Lifestyle

Lifestyle Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Wenn man Nichtspielern von seinem Hobby Brettspiele erzählt, fangen einige Leute oft an, von ihren eigenen Brettspiel-Erlebnissen zu berichten. Doch diese beschränken sich meist auf Monopoly, Risiko oder Das Spiel des Lebens. Spiele, aus einer Zeit, in der es noch nicht üblich war den Autoren der Spielidee beim Namen zu nennen. Und nun habe ich ein aktuelles Spiel vorliegen, welches ebenfalls keinen Autorennamen angibt. Und thematisch erinnerst es direkt an besagtes Spiel des Lebens, denn die Spieler versuchen sich ein erfolgreiches Leben aufzubauen, was man an ihren Statussymbolen zu erkennen vermag. Da kann man nur hoffen, dass das Spiel selbst sich nicht so angestaubt anfühlt, wie es bei dem allseits bekannten Klassiker der Fall ist.

Spielmaterial:

Lifestyle besteht aus 72 Spielkarten, drei großen, schwarzen Würfeln und 25 Plastikchips. Zusätzlich sind fünf Spielerkarten und drei Reihenkarten für die Auslage dabei.

Spielmechanismus:

Die Spieler beginnen nur mit ihrer Spielerkarte, diese teilt die persönliche Auslage in eine Würfelzone und eine Punktezone. Karten in der Punktezone sind sicher, diese bleiben bis zum Spielende bei dem Spieler. Karten aus der Auslage gelangen aber zunächst immer in die Würfelzone. Wer am Zug ist kann sich dazu entscheiden (weitere) Karten seiner Würfelzone hinzuzufügen. Es dürfen alle Karten einer Reihe oder einer Spalte oder eine beliebige Karte genommen werden. Alternativ kann gewürfelt werden, mit dem Ziel die Karten aus der Würfelzone in die Punktezone zu befördern. Jede Karte zeigt wie viele Würfel verwendet werden dürfen und welches Ergebnis mindestens erreicht werden muss. Die Karten wandern jedoch nur dann in die Punktezone, wenn die Bedingungen jeder einzelnen Karte erfüllt werden. Gelingt dies dem Spieler nicht, bleiben alle Karten wo sie sind und in der kommenden Runde wird erneut um sie gewürfelt, als Kompensation gibt es einen Chip. Der Spieler hat auch die Option sich an dieser Stelle von Karten zu trennen, um die Chancen für den kommenden Zug zu verbessern. Die Kartenauslage wird erst dann wieder automatisch aufgefüllt, wenn keine Karten mehr ausliegen. Zu Beginn eines Zuges dürfen die Spieler einen Marker ausgeben, um zwei Karten in die Auslage zu legen und zwar auf die nächsten freien Plätze. Für zwei Chips können alle freien Plätze mit Karten belegt werden.

Lifestyle Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Gewertet werden die Karten anhand ihrer Sorte erst am Spielende, jede Kartenart bringt auf andere Weise Punkte. Bei den Tieren möchte man Sets aus drei verschiedenen Tieren sammeln. Bei den Gebäuden lohnen sich Sets aus unterschiedlichen Häusern und jedes Auto bringt die aufgedruckten Punkte ein. Für die Sportkarten gibt es keine Punkte, aber sie helfen die Würfelergebnisse zu modifizieren. Ohne Sportkarte ist es lediglich erlaubt einen Chip abzugeben, um einen Würfel erneut zu würfeln. Mit den Jobs kann man die Punktzahl für jede Karte einer Sorte oder für jedes Set aus verschiedenen Karten erhöhen, eine Liebe verdoppelt die Punkte einer bestimmten Kategorie sogar.

Lifestyle Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Sobald ein Spieler dran ist und weder in seiner Würfelzone, noch in der Kartenauslage Karten liegen, endet die Partie sofort. Dann kommt es zur großen Endabrechnung anhand der Karten in den Punktezonen der Spieler. Hierfür wäre ein Wertungsblock sehr hilfreich, der leider nicht enthalten ist.

Spieleranzahl:

Leider skaliert dieses Spiel überhaupt nicht, egal mit welcher Spielerzahl werden alle Karten verwendet. Das macht das Spiel zu zweit eher witzlos, zu viele Karten sind dann im Spiel, zu wenig kann beeinflusst werden, welche Karten der Gegenspieler erhält. Mit der maximalen Spielerzahl kann es sich hingegen ein wenig ziehen, haben alle Spieler mehrere Karten vor sich ausliegen und schaffen diese entweder alle zu erwürfeln oder scheitern erst bei den letzten Karten, dauert es teilweise recht lange bis man selber wieder aktiv agieren darf. Natürlich fiebert man ein wenig mit, aber nach einigen Fehlversuchen der Mitspieler kann man sich darüber auch kaum noch freuen. Zudem kann sich zwischen zwei Zügen in der Kartenauslage vieles ändern, der Einfluss bei der Kartanauswahl ist mir dann zu gering.

Glücksfaktor?

Lifestyle ist ein reines Zockerspiel, bei dem man sein Würfelglück gehörig auf die Probe stellt. Man kann ein wenig taktisch agieren, indem man Karten aufnimmt, um sie einem Mitspieler vorzuenthalten oder Karten nach erfolglosen Versuchen einfach ablegt, aber ohne das notwendige Glück, wird man nicht um den Sieg mitspielen können. Die Sportarten sind unabdinglich, sie frühzeitig in die Würfelzone zu bekommen ist leider reine Glückssache, wenn die Karten im Stapel unvorteilhaft verteilt sind.

Fazit:

Ich möchte dieses Spiel so gerne mögen, die Karten und damit die Statussymbole zu erreichen hinterlässt einfach ein gutes Gefühl. Man fühlt sich fast so, als hätte man dies im Leben wirklich erreicht, weil man mit den Würfeln hart darum gekämpft hat. Auch wenn es thematisch recht schwach auf der Brust ist, denn man hätte auch einfach andere Dinge sammeln können, die man sich hart „erarbeiten“ muss, um dieses klischeehafte Thema zu umgehen. Doch das Spiel hat einige Schwächen, die leider meist überwiegen. Zu zweit funktioniert es in meinen Augen überhaupt nicht, dann dauert eine Partie viel zu lange und am Ende haben beide Spieler einen Großteil der Karten einfach unter sich aufgeteilt. Die Karten zu Jobs und vor allem die Verdopplungen durch die Liebe sind ziemlich stark, die Karten zu aktivieren ist dafür auch eine anspruchsvolle Aufgabe. Diese kann mit Sportarten erleichtert werden. Wer solche früh aktiviert bekommt, hat gute Chancen auf den Sieg. Bekommt man zu Beginn jedoch keine davon ab, was mangels ausliegender Karten einfach durch die Spielerreihenfolge passieren kann, sieht es eher schlecht aus.

Es kann frustrieren, wenn man Runde für Runde immer wieder scheitert, doch sich von lukrativen Karten wieder zu trennen ist auch keine einfache Entscheidung. Schließlich würden sie Vorteile oder Punkte verschaffen, wenn man sie denn in die Punktezone bekäme. Durch die ständigen Versuche entgehen einem aber vielleicht andere Karten, die man in diesen erfolglosen Runden stattdessen hätte wählen und ggf. erfüllen können. In einer Partie habe ich alleine mal genau so viele Punkte geholt, wie alle meine Mitspieler zusammen. Ich habe voll und ganz auf Tiere gesetzt, konnte die Tierärztin anwerben und im allerletzten Spielzug gelang es mir auch noch die Liebe für Tiere zu aktivieren. Da hat der glückliche Würfelwurf das gesamte Spiel entschieden. Eine Partie dauert allerdings locker die angegebenen 45 Minuten, im Verhältnis zur Spielzeit ist mir der Glücksfaktor leider zu einflussreich.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): nicht bekannt
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 45 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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