Honga

Honga Cover

Cover / Foto: HABA

Seit ein paar Jahren hat HABA die Spieleabend Approved-Serie im Programm. Dieses sind keine reinen Kinderspiele, für die Verlag vor allem bekannt ist, sondern sie sollen für Spieleabende mit der gesamten Familie und Freunden geeignet sein. Die Spiele dieser Serie gibt es in einigen unterschiedlichen Schachtelgrößen. Vor allem die Spiele in den großen, quadratischen Schachteln haben mir zuletzt weniger zugesagt. Wie passend, dass es letztes Jahr in Essen gar kein solches Spiel gab. Dafür zwei in rechteckiger Schachtel. Mountains habe ich nicht nur von der BerlinCon 2018 vorgestellt, sondern auch bei den Bretterwissern besprochen. Die erste Partie Honga hatte ich auch bereits in Berlin, es hat mir damals gut gefallen. Ob weitere Partien diese Meinung bestätigen konnten?

Spielmaterial:

In gewohnter HABA Qualität ist dieses Spiel mit viel Holzmaterial ausgestattet. Der Hingucker ist die hölzerne Figur eines Säbelzahntigers, dem namensgebenden Honga. Ebenfalls aus Holz sind die Mammuts und Urmenschen in den vier Spielerfarben sowie die Spielertableaus. Dessen Aussparungen sorgen für einen festen Sitz, sodass auch mal am Tisch geruckelt werden kann ohne die Position der Ressourcenmarker zu verändern. Ein großer Spielplan zeigt die Aktionsfelder und ist von einer Punkteleiste umgeben, ein kleinerer Spielplan dient der Ablage von Spielmaterial. Zum Beispiel der quadratischen Bonus- und Tauschkarten. Daneben sind runde Aktionskarten in zwei Ausprägungen enthalten.

Spielmechanismus:

Honga ist im Prinzip ein Wettrennen um Siegpunkte. Reihum setzen die Spieler ihre Aktionsscheibe auf einem der vier Plätze ein und lösen die Aktionen aus, auf welche die Hände auf der Scheibe zeigen. Der Ertrag entspricht jeweils der Anzahl Hände. Mindestens eine davon sollte in die Mitte in Richtung von Honga zeigen, andernfalls kommt das Tier zum aktiven Spieler und frisst eine Ressource. Nicht nur jetzt, sondern zu Beginn jeder Runde, solange Honga bei diesem Spieler verbleibt. Blöd ist dabei nur, dass die runden Aktionskärtchen nur in zwei oder drei Vierteln Hände zeigen.

Honga Kartenauswahl

Kartenauswahl / Foto: Brettspielpoesie

Mit den Händen, also den Aktionspunkten, können die Spieler unterschiedliches tun. Sie sammeln Ressourcen wie Pilze, Beeren, Fische und Wasser oder können den dichten Urwald durchforsten um so Boni, in Form von Karten, zu erhalten. Von diesen Karten dürfen pro Zug bis zu zwei verwendet werden, sie verbessern Aktionen, bieten zusätzliche Optionen oder lassen uns Honga vertreiben. Mit den Ressourcen können Mammuts angelockt werden oder ein Tauschhandel mit anderen Clandörfern durchgeführt werden, um an Siegpunkte zu gelangen. Wer die meisten Mammuts auf dem Spielplan hat, darf die besseren Aktionskarten mit einer Hand mehr verwenden. Nur zuvor angelockte Mammuts dürfen später eingetauscht werden.

Honga Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Eine weitere Möglichkeit an Siegpunkte zu gelangen bietet das huldigen der Naturgötter. Die Urmenschen erklimmen den Hügel, sobald ein Spieler oben ankommt, wird eine Wertung ausgelöst. Die Spieler auf dem Weg zur Spitze erhalten Punkte anhand ihrer bis dahin zurückgelegten Strecke.

Spielende:

Sobald ein Spieler die für die Spielerzahl erforderliche Siegpunktzahl erreicht oder überschreitet, endet die Partie nach der laufenden Runde. Doch muss dieser Spieler nicht der Sieger sein, falls ein Mitspieler auf den letzten Metern noch mehr Siegpunkte erzielen kann.

Spieleranzahl:

Anhand der Spielerzahl wird die notwendige Siegpunktzahl festgelegt, die das Spielende einläutet. Auch die vorhandenen Plätze für Mammuts werden angepasst. Dadurch funktioniert das Spiel mit jeder Spielerzahl gleich gut.

Glücksfaktor?

Die Aktionskarten limitieren die Möglichkeiten eines Spielers. Es gibt aber immer etwas zu bekommen und zudem einige Stellschrauben. Durch eine Mammutmehrheit kann Zugriff auf die besseren Aktionskarten erlangt werden. Es kann aber auch Teil der Strategie sein, es ab und an mit Honga aufzunehmen. Die Bonuskarten bringen natürlich ebenfalls Glück hinein, da ihre Auswirkungen recht unterschiedlich sind und sie mal besser oder schlechter benötigt werden können.

Fazit:

Mit Honga erreicht HABA genau das, was in meinen Augen von einem Spiel aus der Reihe Spieleabend Approved erwartet wird: Der nächste Schritt vom Kinderspiel auf dem Weg zum strategischen Spiel. Erst dachte ich, mit Stone Age gäbe es schon ein solches Spiel, da es thematisch sehr ähnlich daher kommt. Doch Stone Age ist nochmal ein etwas anderes Level, während Honga eher das Bindeglied dazwischen sein kann. Dabei bietet es aber ausreichend Optionen für erfahrene Spieler, sodass sich diese ebenfalls herausgefordert fühlen.

Thematisch macht Honga vieles richtig, die zur Verfügung stehenden Optionen passen dazu und machen das Spiel leicht zugänglich. Interaktion entsteht an einigen Stellen. Zum einen durch Honga, da man ihn bekommt, auch wenn er bei einem anderen Spieler steht und man so diesem Spieler eine kleine Last abnimmt. Zudem entsteht Interaktion durch den gemeinsamen Zugriff auf die Tauschkarten. Viele Informationen sind offen verfügbar, die Anzahl der Ressourcen der einzelnen Spieler zum Beispiel. So kann möglicherweise eingeschätzt werden, wer als nächstes welche Karten erfüllen wird. Dann noch über die Mammutmehrheit und den Hügel der Naturgötter. Es bleibt also auch interessant, wenn die Mitspieler am Zug sind. Die Züge selbst sind in der Regel schnell abgehandelt, die gesamte Partie ist vorbei, bevor es langweilig wird.

Trotz nur einer Aktionskarte ist die Entscheidung für die Platzierung nicht trivial und jede einzelne Hand hilft auf dem Weg zum Ziel. Oft passt die Ausrichtung noch ganz zu der gewünschten Aktion. Es kann sich rechnen, eine Ressource jede Runde an Honga abzugeben, um im Gegenzug alle Hände frei zur Verfügung zu haben. Es gilt die Hände möglichst effektiv einzusetzen, um schnell an die benötigten Punkte zu gelangen. Diese kleinen Entscheidungen gepaart mit der Notwendigkeit einige Züge im voraus zu planen, machen Honga interessant. Dazu das tolle Spielmaterial, alles führt zu einem gelungenen Einsteigerspiel in die Welt der strategischen Spiele.

Wertungsnote 5/6

Verlag: HABA
Autor(en): Günther Burkhardt
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Dauer: 30 – 45 Minuten

Vielen Dank an HABA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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