Was gibt’s zu Essen? No.1 – Wyrmgold

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Logo / Foto: Brettspielpoesie

Die diesjährige Spiel in Essen, die weltweit größte Brettspielmesse, steht bereits in den Startlöchern. Bei BGG wird die Neuheitenliste schon fleißig befüllt, alle Szenekundigen strecken so langsam die Fühler aus, welche Spiele man keineswegs verpassen sollte. Und auch an mir geht dieser Kelch natürlich nicht vorbei, Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. In diesem Jahr werde ich erneut den einen oder anderen Pressetag der Verlage besuchen. Doch bevor diese anstehen, möchte ich euch von einem Treffen am vergangenen Samstag berichten, als mich Alexander Ommer besucht hat.

Vor einiger Zeit wurde ich auf den Verlag Wyrmgold aufmerksam, besonders der Standort ließ mich aufhorchen: Meine. Ein Ort ganz in der Nähe meines Wohnorts, meine Schwester hat viele Jahre dort gelebt und auch mein liebster Buchverlag hat dort seinen Sitz. Davon habe ich jedoch erst erfahren, als ich bereits Bücher des Verlags im Internet bestellt und dann zu Hause zufällig auf das Impressum geschaut habe. Manchmal erscheint die Welt doch einfach klein. Und nun versucht auch ein Spieleverlag dort Fuß zu fassen. Kurzerhand habe ich Kontakt zu Verlagsgründer Alexander Ommer aufgenommen, um ihn und seine Spiele kennen zu lernen. Alexander ist selbst auch Spieleautor und hat bereits ein anderes erfolgreiches Unternehmen gegründet: Digidiced lässt die Spieler analoge Brettspiele als Apps digital erleben. Sie haben bereits Titel wie Terra Mystica, Patchwork, Isle of Skye oder Die Burgen von Burgund umgesetzt und arbeiten ganz aktuell an der Viticulture-App.

Der Schritt zu einem eigenen Brettspielverlag wurde von Erfolgsautor Uwe Rosenberg angestoßen, so lässt es sich laut Alexander Ommer seriöser gegenüber Geschäftspartnern auftreten. Zudem erforderte die Arbeit und die Verwaltung des Kapitals die Gründung einer GmbH. Von Uwe Rosenberg stammt auch eines der beiden Spiele, mit denen der Verlag Wyrmgold dieses Jahr startet. Hinter dem Titel Robin von Locksley versteckt sich nicht nur der alternative Name vom allseits bekannten Robin Hood, sondern auch ein Set Collection-Wettrennen für exakt zwei Spieler. Dabei stehen sich zwei Versionen des Rächers der Enterbten gegenüber, um zu beweisen, wer der würdigere Träger dieses Namens ist. Im Rösselsprung können sich die Pferde beider Spieler über die Schatzkarten des modularen Spielplans hinweg bewegen, sie erhalten immer den Schatz, auf dem ihre Figur zum Stehen kommt. Um die Auslage der Schatzkarten herum liegen Aufgaben, welche die Spieler in der vorgegebenen Reihenfolge erfüllen wollen. Es gibt einfachere, wie zum Beispiel mindestens eine Schatzkarte einer bestimmten Farbe ausliegen zu haben oder schwerere, beispielsweise von einer Schatzart mindestens vier Karten gesammelt zu haben. Gegen eine Münze darf eine Aufgabe ignoriert werden. Um an weitere Münzen zu gelangen, müssen Karten einer Farbe verkauft werden. Und zwar immer alle, auch wenn die nächste Aufgabe eben solche Schätze verlangt. Und so versuchen die Spieler ihre Pferde geschickt Schätze einsammeln zu lassen und diese im richtigen Moment zu veräußern, um dem Mitspieler immer mindestens eine Nasenlänge voraus zu sein. Ein interessantes Duell, bei dem ich mich auf weitere Partien freue. Der Verlag beschreibt als Intention „spaßige und vor allem auch schnell erlernbare Spiele“ zu veröffentlichen, „die dennoch ein gewisses Maß an Tiefe besitzen.“ Ich denke das kann mit Robin von Locksley gelingen. Es gehört sicher zu den leichteren rosenbergschen Spielen, übt dabei dennoch einen gewissen Reiz

Spielsituation – PROTOTYP!!! / Foto: Brettspielpoesie

Ein persönlicheres Spiel wird Drachensachen werden. Der ungewöhnliche Verlagsname Wyrmgold geht auf den Wyrm, eine alte Bezeichnung für Drache, zurück. Das Gold soll für den immer wertvoller werdenden Hort von Brettspielen stehen, den der Verlag produzieren möchte. Man entschied sich für einen Drachen namens Kin (japanisch für Gold) als Maskottchen des Verlags und dieser soll nun quasi sein eigenes Spiel erhalten. Carsten Lauber und Rocky Bogdanski sind die Autoren dieses schnellen Absackerspiels, bei dem die Spieler versuchen, vor allen anderen ihre Karten loszuwerden. Die Karten zeigen Werte von 1 – 9, gelegt werden dürfen Karten gleichen oder höheren Werts. Wer nach diesen Regeln nicht legen kann, nimmt den gesamten Ablagestapel auf. Es gibt aber auch Drachen, wie der Spieltitel bereits vermuten lässt, die (fast) immer gelegt werden dürfen und Sonderfunktionen bieten. Neben den Karten auf der Hand hat jeder Spieler offen liegende Karten und darunter verdeckte. Erst wenn die Kartenhand aufgebraucht ist, darf von diesen Karten Gebrauch gemacht werden. Die offenen Karten sehen auch die Mitspieler, die Verdeckten müssen auf gut Glück abgelegt werden. Alexander hat uns in dieser Partie ganz schön abgezogen, er hatte auch wirklich unverschämt viel Glück mit seinen verdeckt liegenden Karten. Die einzelnen Kartenwerte haben noch Zusatzfunktionen, es soll auch eine zusätzliche Variante geben. Nach dieser nahezu chancenlosen Niederlage fühlen wir uns natürlich heraus gefordert und freuen uns auf die erste Partie mit richtigen Karten, anstelle des kleinformatigen Ausdrucks, mit dem wir am Samstag spielten.

Spielsituation – PROTOTYP!!! / Foto: Brettspielpoesie

Ich bin gespannt, was uns aus dem Wyrmgold Verlag noch alles erwartet. Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt und werden uns hoffentlich noch das ein oder andere Mal zum Spielen treffen und vielleicht auch mal mit einem der Autoren spielen und/oder sprechen. Wer sich selbst ein Bild vom Verlag und seinen Spielen machen möchte, sollte den gemeinsamen Stand mit Frosted Games in Halle 1 auf der SPIEL in Essen aufsuchen. Ich wünsche Alexander und seinem Team viel Erfolg mit seinem Verlag und vielleicht lernen wir ja auch bald Spiele aus seiner eigenen Feder kennen.

Kartenauswahl / Foto: Brettspielpoesie

Achtung! Das Spielmaterial auf dem Bildern ist noch nicht final!

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