Kurz & Klein – Club der Tatzen / Beasty Bar 3 / Mice to meet you

Ich hatte 2019 begonnen, kleine und schnell vorgestellte Spiele nicht mehr in die starre Rezensionsstruktur zu pressen. Stattdessen möchte ich ähnliche Spiele, die irgendeine Gemeinsamkeit haben nicht kurz und klein hacken, wie der Titel es vermuten lassen könnte, sondern einfach gesammelt vorstellen. So bekommt ihr einen Überblick über das Spielprinzip und meine Gedanken zu diesen Spielen zu lesen. Die folgenden Kartenspiele haben einige Gemeinsamkeiten. In allen spielen Tiere eine große Rolle, ob Katzen bei einem Maskenball unterwegs sind, eine Reihe unterschiedlicher Tierarten in die angesagteste Bar der Stadt gelangen möchte oder Mäuse auf der Suche nach Speck, Käse und Nüssen sind. Alle drei Spiele bestehen hauptsächlich aus Karten, eignen sich für jüngere Spieler ab acht Jahren und sind in 20-30 Minuten gespielt.

Club der Tatzen

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Bereits auf der BerlinCon konnte ich eine erste Partie Club der Tatzen spielen, optisch hat es sich seither kaum verändert. Die Karten zeigen weiterhin viele niedliche Katzen in verschiedenen Farben und Posen, manche mit speziellem Fellmuster oder einem besonderen Accessoire. Jeder Spieler erhält geheim genau drei Karten mit einem dieser Attribute, diese steckt er zu sich gewandt in den Kartenhalter. Reihum werden nun Handkarten ausgespielt, welche jeweils 3 – 4 dieser Attribute auf einer Karte zeigen. Zum Beispiel eine blaue Katze auf dem Rücken, mit Streifen, die mit einem Wollknäuel spielt. Nun überprüft jeder Spieler seine Attribute, ist mindestens eines dabei, legt er eine seiner Masken auf die ausgespielte Karte. Treffen mehrere Attribute zu, bleibt es dennoch bei einer Maske. Auch der ausspielende Spieler muss beim Zutreffen eine Maske platzieren.

Anschließend darf der aktive Spieler auf ein Attribut bei einem Mitspieler tippen. Lag der Spieler richtig, muss der Betroffene die entsprechende Karte offen auslegen und der ratende Spieler erhält eine der Masken des Mitspielers dafür. Lag der Spieler jedoch daneben, geht eine seiner Masken an den anderen Spieler. Die Partie endet, sobald bei einem Spieler alle drei Attribute erraten wurden, dann wird nur noch die aktuelle Runde beendet, allerdings dürfen die Spieler in ihrem Zug nur noch ihren Rateversuch ausführen. Für jede fremde Maske gibt es anschließend einen Punkt, für jedes nicht enttarnte Attribut ebenfalls. Es gewinnt der Spieler mit der höchsten Punktzahl.

Club der Tatzen Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Obwohl ich kein großer Katzenfan bin, gefällt mir die gesamte Optik dieses Spiels, es ist liebevoll gestaltet. Das Spielprinzip selbst lässt mich allerdings relativ kalt, es bringt keinen neuen Impuls in die Welt der Deduktionsspiele und schafft es daher leider nicht, sich von anderen abzuheben. In unseren Gruppen störten wir uns daran, dass es häufig Abstauber gab: Durch die ausliegenden Karten kann bei einem Mitspieler eingegrenzt werden, dass er eines von zwei Attributen haben muss. Wählt man dabei genau das Falsche, kann der folgende Spieler den Punkt leicht „abstauben“, indem er das andere mögliche Attribut nennt. Das kam bei uns nicht so gut an und erschwerte die Bereitschaft zu weiteren Partien.

Für die Familienspielreihe des Verlags finde ich es dennoch passend, schließlich haben sie noch kein Spiel dieses Genres im Programm.

Wertungsnote 3/6

Verlag: HABA
Autor(en): Connor Reid
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 3 – 5 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an HABA für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Beasty Bar – Born to be Wild

Cover / Foto: Brettspielpoesie

Beasty Bar ist ein tolles, flottes Kartenspiel, welches ich auch nach fünf Jahren noch gerne spiele und empfehle. Die fiese Rangelei in der Schlange zur Bar ist einfach spaßig. Der zweite Teil, New Beasts in Town, wusste zu gefallen, jedoch wurden die Aktionen der Tiere schon komplizierter in der Durchführung. Ich mochte die Abwechslung, welche die Erweiterung dem Spiel hinzufügte, da das Spiel auch ein Jahr nach Erstveröffentlichung noch regelmäßig auf unserem Tisch landete. Nun, weitere drei Jahre später, war ich voller Hoffnung, das Beasty Bar mit den neuen Tieren erneut zu einem Dauerbrenner werden könnte. Es handelt sich dabei um keine Erweiterung, sondern ein eigenständiges Spiel, welches mit den vorherigen allerdings kombiniert werden kann.

Beasty Bar Born to be Wild / Foto: Brettspielpoesie

Das Spielprinzip hat sich nicht verändert. Es gibt fünf Plätze in der Drängelmeile, in welche jeder Spieler am Zug ein weiteres Tier hinzufügt. Dessen besondere Aktion wird ausgeführt und kann die Reihenfolge der Tiere ordentlich durcheinander wirbeln. Es folgen dauerhafte und wiederkehrende Aktionen und nur wenn im Anschluss fünf Tiere in der Schlange stehen, gelangen die ersten beiden in die Bar und das letzte Tier landet in der Gosse. Wieder gibt es 12 neue Tierarten, jede mit einer ganz speziellen Aktion. Genau genommen ist sogar eine dreizehnte Tierart enthalten, nämlich das schon längere Zeit vergriffene Beuteltier. Das mag einige Sammler freuen, welche die Promo damals verpasst haben. Weniger erfreulich empfinde ich die Änderung der Schachtelgröße, sie ist kleiner als zuvor, passt damit optisch nicht gut zu den anderen ins Regal. Noch störender finde ich es, dass die großen Karten gar nicht mehr anständig in dieser Schachtel untergebracht werden können. Erneut sind für vier Spieler nur zwei Übersichtsblätter enthalten, etwas unglücklich, da vor allem zu Beginn die Tieraktionen immer wieder nachgelesen werden müssen. Bei der Gestaltung der Karten wurden einige Änderungen zu den vorangegangenen Spielen dieser Serie vorgenommen: Die Punktzahlen stehen nun direkt auf den Karten und die Tiere werden zusätzlich durch Icons kategorisiert. Das ist mir positiv aufgefallen.

Die Tiere und ihre Aktionen selbst, kamen weniger gut an. Sie machen das flotte Spiel einfach nur komplizierter und langwieriger. Während im Grundspiel nur eine wiederkehrende und eine dauerhafte Aktion vorkommt, so sind es nun mehrere Tiere mit solchen Funktionen. Daher muss in jeder Runde genauer überprüft werden, wer sich nun alles bewegt. Zudem gibt es Karten wie den Adler, der über allen fliegt oder das Kamel, welches ein Tier in seinem Schatten stellt, also auf einem Tier platziert wird. Dadurch können mehr als fünf Tiere in der Drängelmeile ausliegen und trotzdem niemand in den Club gelangen. Aus diesen Gründen wird in meinen Gruppen weiterhin das Grundspiel präferiert, gegebenenfalls für etwas Abwechslung mal die New Beasts in Town hinzu genommen. Diese dritte Ausgabe wollte keiner erneut spielen. Daher sicher etwas für Sammler, die alles komplett haben wollen, vielleicht schon lange auf der Suche nach dem Beuteltier sind oder wenn neben dem Grundspiel und der ersten Abwandlung noch weiterer Abwechslungsbedarf besteht. Wieder können die Tiere auch beliebig kombiniert werden, dann wählen die Spieler pro Stärke ein Tier ohne die Wahl anfangs den Mitspielern zu offenbaren. Neueinsteigern rate ich weiterhin, sich erst einmal das Grundspiel Beasty Bar zuzulegen, damit macht man definitiv nichts falsch.

Wertungsnote 2/6

Verlag: Zoch Verlag
Autor(en): Anna Oppolzer, Stefan Kloß
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler
Dauer: 20 Minuten

Vielen Dank an Zoch für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Mice to meet you

Cover / Foto: Skellig

Ist es ein Würfel- oder doch ein Kartenspiel? Das bleibt wohl Definitionssache. Denn bei Mice to meet you würfeln die Spieler, um Karten loszuwerden. 18 nummerierte Handkarten bekommt jeder, vier davon liegen offen auf dem Tisch und zeigen an, welche Würfel verwendet werden. Zunächst sind das drei gelbe und zwei rote, die Summe der beiden roten muss der aktive Spieler immer nehmen, es darf die Augenzahl beliebiger gelber Würfel hinzugezählt werden, um eine wertgleiche Karte abzulegen oder umzudrehen (sollte sie auf dem Tisch liegen). Jede umgedrehte Karte sorgt für einen Würfel weniger, den der Spieler in den folgenden Zügen verwenden darf. Sollte der Spieler keine Würfelkombination verwenden können, um eine Karte abzulegen oder umzudrehen, muss er die letzte vom Ablagestapel aufnehmen oder eine Karte auf dem Tisch zurück drehen und bekommt damit auch den Würfel zurück. Die Mitspieler sind ebenfalls eingebunden, werden nämlich nicht alle Würfel vom aktiven Spieler verwendet, dürfen sie die Summe derer für sich benutzen. Tun sie dies, gibt es als Belohnung ein Nüsschen aus dem Vorrat für den aktiven Spieler. Mit diesen können Würfel modifiziert werden. Das ganze läuft solange, bis ein Spieler seine letzte Tischkarte umdreht, dies muss immer die Karte mit Wert 6 sein. Dann zählen alle Spieler die Werte ihrer Handkarten zusammen, der Spieler mit der niedrigsten Summe, gewinnt.

Mice to meet you Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Mir gefallen die Grafiken im Old School-Comic-Stil sehr, das ist aber sicherlich eine Geschmacksfrage. Das Thema ist völlig aufgesetzt, es bleibt ein recht abstraktes Würfelspiel. Bei uns wurde jedenfalls immer mit den roten und gelben Würfeln anstelle von Speck oder Käse gewürfelt. Das finde ich bei einem solchen Spiel aber gar nicht schlimm, die meisten Würfelspiele dieser Art versuchen ja nicht einmal ein Thema vorzugaukeln. Etwas problematisch zeigt sich die Weitergabe der Würfel, da die Spieler im Laufe des Spiels durchaus unterschiedliche viele Würfel zur Verfügung haben können, da kann es schnell mal zu Verwechslungen kommen. Insgesamt gefällt mir Mice to meet you als Absacker oder Aufwärmer wirklich gut, es ist leicht zu verstehen, schnell gespielt, aber dennoch nicht banal.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Skellig Games
Autor(en): Daniel Bernsen
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Skellig Games für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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