Pingvasion

Pingvasion Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Spätestens seit dem Film „Madagascar“ ist es allgemein bekannt, das Pinguine nach der Weltherrschaft eifern. Und auch das Känguru von Marc-Uwe Kling ist überzeugt, das der Nachbar, seines Zeichen ein Pinguin, Pläne schmiedet die Weltherrschaft an sich zu reißen. Da muss doch irgendwas dran sein. So ein Pinguin ist dem Menschen doch rein äußerlich mit seinem aufrechten Gang auf zwei Beinen auch gar nicht so unähnlich 🙂 Im Spiel Pingvasion besiedeln die niedlichen, flugunfähigen Frackträger verschiedene Gebiete und versuchen sich über die ganze Welt auszubreiten. Dabei gönnen sie einander nix und versuchen sich ständig gegenseitig zu sabotieren.

Spielmaterial:

In der vom Verlag Bombyx gewohnten quadratischen Metallbox befinden sich 90 niedlich gestaltete Karten mit einer tollen Pinguin-Rückseite. Die Anleitung ist leider nicht sonderlich gut strukturiert, sodass man in den ersten Partien viel blättern muss. Dazu hat sich ein Fehler eingeschlichen. Es steht in der Anleitung geschrieben, dass es 18 Karten pro strategischem Gebiet gibt, jeweils 2 Mal die Zahlen von 1 – 9. Es ist jedoch eine komplett andere Verteilung: nämlich aufsteigend von 1 bis 9 existieren 1-1-2-3-4-3-2-1-1 Karten. Die strategischen Gebiete sind farblich auseinander zu halten und sollen den Dschungel, die Antarktis, ein Stadtgebiet, eine Wüste und den Mond darstellen.

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Spielmechanismus:

Die Spieler wollen mit ihren Pinguinen die Weltherrschaft an sich reißen. Dafür muss man sich in den Regionen breit machen, also Mehrheiten erzielen. Jeder Spieler verfügt pro Runde über einen verdeckten Stapel aus 18 Karten, von denen pro Runde zwei gezogen werden. Zu Beginn sogar vier. Dann werden Karten weitergegeben, eine zum linken und eine zum rechten Nachbarn, von denen man jeweils eine Karte zurück bekommt. Dann muss man sich entscheiden, wie man sich aufstellt und eine Karte wählen, die man in die eigene Auslage legt. Dort können bis zu fünf Kartenreihen zu den fünf Gebieten entstehen. Die Karten mit den Werten 1, 2 und 3 verfügen noch über Sonderaktionen, die es ermöglichen im nächsten Zug zwei Karten zu spielen oder im nächsten Zug als Späher erst nach den anderen die Karte zu wählen. Mit der Aktion Bombe kann man sogar alle in dieser Runde ausgespielten Karten mit einem Wert größer als 6 zerstören. Und diese Phasen durchläuft man, bis die Kartenstapel aufgebraucht sind: Karten ziehen – Karten weitergeben – Karte(n) ausspielen.

Pingvasion Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet, sobald die Kartenstapel aufgebraucht sind. Dann wird pro strategischem Gebiet die Mehrheit ermittelt. Anhand dieser werden nun Punkte für die Handkarten verteilt. Für strategische Gebiete in denen man die Mehrheit besitzt, zählt man die Werte aller zu dem Gebiet gehörigen Handkarten zusammen. Gebiete, in denen man nicht über die Mehrheit verfügt aber mindestens eine Karte ausliegen hat, bringen dem Spieler Punkte in Höhe der Handkarte mit dem niedrigstem Wert dieses Gebietes ein.

Spieleranzahl:

Wieder eines dieser Spiele, bei denen man sich fragt, warum der Verlag nicht mehr Mut aufbringt, die Spielerzahl zu begrenzen. Zu zweit kommt keinerlei Spielspaß auf, da ein Dummy-Spieler zum Einsatz kommt und man nur durcheinander gebracht wird, in welche Richtung man nun welche Karten weitergibt. Zudem kommt ein großes Zufallselement hinein. Bei weniger als fünf Spielern kommen nicht alle Karten zum Einsatz, sodass man sich nicht sicher sein kann, welche Karten überhaupt im Spiel sind. Das beste Spielgefühl wird wirklich in voller Besetzung erreicht.

Glücksfaktor?

Es braucht schon eine Prise Glück für einen günstigen Spielverlauf. Pingvasion kombiniert die Elemente Mehrheiten-Kontrolle, Bluff und Set Collection. Es gilt ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem Ausspielen der Karten für die Mehrheiten und zudem ausreichend Karten desselben Gebietes als Punkte auf der Hand zu halten. Im letzten Spielzug ist man dann allerdings den Karten der Gegner ausgesetzt. Da kann es passieren, dass man statt 9 Punkten noch eine weitere Karte des Gebietes mit nur 2 Punkten erhält und Punkte bei der Endabrechnung verliert. Oder einem auf den letzten Metern noch eine Mehrheit genommen wird und man dem nicht entgegen gewirkt hat.

Fazit:

Bei der deutschen Übersetzung der Anleitung fragt man sich, was im Kopf des Übersetzers vorgegangen ist. In der französischen Anleitung ist von der Aussage „jede Zahl doppelt“ genauso wenig zu lesen, wie in der englischen Anleitung. „Hmm, 18 Karten mit Zahlen von 1-9, dann wird wohl jede doppelt vorkommen“, war wohl der fälschliche Rückschluss. Zudem wird man von der Anleitung leider nicht besonders beim Einstieg unterstützt.

Die ersten Partien spielen sich recht holprig, man muss die Wertung erst verinnerlichen. Doch dann finde ich es ganz spannend, in jeder Partie aufs Neue das Beste heraus zu holen. So sind die Karten mit niedrigem Kartenwert mit hilfreichen Aktionen versehen, sie bringen aber auch nur einen kleinen Schritt für die Mehrheitenwertung. Hohe Zahlenwerte können einem die Mehrheit sichern, sie sind aber auch auf der Hand besonders lukrativ, wenn man den Wert als Siegpunkte erhält. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, welche Aktionen sich in welchen Momenten besonders lohnen und was man bei den Karten, die man weitergibt, beachten sollte. Und dann hat man doch mal nicht aufgepasst und nicht alles in Betracht gezogen, sodass man auf der Zielgeraden wichtige Punkte liegen lässt. Pingvasion ist schnell gespielt, nur die Endwertung ist etwas komplizierter im Kopf zu rechnen. So richtig überzeugt hat es nur in Vollbesetzung, dafür würde ich sogar vier Punkte vergeben. Insgesamt bleibt es jedoch bei drei Punkten.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Bombyx /  Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Bruno Cathala, Mathieu Lanvin
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: ca. 15 Minuten

Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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