Ihr könnt Troll, Halbling, Zwerg oder Elfe sein,
dazu nehmt ihr eine bestimmte Klasse ein.
Ob Krieger, Magier, Druide oder Schurke bestimmt,
was eure Optionen und Fähigkeiten sind.
Was der Bossgegner kann, müsst ihr deduzieren,
werdet dabei vielleicht auch mal verlieren.
Doch bleibt es spannend, alles herauszufinden,
um ihn irgendwann doch zu überwinden.
Für einen Sieg gibt es neue Karten als Belohnung,
und auch ein neuer Gegner, nix mit Erholung!
Spielmaterial:
Auf den Stanzbögen findet man allerlei Pappmarken zur Kennzeichnung verschiedener Statuswerte und Gegenstände. Eine Pappbox liegt bei, um dieses kleinteilige Spielmaterial aufbewahren zu können. In weiteren Pappboxen werden die jeweils vier unterschiedlichen Helden- und Klassendecks aufbewahrt. Auf der Rückseite einer jeden Karte befindet sich ein QR-Code. Wie man es von so manchen Kampagnenspielen kennt, lässt sich viel Spielmaterial von Boss Fighters QR erst im Laufe einer Partie freischalten. Dieses zusätzliche Material ist auf drei weitere Pappboxen in den Farben Bronze, Silber und Gold aufgeteilt, die man nacheinander freispielen kann. Die Schachtel ist mit diesen Pappboxen ideal ausgefüllt, um diese leicht entnehmen zu können, sind praktische Grifflöcher vorgesehen. Den restlichen Platz in der Schachtel nehmen die vier Lebenspunktezähler ein, sie werden vor der ersten Partie mit Plastiknupsies zusammengesteckt.

Zusätzlich muss auf einem Smartphone oder Tablet die zugehörige App installiert sein. Ohne diese lässt sich Boss Fighters QR nicht spielen.
Spielmechanismus:
Jede Person wählt ein Heldendeck und eine Klasse und nimmt die zugehörigen Karten. Die Decks ermöglichen grundsätzlich sehr ähnliche Aktionen, aber unterscheiden sich etwas in der Zusammenstellung und bei speziellen Effekten. Es gibt drei Arten des Angriffs: Nahkampf, Fernkampf und Magie. Zu diesen drei Angriffsarten gibt es auch Verstärkungen, die erst genutzt werden können wenn bereits dieser Angriff ausgeübt wurde – egal von wem. Zusätzlich kann man sich schützen oder heilen und dann gibt es noch weitere Effekte, wie das Nachziehen von Karten oder zusätzliche Aktionen.
In der App wählt man die Gruppe aus (oder legt eine neue an) und den Boss, dem man sich stellen möchte. Die Meisten Bosse sind erst verfügbar, wenn andere Bosse besiegt wurden. Mit der Weiterentwicklung er Helden werden auch die Bosse immer anspruchsvoller.

Zudem bestimmt die Wahl der Klasse und Rasse die Anzahl der Handkarten zu Beginn einer jeden Runde und die Höhe der Lebenspunkte. Eine Runde verläuft in verschiedenen Phasen ab, die alle von der App vorgegeben werden. Zunächst plant der Bossgegner seine Attacken und erhält Schilde, die man erst durchbrechen muss, bevor er Schaden erhalten kann. Die folgende Aktionsphase ist die Phase in der die Helden aktiv werden und abwechselnd drei Aktionen spielen. Für jede Aktion hält man eine Handkarte oder einen Gegenstand mit dem QR-Code über die App. Die App leitet durch die Aktionen, sie hält auch fest wie viele Aktionspunkte man noch zur Verfügung hat. Die App steuert auch die Entwicklung des Bossgegners, denn dieser kann mit ansteigender Rundenzahl oder sinkender Lebenspunkte aggressiver werden.
Es folgt die Phase, in der der Bossgegner Schaden verteilt, wenn sich die Helden nicht ausreichend geschützt haben. Danach werden Statusmarken abgehandelt und die Helden dürfen Karten ablegen, bevor sie neue ziehen.

Spielende:
Eine Partie endet, wenn die Lebenspunkte irgendwo auf 0 fallen mit einem Sieg für die andere Seite. Passiert dies bei den Lebenspunkten des Bosses, gewinnen also die Helden, sie verlieren allerdings, wenn die Lebenspunkte bei nur einem Helden auf 0 fallen.
Wurde der Boss besiegt, so bekommen die Helden neue Karten, von denen jede Person eine ins Deck aufnehmen darf. Vor jedem neuen Bosskampf ist es erlaubt Karten auszutauschen. Man hat auch die Möglichkeit, die Schwierigkeitsstufe des Bossgegners anzupassen.
Spieleranzahl:
Durch die vier verschiedenen Helden und ebenso viele verschiedenen Klassen sind maximal vier Personen möglich, die mit ihrer Sitzposition in der App eingetragen werden. Man kann aber auch gut zu zweit oder dritt spielen. Sogar verschiedene Gruppen sind in der App möglich, dann muss man allerdings entsprechend die Karten sortieren. Für jede Gruppe ist das Durchspielen der gesamten Kampagne vorgesehen und keine losgelösten Partien gegen einzelne Bossgegner.
Bisher sind zehn Bosse dauerhaft verfügbar, zu Weihnachten ist Grummelbart aufgetaucht, mit dem man es bis Ende Januar aufnehmen kann.
Glücksfaktor?
Da man jede Runde zufällig Karten zieht, sind die Handlungsoptionen natürlich etwas zufällig. Das macht aber auch einen gewissen Reiz aus, eben mit dem klarzukommen, was einem aktuell zur Verfügung steht. Wobei es sich auch ungerecht anfühlen kann, wenn die Angriffe, welche die eigenen Karten ermöglichen durch die Schilde schwerer sind.
Es gibt auch Effekte, die es erlauben weitere Karten zu ziehen und diese direkt zu spielen. Damit setzt man auf den Zufall, wobei man natürlich sein Kartendeck kennen und grob einschätzen können sollte, welche Karten noch kommen könnten.
Meinung:
Ich muss gestehen, dass mich an Boss Fighters QR zunächst mehr abgeschreckt, als interessiert hat. Sowohl die App-Unterstützung, als auch das Thema lies mich relativ kalt. Aufgrund der positiven Stimmen nach dem Pegasus Pressetag habe ich dem Spiel dann trotzdem eine Chance gegeben und wurde direkt in einen Bann gezogen. Das Scannen der QR-Codes funktioniert bei uns bisher einwandfrei. Die App nimmt einem die meiste Verwaltung ab, lediglich die Lebenspunkte muss man selber einstellen. Das kann man kritisieren, die Anleitung schreibt aber selbst, dass viel mehr Karten gescannt werden müssten, um dies digital abzuhandeln. Ich hingegen begrüße es, dass es damit und auch mit den Karten selbst und den Statusmarkern noch einiges an haptischem Spielmaterial gibt. Dadurch entsteht eine gelungene Symbiose aus Brett- und App-Spiel. Man benötigt beide Komponenten, bekommt aber durchaus positive Effekte beider Welten.
Das Spiel zu erlernen wird durch die App hervorragend unterstützt. Es gibt einen speziellen Trainingskampf, vor dem man nur wenige Regeln lesen muss und alles weitere beim Spielen erlernt. Durch vier verschiedene Schwierigkeitsgrade kann sich jeder der Herausforderung stellen, der man sich gewachsen fühlt. Durch die Kopplung an die App, ist das Spiel natürlich nur so lange spielbar, wie die App und die darin verfügbaren Bossgegner existieren. Mit dem Weihnachtsboss ist einer nur zeitlich begrenzt verfügbar. Zwar würde ich im Sommer nicht gegen diesen spielen wollen, aber vielleicht in einem späteren Jahr zur Weihnachtszeit.
Ich mag es, herausfinden zu müssen, was die Bossgegner tun und wie man deren Angriffe am besten verhindern kann. Wenn man bestimmte Angriffe ausführt, kann es passieren, dass man direkte Reaktionen zu spüren bekommt. Es hilft herauszufinden, wie der Boss auf welche Angriffe reagiert. Das ist für mich das Besondere an Boss Fighters QR, denn es ist bei jedem Gegner eine spannende Aufgabe. Es kann passieren, dass man mehrere Durchläufe benötigt, um den Boss zu verstehen und sich auf seine Besonderheiten einzustellen. Selbst wenn sein Verhalten bekannt ist, muss man noch einen Weg finden, ihn zu besiegen. Gelingt dies irgendwann, folgt direkt eine Belohnung in Form einer neuen Karte, die man gerne in Aktion erleben möchte. Zudem wartet schon der nächste Bossgegner darauf entdeckt zu werden. Es besteht die Möglichkeit, nach einer Niederlage mehr über den Boss zu erfahren, aber wir versuchen es lieber selbst herauszufinden.
Fazit:
Ohne App lässt sich Boss Fighters QR nicht spielen, aber das Scannen funktioniert einwandfrei und sie nimmt einem die meiste Verwaltungsarbeit ab. So kann man sich voll und ganz darauf konzentrieren, herauszufinden, wie das aktuelle Boss-Monster auf Angriffe reagiert und wie man es besiegen kann. Durch die vier unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen eignet es sich für Einsteiger genauso wie für erfahrene Vielspieler. Nach jedem besiegten Boss gibt es neue Karten und einen neuen Gegner, das erzeugt einen Sog, sodass man eine Partie nach der anderen spielen möchte.

Verlag: Pegasus Spiele
Autor(en): Michael Palm, Lukas Zach
Illustrator(en): Artur Fast, Maximilian Jasionowski, Bartłomiej Kordowski, Timo Mimus
Erscheinungsjahr: 2025
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 40 – 60 Minuten
Vielen Dank an Pegasus Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!