euch nach meinem Besuch in Nürnberg mehr dazu berichten.

Außerdem kommen Freunde des Pummeleinhorns ganz auf ihre Kosten. Nachdem in Essen sowohl bei Pegasus als auch bei Kosmos kleine Kartenspiele mit dem beliebten Einhorn erschienen sind, geht Pegasus nun mit drei unterschiedlichen Spielen an den Start. Pummeleinhorn – Mampf Mampf  wird direkt vom Verlag als Mau Mau Variante angepriesen, doch auch bei den anderen beiden Pummeleinhorn-Spielen reicht ein Blick auf die Autoren um zu erahnen, was sich dahinter verbirgt. Seiji Kanai ist durch Love Letter bekannt geworden und Pummeleinhorn – Der Superkeks wäre nicht die erste Variante des erfolgreichen Mikrospiels. Ted Alspach ist der Erfinder der Werwolf-Spiele und wenn ich sehe, dass Pummeleinhorn – Die fiesen Keksdiebe ein Spiel für 6 – 24 Spieler sein soll, wird es doch in die gleiche Kerbe schlagen. Die ersten beiden sollen im Mai erscheinen, das letztere in zweiten Halbjahr 2018.

Das soll für heute erst einmal reichen, einen weiteren Ausblick erhaltet ihr kommende Woche, bevor es für mich nach Nürnberg geht, um noch mehr Informationen und hoffentlich auch Bilder zu erlangen und für euch mitzubringen.

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.