Carcassonne Goldrausch

Carcassonne Goldrausch

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Das zweite Spiel der Reihe „Carcassonne Around the World“, bei der das Spiel Carcassonne in andere Welten befördert wird,  versetzt die Spieler in den Wilden Westen. Als Cowboys und Goldgräber wird die Landschaft zusammengelegt und nach Gold geschürft um an Siegpunkte zu gelangen.

Spielmaterial:

Als Spielmaterial findet man 72 quadratische Landschaftskarten, 63 runde Schürfplättchen mit abgebildeten Goldnuggets oder Steinen sowie eine Wertungstafel vor. Zudem Cowboy-Meeple aus Holz in 5 Farben und ein Goldgräberzelt, ebenfalls aus Holz, in jeder Farbe. Nun kann das bekannte Legespiel in neuem Gewand beginnen.

Spielmechanismus:

Wie beim Original ziehen die Mitspieler abwechselnd je eine verdeckte Landschaftskarte aus dem Vorrat. Der Spieler betrachtet das Plättchen und legt es passend an. Dann hat er drei Möglichkeiten: Er kann einen seiner vier Cowboys auf einen Abschnitt der Karte platzieren, sein Goldgräberzelt (ver-)setzen oder nach Gold schürfen. Der Cowboy kann als Eisenbahner auf ein Eisenbahngleis, als Goldgräber auf einen Berg oder als Händler in eine Stadt gestellt sowie als Farmer auf die Prärie (Wiese) gelegt werden. Dabei darf er seinen Meeple jedoch nicht in Gebiete setzen, in denen bereits ein gegnerischer Meeple steht. Es ist jedoch möglich mehrere einzelne Gebietsteile zusammenzuführen, sodass ein vollendetes Gebiet später von mehreren Meeples besetzt sein kann. Diese Aktion verschafft dem Spieler unterschiedliche Vorteile, die am Schluss des Zuges gewertet werden, falls die angelegte Landschaftskarte das Gebiet vollendet. Jede Landschaftskarte, die ein Eisenbahngleis zeigt, zählt einen Punkt bzw. das Doppelte, wenn sich genau eine Lok auf der Eisenbahnstrecke befindet. Goldgräber erhalten für jedes Goldnuggetsymbol einen Punkt und die noch vorhandenen Schürfplättchen, sobald der Berg fertiggestellt wird. Die Händler werden gewertet, sobald alle an seine Stadt angeschlossenen Eisenbahnstrecken fertiggestellt sind, und zwar mit drei Punkten pro Strecke. Die Meeple gehen zurück in den Vorrat des Spielers. Die Farmer werden hingegen erst am Spielende gewertet und bleiben bis dahin liegen. Die Goldnuggets sind, im Vergleich zum Ur-Carcassonnne, als neues Element hinzugekommen. Solange Berge nicht vervollständigt sind, kann jeder Spieler sein Goldgräberzelt auf eine noch nicht belegte Landschaftskarte setzen (auch auf eine schon länger Ausliegende) und ab der nächsten Runde dort Gold schürfen. So kann es passieren, dass ein Spieler einen Berg vollendet, in dem kaum noch Schürfplättchen liegen. Wenn man sich entscheidet nach Gold zu schürfen, nimmt man einfach ein Schürfplättchen von einem Teil des gesamten Bergabschnitts und legt es verdeckt vor sich ab. Der Spieler darf es sich anschauen, die Wertung dafür erfolgt jedoch erst am Spielende.

Carcassonne Goldrausch Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet, wenn die letzte Landschaftskarte gelegt und der dafür verantwortliche Spieler seine Runde beendet hat. Nun werden alle Schürfplättchen von nicht abgeschlossenen Bergen ungewertet in die Schachtel zurückgelegt. Dann bestimmt man die Wertungen für alle Meeple auf dem Spielfeld und hält diese auf der Wertungstafel fest. Die Punkte werden genauso gewertet, wie beim Vollenden der Gebiete mit der Ausnahme, dass Loks auf den Eisenbahnstrecken nun keine Bedeutung mehr haben. Für die Wertung der Farmer werden die Indianerlager und Pferdeherden auf den Wiesen gezählt und mit je 2 bzw. 4 Punkten gewertet. Zu guter Letzt zählt jeder seine Goldnuggets auf den Schürfplättchen zusammen. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Erweiterung:

Mittlerweile hat es sich etabliert, das der Hans im Glück Verlag zeitnah eine Mini-Erweiterung zu seinen neuen Carcassonne-Varianten anbietet. Zu Goldrausch wird „Der Sheriff“ angeboten. Diese Erweiterung besteht aus sechs neuen Landschaftskarten mit einem Sheriff-Stern und einem goldfarbenem Sheriff-Meeple. Zieht ein Spieler solch eine Karte, muss er den Sheriff auf einen offenen Bergabschnitt stellen. Befindet sich dort ein Goldgräberzelt eines Mitspielers ,darf man aus dessen Schürfplättchen eines auswählen, das zurück in die Schachtel wandert. Außerdem ist das Schürfen in diesem Berg nicht erlaubt, solange der Sheriff dort verweilt. Auf zwei dieser Karten sind zudem Friedhöfe abgebildet, die ähnlich den Klöstern im Original gewertet werden. Man bekommt 9 Siegpunkte, wenn die acht Felder um den Friedhof herum mit passenden Landschaftskarten belegt sind und zusätzlich drei Punkte je Stadt auf diesen acht Feldern.

Spieleranzahl:

Diese Carcassonne-Variante kann mit bis zu fünf Spielern gespielt werden. Das Spiel zu zweit läuft sehr flüssig, allerdings ist es taktischer als die Variante mit mehreren Gegnern, da man in jedem zweiten Zug eine Landschaftskarte legen darf. Durch die Goldgräberzelte und die Schürfplättchen kommt in dieser Version jedoch eine schöne, interaktive Komponente sowie die erschwerte Einschätzung der Punkte der Gegner hinzu. Denn die Schürfplättchen, die jeweils den Wert von 0-5 Punkten haben können, leisten am Ende einen großen Beitrag zur Gesamtpunktzahl.

Glücksfaktor:

Grundsätzlich kann man sagen, je mehr Spieler, desto höher der Glücksanteil. Die Wahrscheinlichkeit benötigte Karten zu erhalten sinkt, wenn sich alle Karten auf mehr Mitspieler verteilen. Zudem werden mehr Karten angelegt, bis ein Spieler wieder zum eigenen Zug kommt. In der Zwischenzeit kann eine überlegte Taktik schon obsolet sein, wenn diese durch andere Karten verbaut wurde.

Fazit:

Ein Muss für jeden Carcassonne-Fan, aber auch für Neueinsteiger geeignet, da es eben keine Erweiterung sondern eine neue Variante des Klassikers ist. Wie ich finde ein sehr gelungene Variante mit neuen Möglichkeiten an Siegpunkte zu gelangen. Daher volle Punktzahl!

Wertungsnote 6/6

Verlag: Hans im Glück Verlag
Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Erscheinungsjahr: 2014
Spieleranzahl: 2-5
Dauer: 35 Minuten

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