Wat’n Dat…

Wat'n Dat Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Wat’n Dat… für ein merkwürdiger Titel für ein Brettspiel? Hätte man bei einer Neuauflage eines Klassikers von 1996 nicht gleich den Titel anpassen können? Das gerade erschienene Knister vom Nürnberger Spielkarten-Verlag heißt ja auch nicht mehr Würfel-Bingo. Doch die Antwort lautet für mich: Nein! Denn dieser Titel beschreibt das Spiel perfekt, nicht selten fragt man sich während einer Partie: „Wat’n dat“? Also in etwa: Was soll das denn bloß sein, was da mit Holzstäbchen und -kreisen geformt wurde? Kann das Spiel, welches die Spiel des Jahres-Jury schon vor über 20 Jahren empfohlen hat, auch heute noch überzeugen?

Spielmaterial:

In kleiner, quadratischer Schachtel befinden sich 60 Karten mit jeweils sechs Begriffen. Diese können mit den 20 enthaltenen Holzteilen dargestellt werden.

Spielmechanismus:

Zwei nebeneinander sitzende Spieler bilden ein Team und stehen vor der Aufgabe einen Begriff mit Hilfe der Holzteile darzustellen. Dafür haben beide Spieler die gleichen 10 Holzteile zur Verfügung und legen abwechselnd jeweils einen. Alle anderen Spieler versuchen den Begriff zu erraten. Das klingt an sich nach keiner großen Herausforderung, wäre da nicht die Regel, dass die beiden aktiven Spieler sich nicht abstimmen dürfen. Jeder hat sein Bild im Kopf und gemeinsam versuchen sie die Holzteile so abzulegen, dass die Mitspieler darauf kommen. Denn nur dann gibt es einen Punkt.

Wat'n Dat Beispiel

Beispiel / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Es wird reihum gespielt, bis jeder Spieler zwei Mal im Team einen Begriff gelegt hat. Es gewinnt der Spieler mit der höchsten Punktzahl.

Spieleranzahl:

Es existiert eine Regelanpassung für das Spiel zu dritt, in der ratender Spieler und die Person, die zuletzt ein Holzteil gelegt hat, mit Punkten belohnt werden, sollte der Begriff erraten werden. Diese Version haben wir nicht probiert, ich denke für solch ein Spiel werden einfach mehr Spieler benötigt. Es funktioniert sogar mit mehr als acht Spielern, es dauert dann nur länger, bis eine Runde vorüber ist. Da aber durch das Raten immer alle Spieler eingebunden sind und Punkte holen können, ist dies gar nicht schlimm.

Glücksfaktor?

Die Begriffe auf den Karten sind objektiv schon unterschiedlich schwierig. Ein Haus oder ein Straßenschild lassen sich wesentlich einfacher darstellen, als ein Hubschrauber oder ein Känguru. Das kann mal ziemlich frustrieren, aber da der Sieg nicht im Vordergrund steht, kann ich es verschmerzen. Besonders bei den vermeintlich schwierigeren Begriffen wird zumeist lauthals gelacht, sowohl beim Auslegen der Holzteile als auch bei der unerwarteten Auflösung.

Fazit:

Als ich das erste Mal die Anleitung studierte, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, mit diesem Spiel Spaß zu haben. Beim nächsten großen Spieleabend waren wir dann zeitweise zu zehnt und es war gar nicht so einfach geeignete Spiele zu finden. Auch Wat’n Dat… wird offiziell nur mit bis zu acht Spielern angegeben und gelangte damit zunächst zur Seite. Mangels geeigneter Spiele griffen wir dann doch zu Wat’n Dat… und siehe da: Es wurde viel gelacht und alle hatten Spaß. Es sind immer alle eingebunden, daher ist es fast egal wie viele Personen mitspielen. Es trägt auch zur Stimmung bei, das nicht feste Teams gegeneinander spielen, sondern reihum jeder mit seinen Nachbarn und alle raten dürfen. Die vorgegebene Zeit von einer Minute für das Gebilde haben wir selten eingehalten, ohne Sanduhr auch schwer zu messen. Wir hatten jedoch nie das Gefühl an irgendeinem Punkt zwanghaft abbrechen zu müssen, es waren meist alle einig ab welchem Punkt aufgelöst werden sollte.

Bei uns ging bereits der allererste Legeversuch gehörig daneben, es ging um den Begriff Dudelsack. Während ich einen solchen Sack mit verschiedenen Pfeifen darstellen wollte, hatte der Mitspieler das Bild eines Dudelsackspielers vor Augen. Es dauerte bis wir an einem gemeinsamen Strang zogen und dann wurde es auch prompt erraten. Genau aus solchen Situationen zieht das Spiel seinen Reiz. Jeder hat zu einen bestimmten Begriff ein etwas anderes Bild vor Augen, doch diese müssen hierbei zusammengefügt werden. Einerseits gar nicht so einfach, andererseits interessant, welche Begriffe doch tatsächlich erkannt werden. Auch nach so langer Zeit weiß dieses Spiel noch zu begeistern, für größere Gruppen wird dies bei uns sicher ein Dauerbrenner. Bis sich die Begriffe wiederholen, wird es ein wenig dauern, bis dahin hat man hoffentlich vergangene Lösungen bereits wieder vergessen. Egal in welcher Gruppe waren alle Mitspieler begeistert, diverse Anfragen wie das Spiel genau heißt und wo man es her bekommt bestätigen dies.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Nürnberger Spielkarten-Verlag
Autor(en): Claude Weber
Erscheinungsjahr: 2017 (1996)
Spieleranzahl: 3 – 8 Spieler
Dauer:  30 Minuten

Vielen Dank an den NSV für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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