Robin von Locksley

Cover / Foto: Wyrmgold

Als Robin von Locksley wohlbekannt
ist Robin Hood nur wenigen im Land.
Doch auch woanders kennt man ihn,
durch den Sherwood Forest zieh’n.
Nur König John ist wenig erfreut,
über Robins regelmäßige Beut‘.
Von den Reichen er stiehlt,
was er den Ärmsten gibt.
Dabei stets an seiner Seite steh’n,
Little John und die „Merry Men“.
Das ist hier aber kaum relevant,
das Thema macht es jedoch charmant,
dieses Spiel, im Kern abstrakt,
mit ’ner Menge Spielspaß vollgepackt.

 

Spielmaterial:

Hauptsächlich besteht dieses Spiel aus den 60 Beuteplättchen in sechs verschiedenen Farben. Das Spielfeld ist eine Auslage einiger davon, umschlossen von den kleinen und großen Ruhmplättchen mit den Aufgaben. Die Spieler erhalten jeweils zwei Figuren, einen Springer um die Beute in der Mitte einzusammeln und einen Barden, der für jede erfüllte Aufgabe außen voran schreitet. Die Ruhmplättchen sind beidseitig bedruckt, eine Seite in deutscher und eine in englischer Sprache. Die Schachtel ist allerdings ein wenig überdimensioniert für das enthaltene Spielmaterial.

Spielmechanismus:

Auf einem Raster aus fünf mal fünf Beuteplättchen bewegen die Spieler ihre Pferdchen im Rösselsprung. Das Plättchen auf dem sie landen nehmen sie an sich und legen ein neues Plättchen auf den frei gewordenen Platz. Vor und nach dieser Bewegung können Aufgaben erfüllt werden. Diese beziehen sich zumeist auf die gesammelte Beute, manches Mal auch auf die Pferdchen und ihre Positionen oder den eigenen Reichtum.

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Beuteplättchen einer Farbe bei einem Spieler werden als Sammlung bezeichnet, besteht eine solche aus mindestens drei Plättchen darf sie verkauft werden. Dabei werden zwei dieser Plättchen abgelegt, alle weiteren dürfen umgedreht werden und zählen nun jeweils als Goldmünze. Mit einer solchen darf eine Aufgabe übersprungen werden. Das Spielfeld muss zwei Mal umrundet werden. Im zweiten Durchlauf verändert sich die letzte Aufgabe, sie besteht immer darin mindestens vier Goldmünzen zu besitzen.

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Es gibt zwei Möglichkeiten eine Partie zu beenden: Schafft es ein Spieler die Aufgaben viel schneller zu erfüllen als der Mitspieler und kann diesen dabei überrunden, gewinnt der vorne liegende Spieler sofort. Alternativ endet die Partie, mit einem Sieg für den Spieler, der als erster die zweite Runde beendet, indem zuerst das letzte Feld des Umlaufs betreten werden darf. Für längeren Spielspaß oder kürzere Partien kann der Rundlauf durch Hinzufügen oder Entfernen von Aufgaben vergrößert oder verkleinert werden.

Spieleranzahl:

Robin von Locksley ist ein reines 2-Personenspiel. Für Varianz sorgen die unterschiedlichen Ruhmplättchen, die immer zufällig angeordnet werden und von denen mehr enthalten sind, als in einer Partie verwendet werden.

Glücksfaktor?

Bei diesem Spiel fließen Strategie, Taktik und Glück einfach ineinander. Es hilft einen groben Plan zu haben, welche Aufgaben erfüllt werden wollen und wann sinnvoll Geld zum Überspringen eingesetzt wird. Die zufällige Auslage der Beuteplättchen lässt die Spieler jedoch immer wieder taktisch agieren und der Zufall bringt natürlich auch eine ordentliche Portion Glück hinein. Es gibt bestimmte Aufgaben, deren Erfüllung stark von der Auslage abhängen, wie zum Beispiel eine Farbe zu sammeln, von der kein Plättchen mehr in der Mitte liegt.

Fazit:

Thematisch hat mich dieses Spiel überhaupt nicht erreicht, ich fühlte mich keineswegs als Rächer der Enterbten und verstehe auch nicht, wieso es plötzlich zwei Robins geben soll, die in Konkurrenz treten. Doch lässt man dies außen vor, bekommt man ein immer wieder spannendes Wettrennen für zwei Spieler. Dabei haben es abstrakte Spiele bei mir gar nicht so einfach, allerdings unterstützt die thematische Einbettung dann doch irgendwie, denn es fühlt sich für mich eben nicht störend abstrakt an. Man sammelt Beute aus der Mitte und versucht möglichst effizient die Aufgaben zu erfüllen, dabei wird hin und wieder das erbeutete Geld eingesetzt, um Aufgaben nicht erledigen zu müssen. Das spricht den Optimierer in mir an. Die Regeln sind einfach, daher leicht zu erklären und ebenso leicht zu verstehen, es gibt keine große Einstiegshürde.

Sucht man das Haar in der Suppe, kann man sich am Glücksfaktor stören oder daran, dass oft schon einige Runden vor dem Ende fest steht, wer gewinnt, wenn keine Fehler mehr gemacht werden. Durch die Möglichkeit Aufgaben mit Geld zu bezahlen, bleibt es in der Regel jedoch lange spannend. Diese Möglichkeit erinnert mich an die Bohnanza-Erweiterung Marco Bohno, bei der es ebenfalls die Möglichkeit gibt Aufgaben mit Talern zu überspringen. Schon dabei gefiel mir die daraus entstehende Flexibilität. Wie so oft bei Spielen von Uwe Rosenberg wird hier zwar ein Element wieder verwendet, das restliche Spiel drum herum unterschiedet sich jedoch ausreichend.

Robin von Locksley ist ein richtig schönes Wettrennen, welches durch die unterschiedliche Anordnung der Aufgaben immer wieder anders verläuft. Kein komplexer Rosenberg, sondern ein einsteigerfreundliches Spiel. In meinen Augen ein gelungener Auftakt für den jungen Verlag, bei dem ich gespannt bin, was da in nächster Zeit noch so erscheint.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Wyrmgold
Autor(en): Uwe Rosenberg
Erscheinungsjahr: 2019
Spieleranzahl: 2 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Wyrmgold für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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