Top-Liste 2-Personen-Spiele

Brettgeschichte Logo
Logo / Foto: Brettspielpoesie

Ihr habt es so gewollt! Beim letzten Gewinnspiel gab es diverse Rückmeldungen zu meinem Blog, in denen sich die Teilnehmer Top-Listen von mir gewünscht haben. Da ich vor allem zu 2-Spieler-Spielen in letzter Zeit häufig befragt wurde, soll dies die erste Top-Liste werden. Ich tue mich allerdings vor allem damit schwer, Spiele in eine Reihenfolge einzuordnen, es gibt einfach zu viele gute Spiele auf ihre eigene Art und Weise. Daher habe ich meine liebsten Spiele in Kategorien unterteilt. Es gibt Spiele, die funktionieren nur oder erst so richtig gut bei mehr als zwei Spielern, was eine eigene Duell-Version erforderlich macht. Andere Spiele werden für genau zwei Spieler konzipiert. Einige davon können sehr zeitintensiv sein, das ist nix für nebenbei. Und dann gibt es Spiele, die sowohl zu zweit als auch mit mehr Personen Spaß bereiten. Meine derzeitigen Lieblingsspiele habe ich in den Kategorien einfach nur aufgelistet und nicht mit einem Ranking versehen, da jedes auf seine Art besonders ist. Links zu bestehenden Rezensionen sind enthalten, bei zwei Spielen habe ich noch etwas Nachholbedarf ;-)

Notre Dame (Jubiläumsausgabe)

Notre Dame Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Notre Dame ist nicht nur der Name einer katholischen Kirche im Herzen von Paris, sondern auch der Titel eines der früheren Werke des Spieleautors Stefan Feld. 2007 brachte er gleich zwei Vielspieler-Titel für alea auf den Markt (daneben erschien noch Im Jahr des Drachen). Auch wenn beide Spiele heute eine Durchschnittsbewertung von ungefähr 7.4 bei Boardgamegeek vorweisen können, gewann Notre Dame die Gunst der Kritiker im Erscheinungsjahrgang. Es landete auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres und musste sich beim Deutschen Spielepreis nur gegenüber Die Säulen der Erde geschlagen geben. Vor allem der internationalen Nachfrage haben wir es zu verdanken, dass dieses Spiel 10 Jahre nach der Erstveröffentlichung in einer Jubiläumsauflage erschienen ist. Weder am Material noch am Spielverlauf wurden Änderungen vorgenommen, lediglich etwas mehr gelang in die Verpackung.

The King’s Will

The King's Will Cover
Cover / Foto: Blackfire Games

Quasi ein Roadtrip des 10.Jahrhunderts liegt diesem Spiel zu Grunde. Der römisch-deutsche Kaiser Otto der Große bereist seine Ländereien um zu prüfen, was seine Herzöge in ihren Pfalzen so treiben. Denn er hat große Ansprüche an die Ausgestaltung seines Landes. Die Spieler sind die Herzöge und richten die Pfalzen zunächst nach ihren Wünschen ein, die Wünsche des Königs zu kennen müssen sie sich nämlich erst erarbeiten. Und dann auch noch merken, ohje, das Leben als Herzog kann schon ganz schön anstrengend sein. Nach und nach entstehen Landschaften, werden Orte errichtet und mit Gebäuden versehen. Doch was wären Orte ohne die Menschen, die dort leben. Daher muss man sich ebenso um die Vermehrung der Bürger und deren Zufriedenheit mit ihrer Heimat kümmern. Und wenn der König kommt, verlangt er auch noch besondere Abgaben. Aber so war das eben damals und so ist es noch heute am Spieltisch, wenn The King’s Will aufgebaut wurde.

Spielen im Urlaub

Brettgeschichte Logo
Logo / Foto: Brettspielpoesie

Die Ferienzeit ist im vollen Gange, da wird man häufiger gefragt, welche Spiele ideal für den Urlaub sind. Doch eine Pauschalantwort gibt es darauf nicht. Denn so unterschiedlich wie die Reiseziele und -aktivitäten sind auch die passenden Spiele. Angefangen beim Transport: Reise ich privat mit eigenem PKW habe ich meist mehr Platz, als wenn ich in den Urlaub fliege. Erst recht, wenn ich nur mit Handgepäck zu einem Kurztrip fliege. Und dort vielleicht noch plane, Spiele einzukaufen. So lief es bei uns letztes Jahr in Frankreich. Daher haben wir dort auf Brettspiel-Apps gesetzt, welche wir auf dem Smartphone auch gegeneinander spielen konnten. Zudem kann man ja die neuen Spiele antesten, wenn sie bereits zu zweit spielbar sind.

Targi – Die Erweiterung

Targi - Die Erweiterung Cover
Cover / Foto: Kosmos

Ist ein Brettspiel erfolgreich und verkauft sich sehr gut, dauert es oft nicht lange bis es die erste Erweiterung gibt. Und dann die zweite, die dritte, usw. bis “die Kuh gemolken ist”. Die Gefahr ist gegeben, dass solche Erweiterungen dem Spiel irgendwann keine nennenswerten Aspekte mehr hinzufügen und man sie, wenn überhaupt, nur aus Komplettierungszwang benötigt. Bei Targi dauerte es jedoch ganze vier Jahre bis zum Erscheinen der Erweiterung. Dabei war das 2012 sogar zum Kennerspiel des Jahres nominierte Spiel für zwei Personen die ganze Zeit über gefragt. Autor Andreas Steiger ist aber nicht hauptberuflich Spielentwickler und daher benötigte die Konzeption und Ausgestaltung dieser Erweiterung seine Zeit. Und so viel vorab: Es hat sich gelohnt! Scheinbar lenkten Verlag und Autor all ihre kreativen Ideen in die Spielentwicklung, denn die Erweiterung hat keinen spannenden Titel. Sie nennt sich einfach: Die Erweiterung. Das ist schlicht und mutig, aber das Spiel wirkt für sich. Lest jetzt selbst, was sich am Spiel verändert hat:

Bärenpark

Bärenpark Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Der Australier Phil Walker-Harding weiß mich mit seinen Spielen zu begeistern. Ob Sushi Go!, Cacao oder Imhotep – ich mag seine Spiele. Bei Twitter zeigt er regelmäßig Bilder seiner Prototypen und macht seine Anhänger damit heiß auf kommende Spiele. So konnte man seine Arbeit an einem Freizeitparkspiel beobachten. Diese Idee wurde weiter ausgearbeitet und statt in einem Freizeitpark finden wir uns in einem Bärenpark wieder, den wir aufbauen wollen. In diesem Tierpark sind vier verschiedene Bärenarten beheimatet: Pandabären, Gobibären, Eisbären und Koala Bären. Moment mal, Koalas sind doch eigentlich keine Bären!? Sie dürfen mitspielen, obwohl es sich eigentlich um Beuteltiere handelt. Sie überzeugen einfach durch ihre Niedlichkeit und konnten daher nicht weggelassen werden. Die Quittung dafür folgte auf dem Fuße: Spätestens sein Cottage Garden wissen wir, dass sich Tiere und Brettspielproduktionen nur bedingt vertragen. Die Koalas haben bei Bärenpark die Angaben zur Plättchenzahl auf dem allgemeinen Ablageplan durcheinander gebracht. Das kommt eben davon, wenn man sich von den süßen Tierchen ablenken lässt :-D

Burgevent Stahleck 2017 – Highlights

Beeple on Tour Burg Stahleck
Beeple on Tour/ Foto: Brettspielpoesie

Die drei-teilige Brettgeschichte zum Burgevent Stahleck vom Asmodee Verlag neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Insgesamt haben wir an diesem Wochenende 18 Spiele auf Burg Stahleck gespielt, viele andere zumindest kurz gesehen. Codenames Duet haben wir als einziges mehrfach hintereinander gespielt, aber leider trotzdem nie gewonnen… Immerhin ein weiterer guter Grund mehr Partien folgen zu lassen. Manche der Spiele sind kurz davor veröffentlicht zu werden, andere hatten noch einen sehr frühen Prototypen-Status. Ich erwarte mit Spannung die Endergebnisse der meisten Spiele, die bereits jetzt ein tolles Potential offenbarten. Aber fünf Spiele habe ich euch bisher unterschlagen. An dieser Stelle möchte ich euch gerne meine persönlichen Highlights des Wochenendes kurz vorstellen, die mich am meisten überzeugt haben.

Burgevent Stahleck 2017 – Teil II

Wir wurden von Asmodee eingeladen
und sind nach Bacharach gefahren,
um aus einer Auswahl an vielen
Prototypen, einige davon zu spielen.

Dem sind wir gerne nachgekommen,
haben die Burg Stahleck erklommen.
Den tollen Ausblick nur kurz bestaunt,
denn dann wurde gespielt, froh gelaunt.

Mit lieben Menschen gespielt und gelacht
ein wirklich tolles Wochenende verbracht.
Freut euch auf das, was demnächst erscheint
bei Asmodee mit den Heidelbären friedvoll vereint.

Burgevent Stahleck 2017 – Teil I

Beim Heidelberger Burgevent lud der Heidelberger Spieleverlag einmal im Jahr Mitarbeiter, Supporter und Freunde zum gemeinsamen Spielen und Beisammensein auf die Burg Stahleck am Rhein. Dort wurden jedes Jahr viele Neuheiten aus dem gesamten Verlagsprogramm vorgestellt. Dafür sind viele internationale Verlagsmitarbeiter und Autoren vor Ort, um ihre Spiele zu präsentieren. Nicht wenige davon tauchen später auf irgendwelchen Listen auf. Ich freute mich sehr, als auch ich in diesem Jahr eine Einladung erhalten habe. Lange Zeit war ungewiss, ob Asmodee nach dem Zusammenschluss mit dem Heidelberger Spieleverlag diese Tradition weiter führen wird. Aber was ist schon gegen ein verspieltes Wochenende in traumhafter Kulisse einzuwenden? Die Agenda war eindeutig: Frühstück – Spielen – Mittag -Spielen – Abendessen – Spielen open end. Drei Tage Burg Stahleck lassen sich nur schwer in einer einzigen Brettgeschichte erzählen. Daher gibt es diese Woche gleich drei davon an drei aufeinanderfolgenden Tagen :-D

Bitte beachtet, dass die hier geschilderten Eindrücke sich auf jeweils eine gespielte Partie beziehen und die meisten Bilder Prototypen, also noch keine fertig ausgearbeiteten Spiele, zeigen.

Risiko Evolution

Risiko Evolution Cover
Cover / Foto: Brettspielpoesie

Neben Monopoly gehört Risiko ebenfalls zu den Spielen, die gefühlt mindestens in jedem zweiten Haushalt zu finden sind. Aber nicht weil es so klasse wäre, sondern weil es fast überall erhältlich ist und weitreichend bekannt ist, auch wenn man sich mit Brettspielen nicht weiter auseinander setzt. Unzählige Lizenz-Versionen gibt es mittlerweile davon, die meisten bieten nicht viel Neues, aber schaffen damit Kaufanreize sich vielleicht endlich doch mal ein Risiko zu besorgen oder ein weiteres dazu zu stellen. Mit Risiko Star Wars hat der Verlag Hasbro bewiesen, dass es auch anders sein kann. Und Risiko Evolution war schon zuvor der erste Vorstoß von Rob Daviau ein Spiel mit einer Legacy-Komponente zu versehen, sodass die Spieler das Spiel verändern und ihm eine persönliche Note geben können. 60 Jahre nach Erscheinen des Originals, nachdem uns Pandemic Legacy völlig vom Hocker gehauen hat, verbrachten wir die Wartezeit auf die zweite Staffel mit 15 Partien Risiko Evolution, von denen ich heute berichten möchte. Natürlich spoilerfrei!