Würfelhelden

Ein Held zu sein ist gar nicht schwer,
wenn die Würfel zeigen mehr
Schwertsymbole, das ist wichtig,
doch weniger sind direkt nichtig.
Da kann es sich durchaus lohnen,
einfach nur viele Münzen zu holen.
Diese zählen dann nämlich zweifach,
Würfel vermehren sich auch ganz einfach.
Doch sind sie genauso schnell verronnen,
wie man sie hat hinzubekommen.
Am Ende entscheidet nur das Geld,
darüber, wer von euch ist der größte Held.

Spielmaterial:

Das Spiel ist hochwertig ausgestattet. Für jeden der vier möglichen Spieler sind neun Würfel in drei Farben enthalten. Es handelt sich dabei um sogenannte “Custom Dice”, mit speziellen Symbolen. Diese sind Münzen, Schwerter, Würfelsymbole oder auch ‘X’. Zusätzlich bekommt jeder ein Spielertableau mit Ablageplätzen für die bunten Würfel. Aus ähnlich dicker Pappe sind die acht Steckbriefe und die 48 Münzen in drei Wertigkeiten.

Spielmechanismus:

Zu Beginn stehen jedem nur drei weiße Würfel zur Verfügung. In bekannter Kniffel-Manier darf man bis zu drei Mal würfeln und sich nach jedem Wurf entscheiden Würfel rauszulegen oder wieder mitzuwürfeln.

Würfelhelden Spielertableau
Würfelhelden Spielertableau / Foto: Brettspielpoesie

Auf das Würfeln folgt die Auswertung. Würfel, die Schwerter zeigen, kommen in die Mitte, wenn sie die Anzahl der dort liegenden Schwerter übertreffen. Sonst sind diese Würfel nutzlos. Für jeden Würfel, der eine Münze zeigt, nimmt man sich eine solche. Es sei denn gar kein eigener Würfel zeigt ein Schwert. In einem solchen Fall verdoppelt sich die Anzahl der Münzen. Wer rote oder gelbe Würfel gewürfelt hat, nimmt sich einen solchen vom eigenen Tableau, wenn noch verfügbar. Bei einem X muss sofort der jeweilige Würfel entfernt werden, auch wenn noch Würfe in diesem Zug möglich sind.

Würfelhelden Spielsituation
Würfelhelden Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Kommt man selbst wieder dran und eigene Würfel mit Schwertern liegen noch in der Mitte, weil niemand die Anzahl Schwerter übertreffen konnte, nimmt man sich den in der Mitte befindlichen Steckbrief. Der erste ist 5 Münzen wert, der letzte 15 und alle dazwischen 10 Münzen.

Spielende:

Sobald der letzte Steckbrief vergeben ist, endet die Partie und alle zählen ihre gesammelten Münzen zusammen. Es gewinnt, wer die meisten Münzen besitzt.

Spieleranzahl:

Im Spiel zu zweit kommen die Duell-Marker zum Einsatz. Dadurch muss man zwei Runden überstehen, um einen Steckbrief zu erhalten. Insgesamt kommen zwei Steckbriefe weniger zum Einsatz. Diese Anpassungen sind sinnvoll, damit es nicht zu leicht wird und nicht zu lange dauert, bei uns kam zu zweit allerdings kaum Spielspaß auf. Daher kann ich Würfelhelden erst ab drei Spielern empfehlen. Besser noch zu viert, wenn die eigenen Würfel die meisten gegnerischen Züge überstehen müssen.

Glücksfaktor?

Bei einem Würfelspiel liegt es in der Natur der Sache, dass Würfelglück eine entscheidende Rolle spielt. Daraus zieht man bei Würfelhelden auch den Spielspaß, wenn man die Schwerter der Mitspieler knapp überbieten kann und alle anderen bei den eigenen Würfen mitfiebern. Die farbigen Würfeln lassen den eigenen Helden stärker wirken, da mehr Schwerter theoretisch möglich sind, aber es schwingt auch immer die Gefahr mit, die Würfel wieder zu verlieren. Da sollte man sich gut überlegen, sie erneut zu würfeln, wenn sie zunächst zu wenige Schwerter zeigen.

Meinung:

Das Spielmaterial ist hochwertig, da gibt es absolut nichts zu beanstanden. Der Spielspaß schwankte in unseren Partien mit unterschiedlichen Gruppen. Zu zweit mag ich Würfelhelden überhaupt nicht. Der Einsatz der Duell-Marker erscheint sinnvoll, da sonst zu zweit nur ein Wurf des Gegenspielers entscheiden würde. Das nimmt dem Spiel aber das spannende Hin und Her, welches in Partien mit mehr Spielern häufiger aufkommt. Für zwei Spieler gibt es einfach bessere Spiele, die ich vorziehe.

Bei mehr Spielern kann es richtig emotional werden, wenn die Schwerter immer und immer wieder mit wenigen Schwertern mehr übertroffen werden. Wenn man beispielsweise mit fünf Würfeln 13 Schwerter benötigt und mit dem letzten Wurf das entscheidende Schwert auftaucht. Oder dies nicht gelingt, weil genau ein verdammtes Schwert fehlt. Kommt es zu solch einem Trubel um die Steckbriefe, macht Würfelhelden richtig Spaß.

Es kann jedoch lukrativer sein, sich aus dem Kampf um die meisten Schwerter herauszuhalten, weil man stattdessen viele Münzen sammeln könnte. Hin und wieder vielleicht sogar mehr Münzen, als die Belohnung für den aktuellen Steckbrief einbringt. Es fühlt sich allerdings keineswegs heldenhaft an, sich von den Schurken fernzuhalten und sich stattdessen einfach nur die Taschen vollzustecken. Den Weg zum Sieg kann dies aber gut ebnen. Denn wer Münzen sammelt, sammelt damit sichere Siegpunkte ein, die einem keiner mehr nehmen kann. Wer hingegen seine Schwerter in die Mitte legt, kann überboten werden und hat mit diesen Würfeln keine Münzen aka Punkte gesammelt. Thematisch sollte es doch eigentlich im Mittelpunkt des Tuns stehen, die Bösewichte zu erwischen.

Fazit:

Würfelhelden ist ein stark reduziertes Würfelspiel, welches großen Spielspaß bieten kann. Es ist im Nu erklärt und losgespielt. Bei der relativ kurzen Spielzeit, ist eine Revanche keine Seltenheit. Manch einem Spieler kann das Spielprinzip aber einfach zu wenig sein.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Amigo Spiele
Autor(en): Richard Garfield
Erscheinungsjahr: 2022
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Amigo für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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