The Loop

Dr. Foo bringt das Universum in Gefahr,
nicht nur im Jetzt – auch was mal war,
wird durch Risse in der Zeit bedroht,
bekommt ihr wieder alles ins Lot?
Auf der Suche nach Dr. Foo,
hilft euch so mancher Loop,
hinter dem Bösewicht aufzuräumen
und von der Rettung der Welt zu träumen.

Spielmaterial:

Zentrales Element ist der siebeneckige Spielplan, der die sieben Ären zeigt, durch welche die Spieler den wahnsinnigen Dr. Foo jagen und von ihm verursachte Risse in der Zeit beheben. An jede der sieben Kanten wird eines der insgesamt zehn Maschinenteile angelegt, in der Mitte ist der als Zeitmaschine genutzte Würfelturm mit seinen drei Ausgängen zu platzieren. Ein weiterer Spielplan dient der Kartenablage. Es gibt Artefaktkarten mit Aktionen für die Spieler und Foo-Karten, die bestimmen wo Dr. Foo auftaucht und Zeitrisse verursacht. Seine Duplikate sind als Marker mit Start-Ära auf der einen Seite und Ziel-Ära auf der anderen zunächst im orangefarbenen Beutel verstaut, aus dem sie im Laufe des Spiels zufällig auftauchen.

The Loop Duplikate
The Loop – Duplikate / Foto: Brettspielpoesie

Die Spieler können pro Partie aus fünf Charakteren mit spezifischen Fähigkeiten wählen, die jeweils eigene Startdecks besitzen. Zu jedem Charakter existiert auch eine passende Holzfigur. Kleine Kunststoffwürfel in den Farben rot, grün und blau sind ebenso dabei wie weitere Stanzteile für die unterschiedlichen Spielmodi.

Spielmechanismus:

Dr. Foo bereist vor jedem Spielerzug eine Ära und sorgt dafür, dass über den Würfelturm mindestens zwei rote Zeitrisswürfel in diese oder die beiden angrenzenden Ären fallen. In welche Ära er genau reist, entscheiden die Foo-Karten, die erst neu gemischt werden, nachdem jede Karte ein Mal aufgedeckt wurde. Zudem lässt Dr. Foo zufällige Duplikate von sich selbst erschaffen und eine Karte wird in der auf ihr angegebenen Ära bereit gelegt.

Die Spieler bewegen sich in ihren Spielzügen durch diese Ären, um Zeitrisse und Duplikate zu entfernen sowie grüne Energiewürfel für mehr Optionen zu erschaffen. Das alles ist eigentlich bloß Schadensbegrenzung bzw. Hilfestellung, für den Sieg zählt nur die Erfüllung der Aufgaben auf den offen liegenden Maschinenteilen. Davon gibt es ganz unterschiedliche, die sich auf Energiewürfel, Zeitrisse, Duplikate, Loops oder Charaktere in bestimmten Ären beziehen. Wenn eine solche Aufgabe vollständig erfüllt ist, muss ein Spieler dort noch seinen Zug beenden, um das Maschinenteil zu archivieren und ein Neues aufzudecken.

The Loop Spielplan
The Loop – Spielplan / Foto: Brettspielpoesie

Drei Karten stehen jedem Charakter pro Zug dafür grundsätzlich zur Verfügung, die in beliebiger Reihenfolge spielbar sind. Sie können eines von drei Dimensionssymbolen zeigen, besonders starke Karten zeigen jedoch keines. Alternativ kann sich die eigene Spielfigur bewegen. Zu einer kostenfreien Bewegung ermöglichen herumliegende Energiewürfel weitere Bewegungen. Diese lassen sich aber auch einsetzen, um einen titelgebenden Loop auszuführen und Karten zu reaktivieren. Ein solcher Loop macht alle Karten eines Symbols erneut verfügbar. Ein weiterer Loop kostet zwei Energiewürfel, der nächste drei und immer so weiter.

The Loop Spielsituation
The Loop – Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Wenn ein Duplikat die auf ihm angegebene Ära erreicht, verschwindet es. Zum Abschluss des Zuges ist es erlaubt eine ausliegende Karte aus der Ära aufzunehmen, in der sich ein Charakter befindet. Sind ausreichend Würfel auf dem Maschinenteil dieser Ära, wird dieses archiviert und alle Spieler erhalten eine Karte als Belohnung. Zudem wird ein neues Maschinenteil aufgedeckt und offenbart die neue Aufgabe.

The Loop - Zeitmaschine
The Loop – Zeitmaschine / Foto: Brettspielpoesie

Sollte es nicht gelingen, die Risswürfel rechtzeitig zu entfernen, sodass vier oder mehr davon in einer Ära auftauchen, entsteht dort ein sogenannter Vortex. Liegt dort noch ein Maschinenteil, wird dieses durch den Vortex ersetzt. In einen Vortex gelangen keine neue Karten mehr, welche die Spieler von dort aufnehmen könnten.

The Loop - Spielsituation mit Vortex
The Loop – Spielsituation mit Vortex / Foto: Brettspielpoesie

Es gibt drei weitere Missionen, die noch bestimmte Zusatzelemente und -regeln hineinbringen. Weiterhin lässt sich jede Mission auf abgestuften Schwierigkeitsstufen erleben.

Spielende:

Sobald das vierte Maschinenteil archiviert wird, indem die zugehörige Aufgabe erfüllt werden konnte, ist die Partie gewonnen. Dieser einzigen Siegbedingung stehen allerdings drei Möglichkeiten gegenüber, die Partie zu verlieren. Dies ist der Fall sobald in einem Vortex erneut vier Risswürfel liegen oder ein vierter Vortex zu platzieren wäre oder wenn der Stapel mit den Foo-Karten zum dritten Mal durchgespielt wurde, bevor die Siegbedingung eingetreten ist.

Spieleranzahl:

Trotz der fünf enthaltenen Charaktere ist The Loop nur mit bis zu vier Spielern spielbar. Das ist vermutlich auch gut so, denn zu viert kann die Downtime zwischen den eigenen Zügen schon ein wenig lang werden, wobei auch die Züge der Mitspieler interessant sind, da ja alle gemeinsam spielen. Dennoch macht es mir mehr Spaß selbst aktiv zu sein. Daher funktioniert es für mich hervorragend zu zweit. Dann können manche Aufgaben schwieriger sein, vor allem solche, die sich auf die Positionen der Spielfiguren beziehen. Den speziellen Solo-Modus, der es ermöglicht zwei bis vier Agenten zu kontrollieren, habe ich nicht ausprobiert.

Glücksfaktor?

Das Glück schlägt bei The Loop schon an verschiedenen Stellen zu. Die Duplikate aus dem Beuten zu ziehen ist vollkommen zufällig. Die Foo-Karten tauchen ebenfalls zufällig auf, aber pro Durchgang immerhin alle genau ein Mal, was wiederum gewissermaßen planbar ist. Sie bestimmen auch wo Dr. Foo auftaucht, die Risswürfel können allerdings in eben jene, aber auch in beide angrenzenden Ären fallen.

Jeder Spieler betreibt ein wenig Deckbau, doch sind die verfügbaren Karten begrenzt und zufällig, was auch für ihre Reihenfolge im Stapel und damit für das gleichzeitige Ausspielen von Dimensionsarten gilt. Trotz der vielen zufälligen Elemente, störe ich mich kaum daran und sehe es als Herausforderung an, aus den zufälligen Ausgangslagen das Beste herauszuholen.

Meinung:

The Loop hatte es bei mir zugegebenermaßen anfangs schwer. Weder das Cover, noch das bunte Spielmaterial sprachen mich direkt an. Dazu ist es ein kooperatives Spiel, welches deutliche Parallelen zum großartigen Klassiker Pandemie aufweist. Dennoch hat es mich vollkommen mitgerissen. Die ausführbaren Loops sind ziemlich speziell und fühlen sich einfach grandios an. Vor allem, wenn es gelingt in einem Zug gleich mehrere davon auszuführen ist das sehr belohnend und man fühlt sich ziemlich genial dabei. Es kann dadurch so unglaublich schnell gehen von kurz vor der Niederlage hin zu fast am Ziel.

Thematisch ist es mal eine schöne Abwechslung, da zu Zeiten einer Pandemie eine solche nachzuspielen vielleicht nur begrenzt erstrebenswert erscheinen mag. Das Zeitreise-Thema fühlt sich zwar relativ austauschbar an, aber für mich passt im Gesamtbild einfach alles gut zusammen. Wie bei vielen kooperativen Spielen, kann es auch hier passieren, das ein Alpha-Spieler das Spielgeschehen maßgeblich beeinflusst, da alle Spielerkarten offen liegen und für alle einsehbar sind. Am besten spielt es sich vermutlich, wenn die Spieler gleich viel Spaß daran haben ihre Züge zu optimieren, um möglichst viele Loops auszuführen.

Die Charaktere und Missionen unterscheiden sich im Komplexitätslevel. Dies ist nicht zu verwechseln mit der Schwierigkeit. Es gibt im Spielverlauf bei den komplexeren Leveln mehr Details zu beachten, dadurch werden die Partien aber nicht zwangsläufig schwieriger zu erfüllen. Bei den komplexeren Missionen hatte ich eher das Gefühl, dass sie zwar den Einstieg in eine Partie erschweren, ihre Belohnungen den späteren Verlauf aber sogar vereinfachen. Reizvoll sind sie dabei alle auf ihre eigene Art und erzeugen viel Abwechslung.

Fazit:

Für mich ist The Loop ein sehr variables Spiel mit viel Wiederspielreiz. Gemeinsam können sich die Spieler immer wieder dem fiesen Dr. Foo und stellen und mit viel Witz das Universum retten. Es versprüht einen gewissen Pandemie-Flair, bringt aber auch genug eigene Mechaniken mit, um sich davon abzuheben.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Board Game Box
Autor(en): Maxime Roumbourg, Thé Rivière
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an Board Game Box für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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