Catan – Sternenfahrer – Vorher / Nachher

Logo Vorher/Nachher

Logo Vorher/Nachher / Foto: Brettspielpoesie

Dieses Jahr feiert Catan 25-Jähriges Jubiläum, bereits im vergangenen Jahr entschied sich der Verlag den Ableger Die Sternenfahrer von Catan in einer neuen Edition auf den Markt zu bringen. Wir hatten das Glück ein richtig gut erhaltenes Exemplar des Originals vor einiger Zeit auf einem Flohmarkt zu einem fairen Preis erwerben zu können. Das Herzstück dieser Catan-Version sind die Plastik-Raketen, mit deren Kugeln Reichweite und Kampfstärke erschüttelt wurde und die mit Antrieben, Waffen und Frachtmodulen erweitert werden konnte. Diese Elemente wurden an die Raketen gesteckt, was damals zu vielen Beschädigungen führten, da sich diese Plastikteile beim an- bzw. abstecken abbrechen konnten.

Die Veränderungen beginnen schon bei der Box. Während das Spielmaterial von Die Sternenfahrer von Catan noch in eine quadratische Schachtel passte, die allerdings höher ist als die meisten Catan-Schachteln, musste nun eine ähnlich hohe länglichere Schachtel her. So wie sich in den vergangenen 20 Jahren unser Verständnis über den Weltall und die Raumfahrt geändert hat, hat auch das Coverbild einen frischen Anstrich erhalten.

Catan Sternenfahrer Boxen / Foto: Brettspielpoesie

Kaum wird der Deckel geöffnet, lässt sich eine erste Gemeinsamkeit erkennen: Neben einer Spielanleitung liegt beiden Ausgaben ein ausführlicher Almanach bei. Lediglich die Formate der beiden Hefte unterscheiden sich. Im aktuellen Almanach wird darauf hingewiesen, dass es sich um eine „stark überarbeitete, neue Auflage des 1999 erschienenen Die Sternenfahrer von Catan“ handelt.

Catan Sternenfahrer Spielbretter / Foto: Brettspielpoesie

Zu dieser starken Überarbeitung gehört zum Beispiel der Spielplan. Der einst faltbare Plan wurde nun durch einen in mehrere Platten unterteilten Plan ersetzt, der zusammen gesteckt werden muss. Darin befinden sich diverse Lücken, die genau drei Felder groß sind und mit zufälligen, zunächst verdeckten Raumquadranten bestückt werden. Dahinter können sich Planetensysteme oder Handelsposten aber auch einfach freier Weltraum befinden. Je nach Variante können diese Plättchen offen liegen oder verdeckt, um sie nach und nach zu entdecken. Sie sind in zwei Kategorien eingeteilt, wodurch eine unvorteilhafte Verteilung verhindert werden kann. Die Verteilung der Zahlen auf den Planeten geschieht weiterhin mittels Plättchen, die neben den Zahlen auch wieder Eisplaneten oder Piratenstützpunkte zeigen können.

Die Sternenfahrer von Catan Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Die Rohstoffkarten, Spielübersichten und Spielfiguren haben sich nur optisch verändert. Die Kartenablage zeigt nun die Tauschkosten der einzelnen Kartenarten direkt an, zudem existiert ein weiteres Fach für die Nachschubkarten, die aus allen anderen Rohstoffen zufällig zusammen gemischt werden. Die großen Pappübersichten wurden nun durch drei Karten mit ähnlichen Informationen ersetzt. Als kleines Gimmick ergeben die Rückseiten der drei Karten das Coverbild.

Catan Sternenfahrer Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Die Freundschaftskarten haben sich optisch verändert, ihre Fähigkeiten wurden eindeutiger beschrieben. Spannend finde ich dabei, dass die alten Karten die Spieler siezen, in der neuen Auflage werden sie mit Du angesprochen. Statt der flachen Personenplättchen gibt es nun aufrechte Aufsteller, die besser einzusehen sind, wenn sie bei einem Mitspieler stehen. Schließlich können sie zwischen den Spielern wechseln, je nachdem wer die meisten Handelsstationen am entsprechenden Außenposten hat. Früher gab es lediglich zusätzlich Die Fürsten der Völker zu erwerben, handbemalte Figuren der befreundeten Völker, welche die Plättchen ersetzten.

Catan Sternenfahrer Freundschaftskarten / Foto: Brettspielpoesie

Auch die Begegnungskarten, die gezogen und abgehandelt werden müssen, wenn bei der Reichweitenermittlung für die Raumschiffe die schwarze Kugel zum Vorschein kommt, wurden lediglich optisch und sprachlich aufgewertet.

Catan Sternenfahrer Begegnungen / Foto: Brettspielpoesie

Kommen wir nun zu den Raketen, sie haben sich sicherlich am meisten verändert, nicht nur optisch. Dem Verlag ist das Problem der alten Raketen bewusst, daher wurde viel Zeit aufgewendet, das verwendete Material zu verbessern. Die drei Elemente, welche an die Raketen gesteckt werden, haben nun ganz andere Formen, lassen sich einfacher stecken. Der Langzeittest mit dem nun verwendeten Plastik steht natürlich noch aus, aber das verwendete Material macht einen haltbaren Eindruck. Die Kugeln in den Raketen lassen sich nun austauschen, eine weitere Möglichkeit das Spiel zu variieren. Farblich lassen sich die Raketen jetzt nur noch am Punkt auf der unteren Seite unterscheiden, aber dies ist im Spiel auch nur eine Randinfo, da normalerweise jeder seine Rakete vor sich stehen hat. Bei der alten Rakete konnten am oberen Ende Ruhmesringe gesammelt werden, von denen jeweils zwei wie ein Siegpunkt gezählt wurden. Stattdessen werden nun halbe Medaillen als Stanzteile vergeben, bei denen ich es sogar einleuchtender finde, dass jeweils zwei zusammen einem Siegpunkt entsprechen.

Catan Sternenfahrer Raketen / Foto: Brettspielpoesie

Durch die diversen variablen Spielelemente können sich die Spieler das Spiel nach ihren Wünschen zusammen stellen. In der alten Version war es nur eine Variante, nun wurde offiziell aufgenommen, dass Spieler je nach aktueller Siegpunktzahl eine oder zwei zusätzliche Nachschubkarten in ihrem Zug erhalten. Die Anpassungen dieser neuen Ausgabe der Sternenfahrer halte ich für gelungen. Es bleibt im Spielablauf sehr ähnlich, wurde an einigen Stellen gezielt verbessert. Ich mag vor allem die Variante, bei der die entfernteren Planeten erst entdeckt werden müssen. Das Entdecken an sich befriedigt die Neugier, es macht einfach Spaß, auch wenn es glückslastig ist. Aber das ist Catan durch die Würfel, die über die Rohstofferträge bestimmen, ja sowieso. In meinen Augen eine sehr gelungene Neuauflage, die diese besondere Catan-Variante wieder allen Spielern zugänglich und hoffentlich auch lange glücklich macht, ohne sich über Materialschwächen ärgern zu müssen. So kann Sternenfahrer auch bedenkenlos gespielt werden und muss nicht als Ausstellungsstück vor Spielerhänden bewahrt werden ;-)

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