DC Superhelden

DC Superhelden Cover

Cover / Foto: Kosmos Verlag

Superman oder Spiderman? Batman oder Iron Man? DC oder Marvel Comics? Dieses Thema gleicht fast einer Glaubensfrage, wenn sich zwischen den beiden großen, amerikanischen Verlagen entschieden werden muss, welche die unterschiedlichen Helden hervor gebracht haben. Das Deckbuilding-System  des Verlages Cryptozoic setzt auf die Superhelden der DC Comics, wie zum Beispiel Wonder Woman, Aquaman oder Flash. Kosmos hat nun den ersten Teil dieser Serie auf den deutschen Markt gebracht. Durch gleiche Rückseiten können die Karten aller Erweiterungen dieser Serie beliebig miteinander kombiniert werden. Wenn denn irgendwann die Erweiterungen ebenfalls in Deutschland erscheinen sollten. In dieser Rezension geht es nur um das in Deutschland bereits verfügbare Grundspiel.

Spielmaterial:

214 Spielkarten und 7 großformatige Karten für die spielbaren Charaktere bilden das gesamte Spielmaterial, mehr wird nicht benötigt. 114 der Spielkarten gehören zu den Haupt-Deckkarten und zeigen Ausrüstungen, Spezialfähigkeiten, Helden, Schurken und Orte. Hinzu kommen Tritte, Schwächen, Superschurken und die so genannten Startkarten in Form von Verwundbar- und Fausthieb-Karten. Zusammen mit der gut verständlichen Spielanleitung sind sie in einem viel zu großem Karton untergebracht. Der enthaltene Tiefzieheinsatz verschwendet unnötig viel Platz und bietet dabei keinen Platz für Erweiterungen.

Spielmechanismus:

Acht Oberschurken kommen pro Partie zum Einsatz, es wird immer mit dem gleichen begonnen. Danach sind die verfügbaren Oberschurken bis zum Aufdecken unbekannt. Zufällig erhält jeder Spieler einen Charakter, den er vor sich auslegt. Dieser bringt eine spezielle Sonderfähigkeit mit, zum Beispiel eine weitere Karte ziehen oder mehr Power erhalten, wenn bestimmte Ereignisse eintreffen. Alle beginnen mit einem identischen Startdeck aus  Verwundbar- und  Fausthieb-Karten, welche keine oder lediglich ein Power einbringen und keine Siegpunkte generieren. Von diesem Stapel werden zu Beginn eines Zuges fünf Karten auf die Hand genommen und können ausgespielt werden. Die Kartentexte beschreiben den Effekt der Karte, Power-Werte können genutzt werden um Schurken zu besiegen oder Karten aus der Auslage zu kaufen. Man kann so viele Karten kaufen wie man von den Ausliegenden bezahlen kann, sonst gibt es kein Limit. Die Kosten der Karten sind unten rechts aufgeführt, ihre Siegpunktwerte unten links.

DC Superhelden Spielmaterial

Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Schurken-Karten, die Angriffe ausführen, schaden meist den anderen Spielern, wenn sie diesen Angriff nicht mit einer Ausrüstung oder Spezialfähigkeit mit Abwehr-Funktion aus ihrer aktuellen Hand abwehren können. Durch Angriffe können auch Schwächen in das Deck gelangen, die bei Spielende Minuspunkte bedeuten, wenn man sie nicht vorher wieder los wird. Das geht durch spezielle Ausrüstungen, Spezialfähigkeiten oder (Ober-)Schurken. Orte kommen zunächst ins Deck und können ausgespielt werden, sobald man am Zug ist und den Ort auf der Hand hat. Orte werden dauerhaft ausgespielt, der angegebene Effekt hat Auswirkungen für jeden Zug des Spielers. Hat man den Power-Wert eines Oberschurken erreicht, kann man auch diesen erledigen und in das eigene Deck aufnehmen. Oberschurken haben sehr mächtige Sonderfähigkeiten. Erst wenn der Zug des Spielers beendet wurde und er über eine neue Kartenhand verfügt, wird der nächste Oberschurke aufgedeckt, der sofort einen einmaligen negativen Effekt auf alle Spieler ausübt. So können die Sonderfähigkeiten der Charaktere kurzzeitig verloren gehen oder man muss Karten aus der Hand ablegen, falls man keine Verteidigung spielen kann.

Nach einem Zug werden alle weiteren Handkarten abgelegt und fünf neue gezogen. Das Deck wird erst neu gemischt, wenn dies für die Aufnahme einer Karte erforderlich ist. Falls erforderlich wird die Auslage wieder auf fünf Karten aufgefüllt und der nächste Spieler ist an der Reihe. Hat man nicht ausreichend Power auf der Hand um einzukaufen, kann man auch passen. Das bedeutet übrige Karten abzulegen und neue Handkarten für den kommenden Zug aufnehmen.

Spielende:

Das Spielende ist erreicht, sobald der letzte Oberschurke besiegt wurde oder die Auslage nicht mehr aufgefüllt werden kann. Letzteres ist uns noch nicht passiert. Jeder Spieler zählt die Siegpunkte seines Decks zusammen, ggf. inklusive des Abzugs von Punkten durch Schwächen. Die Siegpunkte finden sich auf den Karten unten links im Stern. Steht dort keine Zahl, sondern ein *, dann stellt der Kartentext die Bedingung für die Siegpunkte dar. Wie so oft gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Spieleranzahl:

2-5 Spieler können in die Rollen der Superhelden schlüpfen. Zu zweit spielt es sich am schnellsten, dabei wird in der Regel nur ein kleiner Teil der Karten durchgespielt. Mit mehr Spielern kann es sich manchmal ganz schön ziehen. Doch mehr Spieler haben andere Auswirkungen, denn umso mehr Spieler, desto mehr Einfluss haben die Angriffe, da sie nun mehrere Spieler treffen. Wenn alle Mitspieler Angriffe ausspielen, kann es passieren, dass man später im eigenen Zug passen muss, weil man keine oder nur noch wenige Karten auf der Hand hat.

Glücksfaktor?

Der Glücksfaktor ist recht hoch. Die Nützlichkeit der Fähigkeiten der Charaktere hängt stark von der Kartenauslage bei Zugbeginn ab. Zudem erscheinen mir die Charaktere unterschiedlich stark.

Fazit:

Das Thema finde ich klasse, es ist aber Geschmackssache ob man auf die DC Superhelden steht, oder nicht. Es wirkt fast thematisch, da beispielsweise Superman für Spezialfähigkeiten und Batman für Ausrüstungen belohnt wird. Auch wenn jeder Superheld die Fähigkeiten bzw. Ausrüstungen der anderen Superhelden nutzen darf, wenn der Spieler diese erwirbt. Die Spezialfähigkeiten der Charaktere erfordern unterschiedliche Strategien, man sollte sich auf diese einlassen können. Leider erscheinen manche Charaktere aber auch bestimmte Karten effektiver als andere. Auch die unterschiedlichen Oberschurken, von denen immer nur eine Auswahl gespielt wird, sorgen für Varianz.

Bei neuen Spielen aus dem Genre der Deckbau-Spiele drängt sich ein Vergleich mit Dominion einfach auf. Und bei diesem schneidet DC Superhelden leider etwas schlechter ab. Bei Dominion ist die Auslage von Beginn an für alle gleich. Bei DC Superhelden werden immer zufällig fünf Karten aufgedeckt. Das kann schon frustrierend werden, wenn die zur eigenen Superfähigkeit passenden Karten immer nur bei anderen aufgedeckt werden und nicht liegen bleiben, bis man selber an die Reihe kommt. Dennoch verspüre ich meist schon vor Ende einer Partie den Drang eine weitere Partie auszufechten. Vielleicht liegt es daran, dass nicht immer alle Karten gespielt werden und man hofft, in einer weiteren Partie mehr Kartenglück zu haben oder einen spannenderen Charakter verkörpern zu können. Doch sollte man sich nicht zu schnell entmutigen lassen, denn der Spieler mit den meisten besiegten Oberschurken ist nicht automatisch der Gesamt-Sieger. Auch andere Karten können die erforderlichen Punkte für den Sieg einbringen. Leider dauern manche Partien etwas zu lang für den hohen Glücksfaktor. Dennoch halte ich das Spiel für empfehlenswert, besonders für Einsteiger in das Deckbuilding-Genre und hoffe auch auf deutsche Versionen der Erweiterungen.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Cryptozoic / Vertrieb: Kosmos Verlag
Autor(en): Matt Hyra, Ben Stoll
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler
Dauer: ca. 45 Minuten

Vielen Dank an den Kosmos Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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