Kurz & Klein: #mylife / Snowman Dice / Wizard Würfelspiel

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Die Struktur meiner Rezensionen passt irgendwie nicht so richtig gut für die kleinen Karten- und Würfelspiele. Bei denen ist das Material in der Regel recht übersichtlich, viele Würfel oder Karten eben, die Anleitung eher kurz, der Spielablauf übersichtlich. Aus diesem Grund möchte ich mal wieder etwas Neues ausprobieren und euch nun drei Spiele auf andere Art und Weise als gewohnt vorstellen. Ich hoffe, euch gefällt dieser Beitrag und er bietet euch einen guten Einblick in die Spiele sowie meine Meinung dazu. Bei allen drei Spielen handelt es sich um Essen-Neuheiten, zwei sind bei Amigo Spiele erschienen, eines beim lettischen Verlag Brain Games. Auch dazu wird es eine deutsche Version geben.

#mylife

Es gibt so Momente im Leben, da hat sicher jeder schon mal darüber nachgedacht was wäre, wenn…Was wäre, wenn man in der Vergangenheit andere Entscheidungen getroffen hätte? Was wäre, hätte man andere Lebenswege eingeschlagen? Die Amigo-Neuheit #myLife ermöglicht dies nun, zumindest im Spiel. In zehn Runden werden Lebensereignisse ausgespielt, jede Runde entspricht einem Lebensabschnitt von zehn Jahren, die Lebensereignisse sind von 1 – 100 durchnummeriert. Vom sprechen lernen, über die erste große Liebe bis zu dem Punkt, an dem man seinem Lebenstraum folgen möchte, ist alles dabei. Jedes dieser Ereignisse beeinflusst das Leben auf bestimmte Art und Weise, daher geben die Karten vor allem in den ersten Lebensjahren bestimmte Fähigkeiten, als Symbole auf den Karten angegeben: Gesundheit, Wohlstand, Weisheit, Glück,  Liebe, Gelassenheit, aber auch Stress. Denn so ein Umzug oder eine eigene Firma zu gründen, bedeutet eben auch dies.

#mylife Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Karten werden gedraftet, also nach Auswahl einer Karte an den nächsten Spieler weiter gegeben. In jedem Lebensabschnitt können Karten dieses Alters „kostenlos“ ausgespielt werden. Soll eine Karte eines anderen Lebensabschnitts gespielt werden, müssen die geforderten Symbole erfüllt sein. Und zwar bevor dieses Ereignis eintritt, die Karten werden nach Altersstufe aufsteigend ausgelegt. Wenn ich für meinen Schulabschluss lesen können muss, muss ich zuvor lesen gelernt haben. Es gibt auch immer die Möglichkeit Karten ohne die erforderlichen Symbole auszuspielen, dann werden sie aber erst aktiviert, wenn links davon die entsprechenden Symbole ausgelegt werden oder in der zweiten Phase ein Karteneffekt das Aktivieren einer anderen Karte zulässt. Die Symbole zum Ausspielen zu haben, ist zwar schön und gut, Sieger wird aber wer die meisten Sterne als Siegpunkte sammelt. Die bringen manche Karten einfach so mit sich, bei anderen orientiert sich der Erlös an anderen Kartensymbolen.

In jeder Runde wird noch eine Lebensziel mit zusätzlichen Siegpunkten aufgedeckt, welche der Spieler erhält, der am Rundenende eine bestimmte Kombination von Symbolen ausliegen hat. Mit zwei Glückssymbolen kann bei einer Tombola gewonnen werden, zwei Stresssymbole führen zu einem gebrochenen Bein. Bei Gleichstand entscheidet wer von den Beteiligten in der aktuellen Runde die niedrigere Karte gespielt hat. Das fühlt sich merkwürdig an, aber ich hätte auch keine bessere Lösung. Wenn der Spieler die Auszeichnung erhält, der die Symbole früher erzielt, stünde oft schon zu Beginn einer Runde fest, wer das Rennen machen wird.

#mylife Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Zu Gewinnen finde ich bei diesem Spiel gar nicht so wichtig, es lebt von der verspielten Grafik und eben von der Sehnsucht, die in vielen von uns schlummert, für einen kleinen Moment dem Alltag zu entfliehen und ein anderes Leben zu führen. Wer seine Karten einfach nur nach Werten auslegt, wird daran sicher kaum Spaß haben. Runder wird es, wenn die Spieler ihre Lebensgeschichte nacherzählen und vielleicht sogar etwas ausschmücken. Es zieht seinen Reiz auch aus der Situationskomik, die einfach immer wieder entsteht, wie z.B. „Ich habe zwar meine große Liebe noch nicht gefunden, dennoch werde ich mit 23 heiraten“. Es ist viel Glück dabei, auch das Drafting kann einen nicht davor bewahren. Es lohnt nämlich kaum Karten aus dem Spiel zu nehmen, mit denen selber gar nichts angefangen werden kann. Dafür sind zehn auszuspielende  Karten pro Partie einfach zu wenig. Und dennoch finde ich das Spiel schön, es macht einfach immer gute Laune, auch wenn man selber nicht die meisten Punkte einsammelt. Dann wurde trotzdem eine Lebensgeschichte erzählt. Darauf muss man sich jedoch einlassen können, wer sich mit dem großen Zufallsfaktor nicht anfreunden kann, sollte lieber die Finger davon lassen. Auch zu zweit kann #myLife gespielt werden, dafür sind zwei weitere Kartenstapel notwendig, sodass insgesamt vier Stapel gedraftet werden. Das funktioniert erstaunlich gut, dennoch würde ich hierbei mehr Mitspieler bevorzugen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): keine Angabe
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler
Dauer: 30 Minuten


Snowman Dice

Snowman Dice kombiniert ein Würfelspiel mit eine Geschichklichkeitskomponente. Jeder Spieler erhält fünf Würfel, in der Tischmitte wird die Nordpolscheibe platziert, mit einer Hand darf gewürfelt werden. Punkte erhält ein Spieler dafür einen Schneemann korrekt zusammen zu setzen und diesen vor allen anderen an den Nordpol zu schieben. Die Mitspieler können allerdings gewürfelte Schneebälle einsetzen und mit diesen Würfeln versuchen den gegnerischen Schneemann „umzuschnippsen“. Fällt irgendein Würfel auf dem Weg zum Nordpol herunter, muss der gesamte Schneemann erneut gewürfelt und aufgebaut werden. Klingt nach Chaos? Ist es auch!

Snowman Dice Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die Würfel zeigen Kopf, Mittel- und Unterteil der Schneemänner, eine Schneeflocke als Joker sowie einen Schneeball und einen Pfeil. Für einen Schneemann werden die drei Teile in richtiger Reihenfolge aufeinander platziert, Joker können Teile davon ersetzen.  Es darf beliebig oft nachgewürfelt werden. Zeigt ein weiterer Würfel einen Pfeil, darf der Spieler versuchen mit einer Hand seinen Schneemann zum Nordpol zu schieben. Wird diese in einem Stück erreicht, gibt es Punkte. Einen, wenn ein Joker benutzt wurde, zwei wenn ohne Jokerwürfel gebaut wurde. Wer Würfel vom Tisch schnippst muss diese aufheben, die anderen spielen währenddessen weiter.

Snowman Dice Würfel / Foto: Brettspielpoesie

Für mich ist dieses Spiel nicht wirklich geeignet, viel zu schnell geht es am Tisch rund, viel zu ungezielt gelingen meine Schnippversuche. Aber ich mag die Idee hinter dem Spiel, es ist einfach mal was anderes. Und die Verpackung hebt sich von anderen ab, Sie soll selbst einen Schneeball darstellen. Damit ist sie wiederum nur schlecht im Regal zu verstauen ;-) Eine Partie ist im Nu vorüber, da lasse ich mich gerne mal zu einer Partie überreden. Es passt auch einfach so schön zur bevorstehenden Winterzeit. Wie auch schon bei Hexenhaus bin ich mir allerdings nicht sicher, ob ich im Sommer überhaupt Interesse hätte, zu diesem Spiel zu greifen. Vermutlich eher weniger.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Brain Games
Autor(en): Mike Elliott
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 10 Minuten

Vielen Dank an Brain Games für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Wizard Würfelspiel

Wizard sollte hoffentlich jeder von euch kennen, es gehört wohl zu den bekanntesten und beliebtesten Stichspielen auf dem Markt. Sicher sind auch viele Fans gespannt, wie das Würfelspiel dazu wohl sein wird. Enthalten sind sieben Würfel, sie zeigen die vier bekannten Symbole des Vorbilds in den Farben blau, gelb, grün und rot. Dazu gibt es Würfelseiten mit einem W für Wizard und einer Narrenkappe.

Wizard Würfelspiel Würfel / Foto: Brettspielpoesie

Doch was ist nun die Aufgabe im Spiel? Beim Kartenspiel habe ich meine Handkarten zu Beginn einer Runde, anhand derer ich ansagen muss wie viele Stiche ich erzielen werde. Beim Würfelspiel geht es auch um Vorhersagen, allerdings wie viele Würfelseiten ein bestimmtes Symbol zeigen werden. Die Ansage wird auf dem Wertungszettel eingekreist, jeder Wert darf pro Farbe nur ein Mal pro Spiel genutzt werden. Dazu darf bis zu drei Mal gewürfelt werden, zuvor dürfen beliebig viele Würfel zur Seite gelegt werden. Und damit die Mitspieler bei jedem Wurf involviert sind, müssen sie ebenfalls eine (andere) Vorhersage treffen. Damit nicht immer die gleiche Farbe angesagt wird, wechselt der aktive Spieler nur, wenn eine andere Farbe genannt wird. Die Wizards sind Joker, nachdem alle Spieler ihre Vorhersage getroffen haben, bestimmt der aktive Spieler welche Farbe die Joker für die aktuelle Runde annehmen. Die Mitspieler dürfen nach jedem Wurf aussteigen. Das Ergebnis wird auf dem Wertungszettel eingetragen, dort sind passend farbliche Reihen zu sehen. Wurde die Ansage erreicht, gibt es ein X in den Kreis, andernfalls wird die Differenz zwischen Ansage und Realität eingetragen. Wurden Narrenkappen gewürfelt, bietet sich die Option bei deren Anzahl ein Kreuz zusetzen und die Ansage mit 0 zu werten. Bei Spielende, welches eintritt wenn ein Spieler eine bestimmte Anzahl an Kreuzen gemacht hat, wird jedes Kreuz pro Spalte mit dem Spaltenwert multipliziert, eingetragene Zahlenwerte müssen davon abgezogen werden. Wer die meisten Punkte erzielen konnte, gewinnt. Es gibt noch Zauberkarten, die hinzugenommen werden können, sie ändern in jeder Runde eine Detailregel ab und sorgen dadurch für noch mehr Unwägbarkeiten.

Wizard Würfelspiel Wertungszettel / Foto: Brettspielpoesie

Ist einem das Würfelglück hold, kann man Spaß an diesem Spiel haben. Es entstehen auch Emotionen, ob die angesagte Zahl noch erreicht wird, Freude und Ärgernis über das Ergebnis liegen nah beieinander. Zumeist überwiegt jedoch Frust. Es kann einfach passieren, dass nach zwei Würfeln kein einziger Würfel der gesuchten Farbe ausliegt, alle neu gewürfelt werden und die Ansage danach übertroffen wurde. Da hat man einfach keinen Entscheidungsspielraum. Außer ggf. Narrenkappen zu wählen, so denn welche verfügbar sind. Die Vorhersagen basieren jedoch auf keinerlei fundierter Basis. In unseren Runden möchte jedenfalls niemand dieses Spiel erneut spielen, alle würden immer lieber zum Kartenspiel greifen. Schade, dass das Würfelspiel mit diesem nicht annähernd mithalten kann.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Dan Kreek
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

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