Dominion – Dark Ages

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Lange haben eingefleischte Dominion-Fans auf die Neuauflage diese Erweiterung gewartet, nun ist sie endlich verfügbar. Wer, wie ich, nicht von Anfang an alles rund um Dominion gesammelt, sondern erst später damit begann, hatte es bislang schwer an die Erweiterungen Hinterlands und Dark Ages zu gelangen. Es handelt sich dabei um die letzten Erweiterungen, die vom Hans im Glück-Verlag heraus gegeben wurden. Seit einigen Jahren wurden sie vom neuen Vertrieb für Rio Grande Games in Deutschland immer wieder angekündigt, doch dann zog es der Verlag vor, die aktuellen Erweiterungen zu veröffentlichen. Doch trotz des nicht enden wollenden Ideenreichtums des Autors Donald X. Vaccarino, hat es der Verlag nun geschafft zwischen zwei aktuellen Erweiterungen eine der schon lange vergriffenen herauszubringen.

Spielmaterial:

Dark Ages ist eine große Erweiterung, bestehend aus 500 zusätzlichen Karten. Diese teilen sich wie folgt auf:

  • Aktion (24)
  • Aktion – (Angriff) – Plündern (3)
  • Aktion-Angriff (3)
  • Aktion – Reaktion (2)
  • Geld (1)
  • Punkte (1)
  • Ritter (10) NEU
  • Ruinen (5) NEU
  • Unterschlupf (3) NEU
  • Sonstige Karten, die nicht zum Vorrat gehören (3)

Die Anleitung enthält ergänzende Informationen zu jeder einzelnen Karte sowie Kombinationsvorschläge der Karten mit dem Basisspiel und der Erweiterung Empires. In der Hans im Glück-Version und auch in der englischen Anleitung von Rio Grande Games sind empfohlene Kartensätze für alle bis dato erschienenen Erweiterungen aufgeführt, während die aktuelle Anleitung nur auf die dominion-welt Webseite verweist. Das finde ich sehr schade, denn beim Spielaufbau will ich nicht im Internet nachsehen müssen.

Punkte / Geld

Spielmechanismus:

Das Spielprinzip bleibt grundsätzlich erhalten, daher gehe ich hier nur auf die neuen Kartentypen ein. Zum einen sind da die drei unterschiedlichen Unterschlupfkarten. Sie ersetzen die drei Anwesen, die jeder Spieler üblicherweise zu Beginn einer Partie  neben Kupfer erhält. Nur eine davon, Verfallenes Anwesen, ist eine Punktekarte, allerdings mit Wert 0. Sie müllt solange das Deck zu, bis sie durch den Effekt einer anderen Karte entsorgt wird, gilt aber in allen Belangen als Punktekarte. Bei ihrer Entsorgung darf sofort eine weitere Karte gezogen werden. Auch die Hütte hat keinen besonderen Effekt, sie darf nur entsorgt werden, nachdem eine Punktekarte erworben wurde. Die Totenstadt erlaubt zwei weitere Aktionen auszuspielen und erscheint damit vor allem in der Anfangsphase wertvoller als ein Anwesen.

Unterchlupfkarten / Foto: Brettspielpoesie

Ebenso völlig neu sind die Ruinen, sie sind im Spiel sobald eine Karte mit dem Effekt Plündern im Vorrat enthalten ist. Bei den Ruinen handelt es sich um einen gemischten Kartenstapel, in dem sich bis zu fünf unterschiedliche Ruinen befinden können. Alle Karten werden zunächst gemischt und dann zufällige entsprechend der Spielerzahl bereit gelegt. Wer eine davon nehmen muss, nimmt immer die oberste. Sie sind schwächer als die meisten Königreichkarten, aber sie bringen positive Effekte ein: Ein Geld, einen Kauf, eine Aktion, eine Karte oder das Vorsortieren zweier Karten. Sie sollen das Deck eines Spielers verlangsamen. Autor Donald X. Vaccarino selbst bezeichnete sie als Alternative zu Flüchen, nur interessanter.

Ruinen / Foto: Brettspielpoesie

Die Ritter sind die letzte neue Kartenart in diesem Spiel. Der Stapel der Ritterkarten besteht aus 10 unterschiedlichen Rittern. Sie haben alle die gleiche Basisfähigkeit, dass alle Mitspieler zwei Karten aufdecken und eine entsorgen müssen, die 3-6 Geld kostet, wenn vorhanden. Wird dabei ein Ritter entsorgt, landet der ausgespielte Ritter ebenfalls auf dem Müll. Zusätzlich bietet jede Ritterkarte eine positive Fähigkeit, die den Ausspielenden betrifft. Die einzelnen Ritterkarten haben auch ganz persönliche Namen, männliche genau wie weibliche.

Ritter / Foto: Brettspielpoesie

Außerdem gibt es drei sonstige Karten, die niemals dem Vorrat hinzugefügt werden. Sie gelangen nur durch die Effekte anderer Karten aus dieser Erweiterung ins Spiel. Die Beute entspricht zum Beispiel vom Wert einem Gold, wird bei Verwendung allerdings zurück auf den Stapel gelegt. Sie kann nicht gekauft werden, sondern kommt nur durch Karteneffekte anderer Karten ins Spiel. Die anderen beiden Karten dieser Kategorie ersetzen eine andere Aktionskarte unter bestimmten Umständen.

Eine der vielen Königreichkarten ist auch etwas spezieller, die Ratten. Von diesen sind immer 20 Karten im Spiel. Beim Ausspielen erhält der aktive Spieler eine weitere Karte und eine zusätzliche Aktion. Das klingt zunächst sehr charmant, es muss aber auch immer eine Handkarte entsorgt werden, jedoch keine Ratten. Wird die Karte Ratten durch einen anderen Effekt entsorgt, darf der Spieler eine Karte nachziehen.

Ratten / Foto: Brettspielpoesie

Spielende / Spieleranzahl / Glücksfaktor?

Spielende, Spieleranzahl und Glücksfaktor werden durch diese neuen Karten nicht nennenswert verändert. Bei den gemischten Kartenstapeln könnte man wohl mit einem etwas höheren Glücksfaktor rechnen, weil eben immer andere Karten als nächstes zu erwerben sind.

Fazit:

Ich habe diese Erweiterung erst jetzt mit der Neuauflage kennen lernen dürfen, zuvor bot sich mir nicht die Gelegenheit dazu. Die ursprüngliche Veröffentlichung ist bereits sieben Jahre her, von daher fällt es mir schwer diese Erweiterung richtig einzuschätzen. Seither sind neue Erweiterungen veröffentlicht wurden, die ich zeitlich gesehen vor Dark Ages gespielt habe und die mir alle besser gefallen haben. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob es ähnlich wäre, wenn ich die Erweiterungen in anderer Reihenfolge kennen gelernt hätte.

Gefühlt starten die Spieler langsamer in die Partie, was thematisch zu den dunklen Jahren im Mittelalter passen würde. Natürlich sind Ratten enthalten und diese vermehren sich unaufhörlich, sehr passend. Was für mich thematisch weniger passt, sind die Ruinen, die abgemilderten Flüche, die „nur“ das Deck verlangsamen, aber immer noch positive Auswirkungen mit sich bringen. In Dunkeln Zeiten, wie der Titel dieser Erweiterung suggeriert, erwarte ich keine abmildernden Elemente. Gleiches gilt für die Unterschlupf-Karten, die zwar keine Siegpunkte einbringen, aber zumindest eine davon immerhin zwei Aktionen ermöglicht. Die anderen beiden werden erst beim Entsorgen interessant, darauf liegt auch der Fokus vieler Karteneffekte dieser Erweiterung: Karten zu entsorgen oder sogar den Müll nach Karten zu durchsuchen. Beim Müll durchsuchen fühle ich mich thematisch wieder mittendrin im Mittelalter.

Vergleicht man die aufgelisteten Kartenarten mit denen aktueller Erweiterungen, erkennt man schnell, dass die Erweiterung Dark Ages gar nicht so viele neue Elemente hinzugefügt hat. Es wurde in erster Linie mit dem gearbeitet, was bereits vorhanden war. Durch die Karteneffekte sind lange Kettenzüge möglich, weswegen ich diese Erweiterung nur geübten Dominion-Spielen empfehlen würde, Einsteiger sollten mit leichterer Kost beginnen. Uns ist aufgefallen, dass diese Erweiterung einen sehr schnell durch das eigene Kartendeck bringt, was die Notwendigkeit des Mischens erhöht. Das empfanden wir fast ein wenig störend, da es doch zu häufig vorkam und man das Gefühl hatte, mindestens genauso viel Zeit mit dem Mischen der Karten zu verbringen, wie mit dem Ausspielen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Rio Grande / Vertrieb: ASS Altenburger
Autor(en): Donald X. Vaccarino
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an ASS Altenburger für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.