Vorschau Spiel’16 – Eindrücke

Einige Verlage bringen einen Teil ihrer Spiele schon vor der großen Spielemesse in Essen auf den Markt und so konnte ich bereits einige als Neuheiten in der offiziellen Liste des Merz-Verlages bezeichnete Exemplare anspielen. Doch in der Regel ist dieser Zeitraum sehr begrenzt und ich schaffe es neben Arbeit und Studium normalerweise nicht täglich qualitativ gute Rezension online zu stellen. Denn zuvor erfordert es Zeit die Spiele auf Herz und Nieren zu prüfen. In der letzten Woche habe ich mein Möglichstes getan, aber alles konnte ich nicht fertig stellen. Daher möchte ich heute zum einen die Spiele vorstellen, die ihr bereits als vollständige Rezension auf Brettspielpoesie finden könnt, als auch Ersteindrücke von Spielen, bei denen die Rezensionen noch ausstehen.

Wertungsnote 2/6

Bang – The Duel

Wertungsnote 3/6

Broom Service – Das Kartenspiel
Carcassonne: Star Wars – Erweiterung 1

Wertungsnote 4/6

Aufbruch zum roten Planeten
Codenames Pictures
Das allerbeste Baumhaus
Escape the Room – Das Geheimnis der Sternwarte
Perlentauchen
X nimmt!

Wertungsnote 5/6

DC Superhelden
Die Burgen von Burgund – Das Kartenspiel
Escape Room – Das Spiel
Qwixx – Das Duell

Wertungsnote 6/6

Istanbul – Brief & Siegel

Wie ihr bereits in der Rezi zu Das allerbeste Baumhaus lesen konntet, hat 2Geeks noch mehr dabei. Das Kartenspiel nennt sich Im Schatten des Throns und ist flott gespielt. Es ist ein Set Collection Spiel, bei dem jeder Spieler von neun Charakteren fünf verschiedene vor sich liegen haben darf. Die Charaktere mit niedrigem Siegpunktwert bringen Boni, die man beim Karten aufdecken einsetzen kann, um dem Glück beim dortigen Push your Luck-Mechanismus etwas unter die Arme zu greifen. Anstelle eines Bonus bringen die Charaktere mit hohen Werten einen kleinen Malus. Zu Beginn sind die Boni der Karten mit Bonus sinnvoll, während zum Ende hin nur die Siegpunkte zählen.

Ein noch jüngerer Verlag, nämlich Mogelspiele, hat neben Perlentauchen auch noch zwei weitere Kartenspiele für die Familie dabei. Willi Wörtwurm, ein kooperatives Spiel rund um gemeinsame Wortkreationen, konnte uns leider nicht wirklich begeistern. Wortspiele sind nicht Jedermanns Sache und es gibt einfach bessere Vertreter. Zudem sind die Regeln recht schwammig, was in unseren Runden auf wenig Gegenliebe gestoßen ist. Tierisch bedroht hingegen ist etwas kniffeliger, daher auch mit höher Altersangabe. Es ist wie alle drei recht glückslastig, spielt sich aber sonst mechanisch ganz gut. Kooperativ spielt man Handkarten aus, um mit diesen bedrohte Tierarten zu retten. Dafür wird in jeder der sechs Runden eine der sechs Strategien gewählt. Mit dem Thema bin ich allerdings noch nicht recht warm geworden, denn warum sind die bedrohten Tierarten unterschiedlich viel wert, wer legt das fest und warum!?

Beim Amigo-Verlag gab es einen Relaunch von Bohnanza, der auch kleine Regelanpassungen mit sich bringt. Wer einmal ein etwas längeres, anspruchsvolleres Kartenspiel spielen möchte, dem sei Bohnanza ans Herz gelegt. Spielt man viel zu zweit, kann man dies nun auch mit Bohnanza – Das Duell tun. Es gab zwar bisher schon 2-Spieler-Umsetzungen, aber dieses Mal ist dabei eine wirklich gute Adaption heraus gekommen mit hohem Wiederspielreiz. Eher weniger für Neueinsteiger, sondern für alle, die 2009 bei der auf 2.500 Exemplare limitierten Ausgabe von Lookout Spiele leer ausgegangen ist, ist die Neuauflage von Bohnedikt erschienen. Diese Erweiterung kann ich für eingefleischte Bohnanza-Vielspieler guten Gewissens empfehlen. Es bringt ein wenig Abwechslung in die Handlungsphase und man kann nun auch sonst eher wertlose Bohnensorten gewinnbringend „opfern“. Die neuen Bohnanza-Versionen haben eine Nummerierung bekommen, es sind also sicher noch weitere Neuauflagen geplant. Eine weitere Neuauflage eines Spiels der 90er, ebenfalls bei Amigo Spiele erschienen, trägt den Titel Expedition – Abenteurer, Entdecker und Mythen und spielt sich auch heute noch gut. Schneller Einstieg, eine Partie ist fix gespielt und besonders in Gruppen mit bis zu sechs Mitspielern macht das Wettrennen um die ganze Welt ordentlich Spaß.

Wir alle erinnern uns noch gerne an The Game, letztes Jahr zum Spiel des Jahres nominiert. Ob alleine oder kooperativ versuchen wir alle Karten in der richtigen Reihenfolge abzulegen. Letztes Jahr in Essen gab es dann eine Mini-Erweiterung mit Karten, welche den so oft hilfreichen Rückwärtstrick verbieten. Diese Anpassung wurde nun ausgeweitet zu The Game: Extreme. Sieben verschiedene Ereignisse auf 28 der 98 Karten machen das Spiel kniffeliger und die Herausforderung größer. Besonders, da der Verlag verlauten lassen hat, dass es in den Testrunden niemand geschafft hat, das Spiel zu besiegen.

Der ASS Verlag hat zwei Dominion Erweiterungen dabei. Zum einen die Neuauflage von Blütezeit, die endlich wieder verfügbar ist und die neueste Umsetzung Dominion Empires. Beide kann ich euch guten Gewissens empfehlen. Blütezeit gilt schon seit der Hans im Glück-Ausgabe zu meinen Lieblings-Erweiterungen für das preisgekrönte Deckbauspiel. Man kann mit seinem Geld nur so protzen, dafür wurde Platin als neue Münze eingeführt und man kann damit auch höherwertige Gebäude als Provinzen erwerben. Wer durch die letzte Erweiterung Abenteurer abgeschreckt wurde, sollte dennoch einen genaueren Blick auf Empires werfen. Wieder gibt es Ereignisse und dazu auch noch Landmarken, aber es spielt sich flotter, auch in größeren Gruppen und macht zumindest uns ordentlich Spaß.

Eines der Trend-Themen 2016 ist der Mars und seine Besiedlung. Ein Spiel zu diesem Thema habe ich nun schon mehrfach spielen können: Terraforming Mars vom Scherkraft-Verlag. Und es bietet so viele Möglichkeiten, die über 200 enthaltenen Karten ermöglichen viele verschiedene Strategien und ich habe bisher immer um den Sieg mitgespielt 😉

Auch Rätselfreunde dürfen gespannt sein und zwar auf die Brettspiel-Umsetzungen der Live Escape Games, bei dem die Spieler Rätsel lösen müssen, um zu entkommen oder ein Geheimnis zu entschlüsseln. Escape the Room und Escape Room habe ich euch oben bereits verlinkt, auch aus der Exit-Reihe von Inka und Markus Brand bei Kosmos konnten wir schon eines spielen, Die Grabkammer des Pharao nämlich. Wie sind diese nun im Vergleich zu bewerten? Vom Schwierigkeitsgrad her könnte Escape the Room erfahrene Rätselfreunde schnell unterfordern, dafür ist der Umgang mit dem Material wirklich gelungen. Die Exit-Spiele sind die erschwinglichsten, dafür nicht wiederverwendbar. Das Szenario, welches wir gespielt haben. war spannend, nur haben wir leider zu viel Zeit benötigt. Es gibt eine Endwertung, bei der die Spielerzahl nicht in Betracht gezogen wird, sodass wir nicht sonderlich gut abgeschnitten haben. Dafür hatten wir rund 90 Minuten Rätselspaß, manche Lösungen waren uns jedoch zu abstrakt. Ich möchte mir aber noch kein abschließendes Urteil erlauben, bevor wir nicht alle drei gespielt haben. Vielleicht lag es auch einfach am Thema und die anderen beiden punkten bei uns so richtig. Aktuell hat für mich Escape Room von Noris mit dem Chrono Decoder ganz klar die Nase vorn, dicht gefolgt von der Exit-Reihe bei Kosmos und als Schlusslicht Escape the Room von Thinkfun/HCM Kinzel, bei dem ich aber für weitere „Räume“ noch viel Potenzial sehe.

Beim Heidelberger Spieleverlag ist im Sommer Star Wars Rebellion erschienen, ein episches, asymmetrisches 2-Personen-Spiel rund um die Geschichte der Original-Trilogie. Offiziell ist es auch für 3 und 4 Spieler geeignet, das kann ich mir jedoch nicht vorstellen, habe es aber auch noch nicht probiert. Zu zweit würde ich es liebend gerne viel häufiger spielen, der einzige Knackpunkt: Man braucht jede Menge Platz für das große Sternensystem als Spielfeld sowie die 153 kleinen Miniaturen und das weitere Material. Und dazu vor allem jede Menge Zeit, denn die Rebellen versuchen Verbündete zu bekommen und ihre Rebellenbasis lange geheim zu halten, während das Imperium nach eben dieser sucht und sich dafür im gesamten Sternensystem ausbreitet.

Wenn Du diese Zeilen liest, sind wir vermutlich schon auf dem Weg nach Essen. Ich werde bis Samstag früh bleiben und euch auf dem Laufenden halten. Dafür werde ich vor allem meinen Instagram-Account nutzen, folgt mir am besten dort für die neusten Bilder und Informationen. Über Twitter und Facebook wird auch was kommen, aber ich möchte einfach nicht den halben Tag mit dem Posten verbringen, sondern lieber für mich und euch mehr aufsaugen und im Nachgang geordnet wiedergeben. Ob ihr selbst nach Essen kommt oder nur virtuell an der Spiel’16 teilnehmt, ich wünsche euch allen wahnsinnig tolle Tage!

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