Verflucht!

Verflucht Cover

Cover / Foto: Amigo Spiele

Es ist wie verflucht! In Lord Somersets Herrenhaus wimmelt es nur so vor furchterregenden Kreaturen. Doch ihr müsst unbedingt in dieses Gebäude, unbewaffnet wie ihr seid. Da bleibt nur zu hoffen vor den ersten Begegnungen mit den furcht-einflößenden Monstern ein paar Waffen zu finden, die euch im Kampf unterstützen. Das Ziel ist klar, jedes einzelne Monster besiegen, damit Lord Somerset wieder selbst nach Hause kommen kann und nicht von Geistern, Werwölfen oder kopflosen Reitern überrascht wird. Klingt nach einem interessanten Setting für ein schnelles Kartenspiel? Dann lest weiter was es damit genau auf sich hat.

Spielmaterial:

40 Karten zeigen Monster, noch einmal so viele Karten zeigen Waffen, jeweils mit den Werten von 1 – 40. Fünf Siegelkarten und eine kurze Anleitung sind ebenfalls enthalten.

Spielmechanismus:

Alle Spieler versuchen gemeinsam das Spiel zu besiegen. Dazu zieht jeder Spieler eine Karte, wenn er am Zug ist. Eine Karte mit grüner Zahl, also einer Waffe, darf auf die Hand genommen werden. Es existiert kein Handkartenlimit. Wird eine Karte mit einem Monster, also einem roten Wert gezogen, wird diese sofort offen ausgelegt. Anschließend kann der aktive Spieler Waffen ablegen, um ein oder mehrere Monster zu besiegen. Dafür muss der Wert der Waffe mindestens dem Wert des Monsters entsprechen. Es dürfen auch mehrere Waffen-Karten zusammenaddiert werden, um ein Monster zu beseitigen. Jedoch kann mit jeder Karte bzw. Kartenkombination nur genau ein Monster besiegt werden.

Diese Regel tritt nur außer Kraft, wenn es sich um einen Gruppenangriff handelt. Sobald zwei oder mehr Monster mit aufeinander folgenden Werten ausliegen, greifen diese Monster gemeinsam an. Dann ist es einem Spieler erlaubt, Kartenwerte zu addieren und somit die Monster der Gruppe zu eliminieren. In diesem Spezialfall dürfen sogar alle Spieler eingreifen. Karten verschiedener Spieler dürfen auch dabei jedoch nicht zusammen gelegt werden. Im gesamten Spiel dürfen keine Kartenwerte genannt werden. Man darf hingegen äußern, dass man eine bestimmte Kreatur vertreiben könnte und sich mit den Spielern abstimmen, wer welche Monster besiegt.

Verflucht Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Es kommt auch zu einem Angriff, sobald das sechste Monster in die Auslage gelangt, dann greift sofort das Monster mit höchstem Wert an. Dieses muss der aktive Spieler alleine besiegen. Ist es nicht möglich eine Kreatur zu vertreiben, wird ein Siegel abgegeben und das Monster wieder zu den anderen Karten im Spiel gemischt. Die Anleitung gibt vor die Karten auf dem Tisch auszubreiten, es funktioniert jedoch ebenso, wenn die Karten als Stapel bereit gelegt werden.

Spielende:

Eine Partie kann auf zwei Arten enden: Können die Spieler eine oder mehrere Kreaturen nicht besiegen und sind alle Siegel bereits verbraucht, endet die Partie mit einer Niederlage. Zum Sieg muss die letzte Karte regel-konform aufgedeckt werden können. Dann darf jeder Spieler seine verbleibenden Handkarten einsetzen, um die ausliegenden Kreaturen zu besiegen. Sollten noch Siegel unbenutzt sein, werden damit weitere Kreaturen, begonnen bei denen mit niedrigstem Wer, vertrieben. Die Summe aller anschließend noch ausliegenden Karten zeigen, wie gut sich die Spieler geschlagen haben. Liegt diese bei 0, geht es nicht besser.

Spieleranzahl:

Die Spieleranzahl bestimmt die Anzahl Siegel, welche den Spielern bereit stehen, um Kreaturen zu vertreiben. Umso mehr Spieler, desto mehr Siegel. Das ist gut gewählt, denn umso mehr Spieler, desto schwieriger ist die Koordination der Aufgabe, die vor den Spielern liegt. Wie die meisten kooperativen Spiele kann auch dieses hier solo gespielt werden, für mich ist es dafür jedoch nicht herausfordernd genug.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ist immens. Werden zu Beginn mehr rote als grüne Karten gezogen, kann eine Partie schnell ohne eine echte Chance verloren sein. Auch wenn die Karten gut vermischt werden, kann es passieren, dass ein und dieselbe Karte erneut gezogen wird und einfach nicht besiegt werden kann.

Fazit:

Das Spielprinzip erinnert direkt an The Game vom gleichen Autor, welches in unseren Spielgruppen ziemlich gut ankam. Bei The Game wurde häufig das Artwork mit den Totenköpfen und das fehlende Thema bemängelt. Hier sollen die Kreaturen und Waffen ein Thema suggerieren, in unseren Partien wurden jedoch weiterhin Zahlenkarten abgelegt. Das Thema kam bei uns nicht ansatzweise durch.

Im Idealfall wehrt man jeden Monsterwert mit dem entsprechenden Waffenwert ab, das wird aber kaum so passieren. Stattdessen müssen hier und dort mal zwei Karten zur Abwehr verwendet werden und bei vielen Karten begnügt man sich mit dem geringen Übel von wenigen Werten Abstand. Das Glück ist ein nicht zu verachtender Faktor für den Verlauf einer Partie und das kann manches Mal zu Frust führen.

Die Karten verteilt auszulegen erfordert etwas Platz. Meine erste Partie hatte ich im Zug auf der Rückfahrt von der Spielwarenmesse. Da wurde das schon eher problematisch. Wenn der Platz vorhanden ist, finde ich die Auslage besser als die alternative Verwendung von Kartenstapeln. Es suggeriert mehr Einfluss und trägt zu einem besseren Spielgefühl bei. Nehme ich diese Karte von links oder jede von rechts? Oder ziehe ich diese Karte ganz unten raus? Es wäre die gleiche Entscheidung von welchem Stapel eine Karte gezogen werden soll, doch so wirkt es einflussreicher.

Die Spieler ärgern sich gemeinsam über Monster, vor allem wenn diese in Gruppen angreifen und freuen sich gemeinsam, wenn in mehreren Zügen hintereinander mal nur Waffen hervor kommen. Oder Monster mit exakt passenden Karten vertrieben werden können. Dafür muss das Spiel aber erst einmal in einen Spielfluss kommen. Gelingt dies nicht, bleibt oft nicht viel mehr als Frust, vor allem wenn mehrere Partien hintereinander so verlaufen und man selbst einfach zu wenig Einfluss auf den Spielverlauf hat, weil die Karten in schlechter Reihenfolge erscheinen oder mit einem Sigel zurück gelegte Monster immer wieder hintereinander auftauchen. Daher konnte sich Verflucht! bei uns leider nicht so richtig durchsetzen, es bleibt verflucht und verstaubt hinten im Schrank. Da nehmen wir es doch lieber mit The Game auf.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Steffen Benndorf
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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