Carcassonne Safari

Carcassonnne Safari Cover

Cover / Foto: Biss PR

Viel zu lange habe ich hier nicht mehr über Carcassonne geschrieben, da wird es doch höchste Zeit dies wieder einmal zu tun. Der letzte Beitrag war zur zehnten Erweiterung Manege frei!, bei der es unter anderem zum Einsatz von Tierplättchen kam. Und um Tierplättchen geht es auch heute, beim vierten und damit neuesten Teil der Around the World-Reihe. Diese Serie brachte die Carcassonne-Spieler schon an die Südsee, bevor es zum Goldrausch in den Wilden Westen ging. Zuletzt wurde der Amazonas als Thema gewählt, doch konnte das Spiel uns leider nicht vollends überzeugen. Der namensgebende Fluss wird dabei ausgelegt und fließt nur in eine Richtung, was den Spielaufbau sehr in die Länge zieht und einen großen Platzbedarf erzeugt. Auch dabei waren schon Tiere mit von der Partie, solche finden wir nun auch in Safari vor.

Spielmaterial:

In gewohnter Weise gibt es auch bei diesem Standalone-Spiel im Carcassonne-Universum jede Menge quadratischer Plättchen, 72 an der Zahl. Eine genaue Auflistung aller möglichen Abbildungen befindet sich am Ende der Anleitung. Das Startplättchen ist in dieser Variante gleich drei Plättchen lang. Zusätzlich sind in den fünf Spielerfarben jeweils sechs kleine Meeple enthalten. Diese sind kleiner als die gewohnten Carcassonne-Meeple, um möglichst wenig von den vielen Symbolen auf Plättchen zu bedecken. Auch eine Punkteleiste ist dabei, zum Abtragen der Punkte gibt es besondere Elefanten-Meeple. Zudem sind aus Holz zwei weiße Rangerfahrzeuge enthalten und 50 Tierplättchen, die jeweils ein Viertel eines runden Wasserlochs darstellen und daher auch als Wasserlochteil bezeichnet werden. Fünf unterschiedliche Tierarten sind auf den Landschafts- bzw. Tierplättchen zu entdecken: Löwe, Elefant, Affe, Giraffe und Zebra.

Carcassonne Safari Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Wie gewöhnlich ziehen die Spieler reihum ein neues Plättchen und legen dieses an die bestehende Landschaft passend an. Die Meeple können wie gewohnt auf eine freies Gebiet gestellt werden, entweder in einen Busch, auf einen Tierpfad oder zu einem Affenbrotbaum. Gewertet werden diese Elemente erst, wenn das Gebiet vollständig abgeschlossen wurde. Der Baum verhält sich ähnlich einem Kloster, er benötigt acht Plättchen um sich herum. Bei einer Straße oder einem Dschungel kommt es bei der Wertung nicht wie sonst auf die Anzahl der Plättchen an, sondern auf die Tierarten. Es gibt fünf verschiedene, die Wertungsskala auf der Punkteleiste gibt den Wert entsprechend der Anzahl unterschiedlicher Arten an. Vögel bringen jeweils einen zusätzlichen Punkt. Um den Wert zu erhöhen, kann ein Tierplättchen einer fehlenden Tierart zusätzlich abgegeben werden. Jeder Spieler beginnt mit zwei solcher Plättchen, weitere können durch die Affenbrotbäume hinzukommen. Dort gibt es zwei dieser Plättchen, wenn ein Meeple auf einem solchen Baum eingesetzt wird und noch einmal zwei, wenn das Gebiet um ihn herum abgeschlossen wurde. Dafür erhält man dabei keine direkten Punkte.

Carcassonne Safari Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Tierplättchen können auch noch auf andere Art und Weise eingesetzt werden, und zwar um ein Wasserloch zu beginnen oder zu erweitern. Mit dem ersten Tier wird ein Meeple eingesetzt und es gibt drei Punkte, jedes weitere Plättchen gibt dem Spieler, der es einsetzt jeweils einen Punkt mehr. Bei der Fertigstellung gibt es somit sechs Punkte für das letzte Tier und der Meeple kommt zu seinem Besitzer zurück, wofür dieser ebenfalls Punkte erhält. Und dann sind da ja noch die Rangerfahrzeuge. Wer ein Plättchen dort anlegt, wo eins steht, erhält dafür direkt drei Punkte und darf das Fahrzeug zu einem neuen Platz bewegen. Idealerweise dort, wo er selbst als nächstes anlegen möchte. Auch wenn ein Spieler keine andere Aktion ausführt, also keinen Meeple einsetzt und kein Wasserloch eröffnet oder erweitert, darf er ein Rangerfahrzeug versetzen. Dafür erhält man zwar keine Punkte, kann den neuen Platz aber für sich selbst passend wählen.

Spielende:

Das Spielende bleibt unverändert zum bekannten Grundspiel: Eine Partie endet mit dem Platzieren des letzten Plättchens. Dann gibt es noch Punkte für nicht abgeschlossene Gebiete und in diesem Fall sogar für nicht eingesetzte Tierplättchen. Bei den nicht abgeschlossenen Gebieten kommt nicht mehr die Wertungsskala zum Einsatz, jedes Tier zählt einfach einen Punkt.

Spieleranzahl:

Auch hier gibt es kaum Veränderungen zum Grundspiel.

Glücksfaktor?

Durch die Tierplättchen, die zufällig gezogen werden, kommt ein höher Zufallsfaktor ins Spiel, da man bei der Gebietswertung oder den Wasserlöchern nicht immer jede Tierart gebrauchen kann. Und auch durch die abgebildeten Tiere in den Gebieten erhöhen den Glücksanteil, denn nun benötigt man nicht nur passende Teile zum Erweitern, sondern auch möglichst viele verschiedene Tierarten und Vögel für mehr Punkte in einem Gebiet. Das eröffnet aber auch neue Möglichkeiten: So kann man das Gebiet eines Mitspielers problemlos erweitern, wenn diese Tierart schon vorhanden ist. Das kann sich lohnen, wenn man dadurch das Rangerfahrzeug bewegen darf, was ja direkt mit Punkten belohnt wird.

Fazit:

Es ist ein neues Spiel im Carcassonne-Universum und reiht sich gut in die „Around the World“-Serie ein. Es gefällt mir spielerisch besser als das zuvor erschienene Carcassonne Amazonas, welches auch Tiere enthält. Doch die Wertungen dieser Elemente unterscheiden sich schon deutlich. Carcassonne Safari kommt für meinen Geschmack jedoch nicht an Südsee heran, mit dem Klaus-Jürgen Wrede und Hans im Glück wirklich ein besonderes Spielvergnügen gezaubert haben, weil es sich wirklich stark vom Grundspiel abhebt. Hier gibt es zwar auch Änderungen bei der Wertung, doch es fühlt sich insgesamt sehr bekannt an.

Das Cover finde ich wunderschön, allerdings wurde in unseren Spielrunden bemängelt, dass auf dem Cover eine Löwin zu sehen sind, während sich im Spiel nur männliche Vertreter dieser Spezies tummeln. Außerdem durften die Affen auf dem Cover scheinbar nicht dabei sein. Da nur fünf Tierarten im Spiel vertreten sind, wäre es doch schöner gewesen alle auf dem Cover zu präsentieren. Die Tiere auf den Plättchen wirken optisch ein wenig fehl am Platz, sie wurden einfach „draufgeklatscht“. Das hat der Grafiker beim Vorgänger Amazonas besser hinbekommen, die Tiere in die Landschaften zu integrieren, sodass sie nicht als Störfaktor empfunden werden.

Mit den Rangerfahrzeugen und den Wasserlöchern gibt es eigentlich immer irgendwie Punkte zu holen. Das ist einerseits fair und entschädigt für das Ziehen unpassender Plättchen, es fühlt sich aber auch ein wenig nach zu viel an, da es nun überall Punkte zu geben scheint. Auch entfällt eine große Gebietswertung, wie sie im Grundspiel mit dem Bauern vorhanden ist. Wer also ein schnelles, zugängliches Carcassonne als Abwechslung zum Grundspiel sucht, der macht mit Carcassonne Safari sicher nichts falsch. Und für Carcassonne-Liebhaber ist dies sicher eh ein „Muss“. :-)

Wertungsnote 4/6

Verlag: Hans im Glück
Autor(en): Klaus-Jürgen Wrede
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Schmidt Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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