Carpe Diem – Vorher / Nachher (II)

Carpe Diem Cover
Carpe Diem Cover – links: alt, rechts: neu / Foto: Brettspielpoesie

Vor fast zwei Jahren habe ich zwei Versionen von Carpe Diem verglichen, die anhand der Verpackung nur schwer voneinander zu unterscheiden waren. Auch das Material musste genau unter die Lupe genommen werden, um die Anpassungen erkennen zu können. Es war damals vermutlich eine schnelle Reaktion auf die Kritik, der sich der Kennerspiel des Jahres-Anwärter wiederholt stellen musste. Da verwundert es nur wenig, dass keine zweieinhalb Jahre nach der Erstveröffentlichung bereits eine weitere Edition veröffentlicht wurde, die sich optisch allerdings stärker von der Original-Version abhebt. Auf die Unterschiede zur Erstauflage (!) werde ich im Folgenden näher eingehen.

Beginnen wir mit den Bauplättchen. Ein häufig genannter Kritikpunkt waren die schlecht zu unterscheidenden Rückseiten in zwei ähnlichen Grüntönen, die das auseinander Sortieren erschwerten. In der neuen Version sind die Rückseiten nun schwarz und weiß, wodurch sie schnell und eindeutig zu identifizieren sind.

Carpe Diem Stanzteile
Carpe Diem Stanzteile – Obere Reihe: alt, untere Reihe: neu / Foto: Brettspielpoesie

Auch die Abbildungen der Vorderseiten haben sich geändert, wobei die Illustrationen sich grundlegend durchaus ähneln. Die Münzen sehen etwas mehr nach Münzen aus, die Schriftrollen sind besser zu erkennen und das Brot ähnelt nun weniger einer Orange.

Die überarbeiteten Darstellungen der unterschiedlichen Elemente stechen besonders bei den Rahmenteilen hervor. Die angepassten Formen der Aufgaben haben auch in er neuen Version Einzug gefunden, sodass sie sich besser unterscheiden lassen. Zudem ist der Kranz um die Aufgaben herum nun dunkler gestaltet und springt nicht mehr so vordringlich ins Auge. Der falsch platzierte Teich ist ein Feld zur Seite gerutscht, sodass sich keine zwei Teiche mehr kreuzen können.

Carpe Diem Rahmenteile
Carpe Diem Rahmenteile – abwechselnd alt und neu / Foto: Brettspielpoesie

Der große Spielplan zeigt viele Anpassungen, wirkt im Gesamtbild aber doch sehr ähnlich.

Carpe Diem Spielplan Alt
Carpe Diem Spielplan Alt / Foto: Brettspielpoesie

Nicht mehr vorhanden ist der Stern, stattdessen werden die Spielfiguren nun nach links oder recht weiter bewegt, was Pfeile an jedem Feld direkt anzeigen. Ich bleibe dabei, dass ich die alte Bewegungsregel mochte, auch wenn es mathematisch gesehen keinen Unterschied macht.

Carpe Diem Spielplan Neu
Carpe Diem Spielplan Neu / Foto: Brettspielpoesie

Die Spielertableaus mit den Plätzen für die Banderolenplättchen haben sich nur wenig geändert. Die kleinen Grünflächen zwischen den Plätzen fehlen, die abgebildeten Symbole sind nun größer und präsenter. Leider glänzt das gesamte Spielmaterial weiterhin und reflektiert das Licht, was eine gute Sicht nur aus einem bestimmten Winkel ermöglicht.

Carpe Diem Tableuas
Carpe Diem Tableaus – links: neu, recht: alt / Foto: Brettspielpoesie

Auch die dunklen Flächen der Spielerübersichten reflektieren das Licht wieder, dafür sind diese nun beidseitig verwendbar. Wo zuvor nur der Carpe Diem-Schriftzug zu finden war, existiert nun eine Übersicht im Hochkant-Format. Das ist eine hervorragende Lösung, damit sich jeder das Tableau nach eigenem Belieben ausrichten kann. Die Abbildungen sind an die geänderten Illustrationen angepasst.

Carpe Diem Übersichten
Carpe Diem Übersichten / Foto: Brettspielpoesie

Die Spielkarten haben sich ebenfalls nur wenig gewandelt, da gab es in der Erstauflage auch gar nicht viel zu kritisieren. Leider ist eine Anpassung in meinen Augen nicht gelungen. Bei den Wertungskarten lies sich am roten bzw. grünen Hintergrund in der Mitte unterscheiden, ob das Abgebildete abgegeben oder nur im Besitz sein muss. Dies ist nun nur noch an der dünnen gepunkteten Linie zu erkennen, was ich sehr unglücklich und vorher definitiv besser fand.

Carpe Diem Spielkarten
Carpe Diem Spielkarten – obere Reihe: alt, untere Reihe: neu / Foto: Brettspielpoesie

Leider sind auch die Siegpunktkarten geblieben, die recht nervig hin und her getauscht werden, um an Ende die Punkte zusammen zu zählen und zu vergleichen. Sicherlich kann man das als gewollten Heimlichkeitsfaktor verkaufen, mich würde es jedoch nicht stören, wenn ich die Punkte der Mitspieler jederzeit direkt auf dem Spielplan ablesen könnte, wenn dafür das Karten Eintauschen entfällt.

Carpe Diem Nummer 18/5
Carpe Diem Nummer 18/5 / Foto: Brettspielpoesie

Keine Änderung gab es bei den Holzfiguren, diese sind identisch zu denen vorheriger Versionen.

Fazit:

Diese neue Auflage fühlt sich irgendwie wie nix Halbes und nix Ganzes an. Wenn schon so viele kleine Änderungen vorgenommen wurden, warum dann nicht komplett neu gestalten? So ähnelt es der vorherigen Variante sehr und es wird nicht klar, warum es diese überarbeitete Version gibt, wenn man bedenkt dass bereits eine leicht überarbeitete Ausgabe existiert. Vermutlich einfach um in die neue Reihe zu passen und weiterhin im Programm bleiben zu können. Das Cover der neuen Auflage gefällt mir sogar ziemlich gut. Was den Inhalt betrifft, sehe ich allerdings keine Notwendigkeit die alte Version zwingend einzutauschen. Wer aber noch nicht zu den Besitzern von Carpe Diem gehört, der sollte sich durchaus direkt die neue Version zulegen. Und da ich das Spiel an sich sehr mag, kann ich es auch nur empfehlen, sich Carpe Diem unbedingt zuzulegen. Wer noch nicht überzeugt ist, sollte sich meine Rezension dazu unbedingt anschauen.

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