Rune Stones

Cover / Foto: Queen Games

Komm mit, in eine fantastische Welt,
schau, ob auch Dir es dort gefällt.
Wo Druiden ihre Magie einsetzen,
um mächtige Kreaturen aufzuhetzen,
für bunte Edelsteine in vielen Farben,
denn solche muss ein Spieler haben,
um Artefakte in die Hände zu bekommen.
Doch wie gewonnen, so zerronnen,
denn für Runen werden sie abgegeben,
um es fortan einfacher zu haben im Leben.

 

Spielmaterial:

Der große, faltbare Spielplan wurde von Dennis Lohausen ganz zauberhaft illustriert. Er bietet Ablageflächen für die Kreaturenkarten, die Runensteine, die Edelsteine in fünf Farben, die Erz-Plättchen und einige Artefakte. Weitere Artefakte werden neben dem Spielplan bereit gelegt. Jeder Spieler erhält ein eigenes Tableau mit Platz für zehn Artefakte und vier Runensteine. Dazu hat jeder Charakter ein eigenes Deck mit acht Startkarten, die sich leicht von denen der Mitspieler unterscheiden. Die Spielerfarben sind beige, braun, grau und schwarz, jeder dieser Farben ist auch ein Symbol zugeordnet, welches sich ebenfalls auf den Startkarten wiederfindet. Passende Spielsteine müssen vor der ersten Partie beidseitig beklebt werden.

Die zu erreichende Siegpunktzahl wird mit einem aus Stanzteilen zusammengesetzten Thron markiert, dieser steckt bei unserem Exemplar leider nicht fest und rutscht immer wieder auseinander. Dabei ist dieser Thron überhaupt nicht spielrelevant, er sorgt eher dafür, dass Spieler dahinter den Endspurt nicht so gut verfolgen können, weil dieser einfach im Weg ist und die Sicht auf die Kramerleiste behindert.

Rune Stones Spielplan / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Wir haben ein Wettrennen vor uns, welches endet sobald ein Spieler 65 oder mehr Punkte hat. Außerdem betreiben wir Deckbuilding, kaufen mit Magiepunkten einer Farbe neue Karten hinzu und bauen so unser Deck aus. Gleichzeitig wird es aber auch automatisch wieder abgebaut, sobald wir Karteneffekte ausspielen, die jede Karte neben den Magiepunkten zeigt. Dafür werden immer zwei beliebige Karten von der Hand gewählt, von denen die mit höherem Wert hinterher entsorgt werden muss. Nur wenige Karten bringen direkt Siegpunkte, die meisten führen zu Edelsteinen. Diese werden gesammelt und können als dritte mögliche Aktion gegen Artefakte eingetauscht werden. Welche farbigen Edelsteine dafür erforderlich sind, bestimmen die ausliegenden Plättchen, diese ändern sich, sobald ein Spieler Edelsteine eintauscht.

Rune Stones Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Wer mindestens zwei Artefakte geschmiedet hat, kann diese eintauschen. Dafür gibt es zwar nur drei Punkte, aber auch einen noch verfügbaren Runenstein, der einen Sondereffekt für den Rest der Partie ermöglicht. Wer länger Artefakte sammelt, bekommt mehr Punkte beim Eintauschen, hat aber erst später Zugriff auf die Runensteine. Artefakte können auch immer nur aus einer Reihe des Spielertableaus eingetauscht werden, also werden dabei immer unterschiedlich farbige Artefakte benötigt.

Rune Stones Spielkarten / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Sobald ein Spieler 65 Punkte erreicht oder überschreitet, endet die Partie nach der laufenden Runde. Übrige Ressourcen werden noch in Siegpunkte umgewandelt, bevor der Sieger mit der höchsten Punktzahl feststeht.

Spieleranzahl:

Von jedem Runenstein wird einer weniger ausgelegt, als Spieler dabei sind. Bei zwei Spielern also jeder nur genau ein einziges Mal. Da ist der Wettbewerb größer als bei mehr Spielern, wenn zwar nicht alle aber mehrere Spieler den gleichen Runenstein erhalten können. Man darf niemals mehrere Runensteine einer Art besitzen. Gefallen hat mir das Spiel mit jeder Spielerzahl, zu zweit kann es sehr flott gespielt werden, bei mehr Spielern dauert es in der Regel etwas länger, aber nicht zu lang.

Glücksfaktor?

Ein Glücksfaktor ist ganz klar dabei. Die Reihenfolge der Karten ist zufällig, so kann es passieren, dass lukrative Karten immer beim Mitspieler auftauchen und direkt weggekauft werden. Dann gibt es für manche Artefakte oder auch als Karteneffekt einen Würfelwurf. Dieser bringt immer etwas Positives, von zusätzlichen Karten über Edelsteine bis hin zu Siegpunkten kann alles dabei sein. Vielleicht nicht immer das, was sich ein Spieler aktuell wünscht. Die meisten Informationen sind jederzeit offen einsehbar, so kann erahnt werden, was die Mitspieler als nächstes vorhaben.

Fazit:

Mir hat Rune Stones in der ersten Partie gut gefallen und dieser Eindruck hat sich in weiteren Partien bestätigt. Es ist, wie ich es anfänglich erhoffte: Viele unterschiedliche Wege führen zum Ziel. Es macht Spaß immer wieder neue Strategien zu entwickeln, indem andere Runensteine kombiniert werden und der Fokus auf verschiedene Spielelemente gesetzt wird. Bei allen Strategien ist aber eines erforderlich: Den richtigen Zeitpunkt zu finden, umzusteigen. Meist werden zu Beginn einer Partie vor allem Karten erworben, doch irgendwann gibt es diesen Punkt an dem neue Karten für die meisten Spieler uninteressant werden. Besonders in den ersten Partien kann es Spielern passieren, diesen Wechsel zu früh einzuleiten.

Ich mag das automatische Ausdünnen der Kartendecks durch das Ausspielen ihrer Effekte. Die besseren Effekte finden sich auf den hohen Karten, diese sind dadurch schwerer über mehrere Runden auszuspielen. Ein spannender Interessenkonflikt. Die Kartenauslage wird nach jedem Kauf aufgerückt, die Position bestimmt den Preis einer Karte, die dadurch immer günstiger werden. Dennoch kann es sich lohnen lukrative Karten auch teuer zu kaufen, besonders bei mehr Spielern, da man sich dann nicht sicher sein kann, wie die Kartenauslage im nächsten eigenen Zug ausschaut. Dies ist nur eine Ausprägung der Interaktion. Auch bei den Artefakten werden mit jedem Eintausch neue aufgedeckt, sodass plötzlich ganz andere Farben gefordert sein können. Man merkt einfach an allen Ecken den Wettlaufcharakter dieses Spiels, an manchen Stellen muss man einfach die Nase vorn haben, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Leider gibt es lediglich so viele unterschiedliche Runensteine, wie in einer Partie verwendet werden. Es wurden keine zusätzlichen für mehr Variation beigelegt. Es gibt sie aber bereits, als Queenies zusätzlich zu erwerben. Das finde ich bei Queen Games oft sehr schade, dass man sich die Variation zusätzlich erkaufen muss. Doch auch ohne die Queenies sind bereits verschiedenste Strategien möglich.

Thematisch ist Rune Stones eher schwach auf der Brust, ich hatte jedenfalls nie das Gefühl als Druide unterwegs zu sein, geschweige denn irgendwelche Zauber zu erwirken. Vielmehr tausche ich Ressourcen gegen Ressourcen und irgendwann gegen Siegpunkte. Das muss man mögen. Durch die tollen Illustrationen wird dieses recht mechanische Spiel dann aber schön untermalt, sodass sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Queen Games
Autor(en): Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an Queen Games für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.