Von #SPIEL zu #SPIEL

Brettgeschichte Logo

Logo / Foto: Brettspielpoesie

Bald ist es wieder so weit und die Internationalen Spieletage Spiel in Essen öffnet ihre Pforten zu über 1.000 Neuheiten auf dem Brettspielmarkt. Unmöglich diese als Einzelperson auch nur annähernd alle zu spielen. Daher wird meist vorselektiert und überlegt, was zu den eigenen Interessen passen könnte. Leider habe ich es im vergangenen Jahr nicht geschafft alle Spiele ausreichend zu spielen, um sie rezensieren zu können. Daher möchte ich heute noch einige Ersteindrücke mit euch teilen, bevor die neue Spielesaison so richtig beginnt und die Neuheitenflut über mich herein bricht.

Bei Pegasus sind zuletzt einige Spiele erschienen, die sich um die Abenteuer der Comic-Helden Asterix & Obelix drehen. Eines davon trägt den Untertitel Mission Zaubertrank, es wurde von Michael Palm und Lukas Zach erdacht. Kooperativ müssen die Spieler in den Rollen der beiden Hauptcharaktere, als Hund Idefix und/oder als Druide Miraculix Aufgaben erfüllen, um massenweise Zaubertrank zu produzieren, bevor die Römer das gallische Dorf erreichen. Zu jedem Charakter gibt es ein individuelles Kartendeck, mit unterschiedlichen Hilfskarten. Die sechs ausliegenden Orte bieten verschiedene Aktionen, alternativ können Hilfskarten gespielt oder Teilaufträge erfüllt werden. Die Spieler haben jede Runde zwei Aktionen zur Verfügung und dürfen sich zuvor beliebig bewegen. Nach jedem Zug werden zwei Unheilmarker gelegt und der spähende Römer versetzt, der irgendwann das Spielende auslöst. Kann der Marker nicht mehr platziert werden, weil alle Plätze dieses Symbols bereits belegt sind, schreitet der Römer noch ein Feld weiter voran und erhöht somit den Druck auf die Spieler. Die Unheilmarker zu entfernen ist eine Option, jedoch fehlt dann eine wertvolle Aktion, um die Aufgaben zu erfüllen. Das führt zu einem familientauglichen Dilemma und kann unerfahrene Spieler an kooperative Spiele heranführen. Es bietet mit den Galliern ein tolles Setting und kann durch die Anzahl der Aufgabenkarten pro Partie im Schwierigkeitsgrad angepasst werden.

Asterix & Obelix Spielsituation

Spielsituation Asterix & Obelix – Mission Zaubertrank/ Foto: Brettspielpoesie

Kurz nach der Messe ist ein weiteres Spiel vom Taiwanischen Verlag Moaideas gemeinsam mit Mini Rails bei uns eingetroffen Doch unterscheidet die beiden Titel ein zentraler Aspekt: Während das Spielmaterial bei Mini Rails völlig sprachneutral ist, enthält Liberatores jede Menge Karten mit englischen Texten. Es ist ein Social Deduction Spiel für mindestens vier Leute, bei drei Spielern wird eine Rolle vollständig simuliert, das würde ich nicht spielen wollen. Unter den Liberatores im alten Rom, die Cäsar stürzen wollen, gibt es normalerweise genau einen Agenten, der Cäsar retten möchte. Daneben muss es mindesten einen Liberalen geben, der für Demokratie kämpft und mindestens einen Konkurrenten, der Cäsars Platz als Diktator selbst einnehmen möchte. Jede dieser Rollen hat eine eigene Siegbedingung, gespielt wird immer sieben Runden, bevor die Rollen enthüllt werden, um herauszufinden wer gewinnt. Leider ist es uns nicht gelungen oft genug vier oder mehr Spieler zusammen und das Spiel auf den Tisch zu bekommen, um uns ein aussagekräftiges Bild von dem Spiel zu machen. Der Einstieg ist aufgrund der Sprachbarriere sehr schwierig, es fällt schwer am Ball zu bleiben. Zudem dauert eine Partie für solch ein Spiel meiner Meinung nach einfach viel zu lange. Wer auf der Suche nach einem sozialen Deduktionsspiel mit längerer Spieldauer ist und für den englische Kartentexte kein Hindernis darstellen, der sollte vielleicht auf der Spiel mal bei diesem Verlag vorbei schauen.

Liberatores Spielmaterial

Spielplan & Rollen in Liberatores / Foto: Brettspielpoesie

Im Vertrieb von Asmodee ist Schreck und Weg, ein Spiel von Adrian Dinu, erschienen bei Strawberry Studios, dem Familienspiel-Label von NSKN. Dabei ist der Titel an der Tagesordnung. In einer großen Auslage liegen Elefanten, Hunde, Katzen und Mäuse in vier Farben aus. Jeder Spieler erhält zufällig eine Farbe und ein Tier und versucht bei Spielende möglichst viele dieser Tiere noch in der Auslage vorzufinden. Der Elefant erschreckt den Hund, dieser die Katze, die wiederum die Maus verjagt, vor der sich der Elefant erschreckt. Man wählt ein Tier aus der Auslage und erschreckt ein anliegendes Tier, welches auf den Ablagestapel kommt. Nun kann das Tier, welches ein anderes erschreckt hat, dessen Platz einnehmen oder stehen bleiben, anschließend werden Lücken durch zusammen schieben geschlossen. Dabei sollten die eigenen Tiere nicht zu auffällig geschützt werden, da sonst die Mitspieler etwas erahnen und gezielt auf solche Tiere gehen können. Das klingt vielleicht erstmal ganz interessant, es spielt sich aber nicht so. Eigentlich sind die besten Optionen recht schnell offensichtlich und dann können Partien unentschieden enden, wobei alle daran Beteiligten gewinnen. Das können auch alle vier Spieler sein, dann hätte man sich die ganze Partie auch schenken können. Die Farben gelb und orange sind nur schwer zu unterscheiden, auch wenn sie zudem mit Symbolen ausgestattet sind, behindert dies den Spielfluss, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen. Es ist mit bis zu acht Personen spielbar, doch wenn jeder nur noch ein Tier oder eine Farbe bekommt, geht leider jeglicher Reiz verloren. Es werden zudem einige Solo-Varianten angeboten, die aufgrund der Erfahrung im Mehrpersonenspiel jedoch nicht angetestet wurden. Schade, denn die Grafik kam bei allen Spielern gut an, doch leider konnte das Spielprinzip nicht überzeugen.

Schreck & Weg Spielsituation

Spielsituation Schreck und Weg / Foto: Brettspielpoesie

Yu-Ca-Tan ist ein schnelles Würfelspiel, erschienen zu Beginn diesen Jahres beim Moses Verlag. Wobei schnell relativ ist, die Anleitung gibt eigentlich keine feste Rundenzahl vor, man soll sich selbst darauf einigen. Ich würde mir an dieser Stelle eindeutigere Vorgaben wünschen. Jeder Spieler würfelt alle 12 Würfel nachdem er eine  noch freie Kategorie angesagt hat. Alle passenden Würfel gelangen dann auf das entsprechende Feld. Es gibt Felder für jede Augenzahl, für jede Farbe, für jedes Symbol und für gerade oder ungerade. Sobald ein Spieler sich entscheidet zu passen, wird jeder Würfel mit dem Wert des Feldes multipliziert, auf dem der Würfel liegt. Für Zahlen wird mit drei multipliziert, bei Farben und Formen mit zwei und bei gerade/ungerade nur noch mit eins. Je geringer die Wahrscheinlichkeit einer Vorgabe ist, desto mehr Punkte können dementsprechend generiert werden. Daher ist die Strategie klar: Zu Beginn auf die hohen Multiplikatoren wetten, später mit weniger Würfeln lieber auf die schwächeren. Es gewinnt, wer die meisten Punkte holen konnte. Dadurch ergibt sich ein Vorteil für den letzten Spieler, da er in seinem letzten Wurf genau ausrechnen kann, wie viel Risiko er eingehen muss, um zu gewinnen. Damit weißt dieses Spiel einen sehr hohen Glücksfaktor auf, ein Zug kann auch schon nach dem ersten Wurf enden, wenn kein Würfel der Ansage entspricht. Bei der Vielzahl an interessanten Würfelspielen, die derzeit auf den Markt kommen, konnte sich Yu-Ca-Tan leider nicht durchsetzen.

Yu-Ca-Tan Spielsituation

Spielsituation Yu-Ca-Tan / Foto: Brettspielpoesie

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