Spielefamilie: Colt Express

Spielefamilie Logo

Spielefamilie Logo / Foto: Brettspielpoesie

Manches Mal bietet es sich einfach an, verschiedene Spiele bzw. Erweiterungen in einem Zug zu betrachten und nicht als einzelne Rezensionen zu veröffentlichen, daher werde ich nun ab und an Spielefamilien vorstellen. Es wird sicherlich keine regelmäßige Rubrik werden, sondern eher immer wenn es passt mal eingestreut und vielleicht auch eine bereits existierende Rezension verlinkt, wenn dazu bereits etwas veröffentlicht wurde. So wie heute, denn das zum Spiel des Jahres 2015 ausgezeichnete Colt Express habe ich euch bereits vorgestellt. In diesem Jahr besuchte ich zum ersten Mal die SdJ-Verleihung in Berlin. Seitdem sind zwei große Erweiterungen erschienen, die ich euch auch bereits vorgestellt habe, aber daneben auch noch einiges an Kleinkarm, auf den ich heute näher eingehen werde.

Colt Express

Bei Colt Express verkörpern die Spieler Banditen, die gerade dabei sind einen Zug auszurauben. Mit ihren Aktionskarten planen sie die nächsten Züge, alle Karten einer Runde werden erst im Anschluss nacheinander ausgeführt. Das sorgt für so manches Chaos, denn nicht selten steht man gar nicht mehr an dem Ort, an dem man etwas ausführen wollte. Hinzu kommen Patronenkarten, wenn man angeschossen wurde, die das eigene Kartendeck aufblähen und einen so manches Mal zur Alternativaktion weitere Karten nachzuziehen zwingt. Dies ist kein Spiel für Strategen, aber ein lockerer Spielspaß für bis zu sechs Personen. Empfehlen kann ich es jedoch erst ab vier Spielern. Wer mehr erfahren möchte, gelangt hier zu meiner vollständigen Rezension.

Wertungsnote 5/6

Colt Express – Postkutsche und Pferde

Das zum Spiel des Jahres ausgezeichnete Spiel hat noch im Jahr der Auszeichnung eine erste Erweiterung bekommen. Diese bringt Pferde ins Spiel, denn nun kommen die Banditen angeritten und entscheiden sich geheim in welchem Waggon sie starten wollen. Zudem fährt eine Postkutsche nebenher, deren Passagiere als Geisel genommen werden können. Dafür gibt es bei Spielende einen Bonus, behindert den Spieler bis dahin aber auch etwas. Die vollständige Rezension dieser Erweiterung findet ihr hier.

Wertungsnote 4/6

Colt Express – Der Zeitreisewagen

Eine der genialsten Promos aller Zeiten ist sicherlich der DeLorean, der wie im Film Zurück in die Zukunft III vor den Zug gespannt wird. Zu diesem Zeitreisewagen habe ich nach der Spiel’15 auch schon mal etwas geschrieben, von daher werde ich nun nicht weiter darauf eingehen.

Colt Express DeLorean

Colt Express DeLorean / Foto: Brettspielpoesie

Colt Express – Bahnhofskarten

Zwei neue Bahnhofskarten gibt es bisher, leider lassen sich beide anhand ihrer Rückseite von denen des Grundspiels unterscheiden.

Nordpolbahnhof

Diese Bahnhofskarte führt zu vier Runden, von denen die dritte im Tunnel gespielt wird. Am Ende der Partie müssen alle Spieler ihren wertvollsten Geldsack an den Weihnachtsmann abgeben, damit dieser mehr Geschenke besorgen kann. Diese Karte war zunächst hinter Türchen Nummer 3 des Brettspieladventskalenders 2015 zu finden, darüber habe ich bereits berichtet: Nordpolbahnhof

Colt Express Bahnhofskarten

Bahnhofskarten / Foto: Brettspielpoesie

Colt Express – Le tunnel avant l’arrivée en gare

Im französichen Magazin Plato #74 gab es eine Bahnhofskarte, die vier Runden vorgibt, in denen die ersten drei Runden im Tunnel gespielt werden. Hier gilt der Zusatz, dass in diesen Tunnelrunden bei einem erfolgreichen Schuss der getroffene Bandit wie bei einem Hieb einen Geldsack verliert. Es gibt sie bisher nur in der französischen Version, da auf der Karte selbst aber kein Text vorkommt, kann man sie in jeder anderen Sprache problemlos einsetzen. Nur der Titel bleibt eben etwas sperrig.

Colt Express – Marshal & Gefangene

Ein Jahr nach der ersten Erweiterung folgte bereits die zweite Erweiterung mit dem Untertitel Marshal & Gefangene. Damit ist Colt Express mit bis zu acht Spielern spielbar, denn der Marshal kann selbst verkörpert werden und mit Mei ist ein weiterer Charakter für die gelbe Spielfigur hinzugekommen. Der Marshal wird nun in orange gespielt und kann von den Mitspielern wie jeder andere Charakter angeriffen werden. Als Gesetzeshüter geht es ihm natürlich nicht darum, das meiste Geld einzukassieren, er zieht geheime Karten, die erfüllt werden müssen, um die Partie zu gewinnen. Darunter befinden sich Steckbriefe der teilnehmenden Charaktere, die er versucht ins Gefängnis zu bringen und zusätzliche Aufgaben. Die Spieler können andere Spieler befreien oder einen Handlanger, der eine zusätzliche Sonderfähigkeit mit sich bringt. Weitere Details könnt ihr hier nachlesen.

Wertungsnote 4/6

Colt Express Cursed Loot

Zunächst nur bei Colt Express Turnieren erhältlich waren die neuen Loot-Plättchen, also Geldsäcke, Diamanten und Koffer. Wir haben unser Exemplar auf der Spiel’18 am Stand von Ludonaute erworben.

Konnte man sich bisher sicher sein, dass ein Koffer die Summe von 1.000$ enthält, ein Diamant 500$ wert ist und die Geldsäcke mindestens 250$, so bringen diese Plättchen Ungewissheit hinein. Ist der Geldkoffer plötzlich nur noch 10$ wert, lohnt es sich eher nicht den beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen.

Colt Express Cursed Loot

Cursed Loot / Foto: Brettspielpoesie

Colt Express Accessoires

Über die Jahre sind so manche Accessoires erschienen, die dem Spiel keinen neuen, spielerischen Twist geben, sondern einfach einen etwas anderen Anstrich. Da wäre die Spielmatte aus Papier, die es 2014 in der Spielbox gab. Sie zeigt Bahnschienen, auf denen der Zug platziert werden kann und wird von uns in jeder Partie eingesetzt, da sie der Spielauslage einfach mehr Flair gibt. Zwei Jahre später hat der Verlag sie mit einer anderen Grafik als dünne Schaumstoffmatte veröffentlicht, die auch aktuell noch verfügbar zu sein scheint.

Colt Express Spielmatte

Spielmatte / Foto: Brettspielpoesie

Ein leider recht sinnfreies Accessoire befand ich im einmaligen Osternest 2016 von Frosted Games: Der Fels – Ein Kartenablage für die Spielerkarten einer Runde. Doch dafür braucht es meiner Meinung nach keine besondere Ablage, die müsste ja eh Runde für Runde umher gehen, wenn andere Spieler die Runde starten und die Karten einsammeln. Optisch sollte diese Kartenablage einen Vorgeschmack auf die dritte Erweiterung Kavallerie & Indianer bieten, die 2016 für den Herbst angekündigt war. Doch bis heute ist davon nichts in Sicht.

Colt Express Fels

Colt Express Fels / Brettspielpoesie

Ein Kartenset, welche zunächst nur beim Kauf am Asmodee-Stand auf der Spiel heraus gegeben wurde, sind die alternativen Hieb-Karten. Für jeden Charakter inklusive Mei, die erst mit der zweiten Erweiterung hinzu kam, existiert eine solche Hieb-Karte mit neuer Grafik. Sie kann eine normale Hieb-Karte ersetzen oder zusätzlich hinzugefügt werden.

Colt Express Hiebkarten

Hiebkarten / Foto: Brettspielpoesie

Auf der letztjährigen Spiel konnten wir am Stand von Ludonaute die Bahnhof – Kartenablage erwerben. Sie dient nur zur Ablage der Rundenkarten und ist damit eigentlich ebenso überflüssig wie der eben erwähnte Fels, aber wird als 3D-Bahnhofsstation zusammen gesetzt und macht daher optisch doch noch etwas mehr her.

Colt Express Bahnhof

Colt Express Bahnhof / Foto: Brettspielpoesie

Colt Express Banditen

Die bisher letzte Mini-Erweiterung zu Colt Express sind die Banditen. Die kleinen Päckchen erhalten für jeden Charakter des Originalspiels ein wenig zusätzliches Material, in der Regel ein paar Karten und einige Stanzteile und sind jeweils einzeln zu erwerben. Pro Partie sollte nur einer davon gewählt werden, der zusätzlich am Spiel teil nimmt. Jeder Bandit hat dabei seine eigenen Regeln, basierend auf den spezifischen Fähigkeiten, dabei wurden teils wirklich originelle Ideen umgesetzt. Im Prinzip gewinnt ein solcher Bandit, wenn er bei Spielende der reichste aller Banditen ist. Manche Charaktere haben allerdings noch zusätzliche Bedingungen, unter denen sie eine Partie für sich entscheiden.

Colt Express Banditen

Colt Express Banditen / Foto: Brettspielpoesie

Zunächst fand ich die Idee ganz interessant und hatte mir erhofft, besonders mit wenigen Spielern dadurch mehr Spielspaß aus einer Partie Colt Express Partie heraus zu holen. Doch leider ging dieser Schuss nach hinten los, egal ob zu zweit oder viert, die Banditen erscheinen einfach überflüssig. Sie handeln komplett zufällig und dadurch teilweise unlogisch. Auch im Spiel mit mehreren Personen kann mal ein geplanter Zug komplett daneben gehen, doch darauf kann man sich in gewisser Weise einstellen, da die realen Spieler ihre Züge meist danach ausführen, wie sie am besten davon profitieren können. Hier bestimmt der reine Zufall und das kann einem schnell den Spaß verderben. Dazu kommt, dass ihre spezifischen Aktionskarten nicht wirklich selbsterklärend sind, was zu häufigen nachschauen in der kurzen Anleitung führt. Außerdem sind dort nicht alle möglichen Fälle abgedeckt, daher ist es schwer nachzuvollziehen welche Regeln aus dem Grundspiel für die Banditen noch gelten. Doch ist das noch nicht alles, manche Banditen haben neue Patronenkarten, die aufgrund ihrer Beschaffenheit sowohl von der Optik als auch der Haptik von den Originalkarten zu unterscheiden sind. Das führt einfach nicht zu dem erhofften Spielspaß, dann lieber erst ab vier Spielern zu diesem Spiel greifen.

Verlag: Ludonaute / Vertrieb: Asmodee
Autor(en): Christophe Raimbault
Erscheinungsjahr: 2014 / 2015 / 2016 / 2018
Spieleranzahl: 2 – 6 (8) Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Asmodee für die teilweise Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

Ähnliche Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.