Hochspannung

Cover / Foto: Amigo

Es war im Jahr 2009, also bereits vor 10 Jahren, als die Autorin Maureen Hiron aus kleinen Matheaufgaben ein Spiel entwickelte. Es dauerte noch sieben Jahre, bis sich Amigo Spiele der Idee annahm und das Spiel ein wenig überarbeitet auch auf deutsch verfügbar machte. Im gleichen Jahr hatte die Autorin eine weitere Idee. Was mit Addition und Subtraktion funktioniert, könnte doch genauso gut mit Multiplikation umgesetzt werden. Und auch Amigo Spiele schien diese Idee zu gefallen, denn nach Unter Spannung haben sie zu Beginn diesen Jahres auch Hochspannung veröffentlicht. Und wem beide Spiele alleine nicht genug sind, der kann sie sogar miteinander kombinieren.

Spielmaterial:

Einfach 61 Spielkarten, jeweils mit eine Multiplikationsuafgabe von 2×3 bis 9×9 in der Mitte und jeweils zwei unterschiedlichen Zahlen von 0-8 am Rand in jeder der vier Ecken.

Spielmechanismus:

Die Karten werden unter den Spielern aufgeteilt, vier Stück nimmt jeder zu Beginn auf die Hand. Die letzte Karte kommt in die Mitte und offenbart die erste Aufgabe. Auf „Los“ geht’s los und wer die Lösung kennt, nennt sie und legt ganz schnell eine passende Karte. Das ist eine, deren Zahl im Ergebnis vorkommt. Ist die Aufgabe zum Beispiel 6*3, mit 18 als Ergebnis, wäre eine Karte mit einer 1 genauso passend, wie eine Karte mit einer 8. Die jeweils andere Zahl auf der Karte interessiert dabei nicht.

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Die abgelegte Karte zeigt die folgende Aufgabe, die es zu lösen gilt. Die Spieler dürfen jederzeit einzeln Karten nachziehen. Wen das Lösen von reinen Multiplikationsaufgaben auf Dauer langweilt, der kann das Spiel Unter Spannung hinzunehmen, alle Karten mischen und sich Karte für Karte überraschen lassen, ob als nächstes Multiplikation oder Addition bzw. Subtraktion gefragt ist.

Karten / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Mit der allerletzten Handkarte kann das Spiel beendet werden, indem diese einfach verdeckt auf den Stapel gelegt wird. Dieser Spieler gewinnt damit die Partie sofort.

Die Anleitung empfiehlt bei der Kürze einer Partie, gleich ein kleines Turnier aus vier aufeinander folgenden Partien zu spielen. In jeder davon erhalten die Spieler Minuspunkte für übrige Handkarten, die über die Durchläufe hinweg addiert werden. Ich gehe mal davon aus, dass sich die angegebene Spielzeit eben auf solch ein Turnier bezieht, denn von 20 Minuten waren wir bei einer einzelnen Partie doch immer recht weit entfernt.

Spieleranzahl:

Hochspannung ist für zwei bis sechs Spieler. Mit mehr Spielern kommt etwas mehr Spannung auf, da mehrere Konkurrenten hinein grätschen können.

Glücksfaktor?

Ob die Zahlen auf den Handkarten zu den Ergebnissen passen, kann schon eine Glückssache sein. Dem kann ganz gut entgegen gewirkt werden, indem zu Beginn einfach viele Karten gezogen werden, ein Handkartenlimit gibt es schließlich nicht. Das vergrößert jedenfalls die Wahrscheinlichkeit eine passende Karte auf der Hand zu haben, fühlt sich aber irgendwie nicht richtig im Sinne des Erfinders an. Zusätzlich sollte man recht flott sein, wenn es darum geht Multiplikationsaufgaben zu lösen.

Fazit:

Das kleine Kartenspiel Hochspannung konnte selbige in unseren Gruppen leider nicht auslösen. Die meisten Mitspieler fanden es eher lästig, am Spieleabend auch noch Matheaufgaben lösen zu müssen. Es reicht doch schon, das oft am Ende einer Partie die Siegpunkte im Kopf berechnet werden müssen. Und dann auch noch auf Schnelligkeit, was nun wirklich nicht jedem liegt. Wer mit einem Ligretto nichts anfangen kann, weil das schnelle Karten Ablegen stört, der sollte auch hiervon die Finger lassen. Und wer Matheaufgaben nicht grundsätzlich offen gegenüber steht, ebenso. Ich hoffte ursprünglich, dieses Spiel könnte auf interessante Weise meine Fähigkeit im Kopf zu rechnen stärken. Doch leider kam es dazu nicht. Die anderen waren oft einfach schneller, was eher frustrierte. Mich verwirrt es immer wieder, dass nur eine der Zahlen auf den Karten im Ergebnis enthalten sein muss. Das kann man natürlich auch als Kniff ansehen, der das Gehirn in Wallungen bringt.

In der Anleitung hat mich anfänglich doch sehr irritiert, dass statt Multiplikationsaufgabe der Begriff „Malaufgabe“ verwendet wird. Vermutlich ist die beabsichtigte Zielgruppe der Grund dafür. Denn für Kinder, die gerade das kleine 1×1 lernen, kann ich mir dieses Spiel richtig gut vorstellen, um spielerisch zu lernen. Für alle anderen kann ich es weniger empfehlen. Vor allem für ambitionierte Spieler enthält dieses Spiel viel zu wenige Detailregeln und bietet somit viel Platz für Diskussionen. Es ist nicht klar, was passiert, wenn eine falsche Karte abgelegt wird. Zudem gibt es keinen zuverlässigen Prüfmechanismus. Wenn ein Spieler nicht gerade eine offensichtlich falsche Zahl ansagt, haben die Mitspieler eigentlich kaum Zeit das Ergebnis zu überprüfen, da sie schließlich schnell die neue Aufgabe lösen wollen.

Wertungsnote 3/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Maureen Hiron
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Amigo Spiele für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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