Wildes Weltall (Wild Space)

Wildes Weltall Cover / Foto: Board Game Circus

Mit einer Crew aus Tieren,
durch Wildes Weltall fliegen,
neue Planeten entdecken,
auch in den entferntesten Ecken.
Ob Affe, Nashorn oder Bär,
von überall kommt Personal her.
Ob aus IT, Forschung oder Botanik,
von Militär, Raumfahrt oder Mechanik.
Tierisch erforscht ihr die Planeten,
seid zu dieser Mission angetreten,
versucht keine Gelegenheit auszusparen,
mit der Crew massig Punkte einzufahren.

Spielmaterial:

Neben den 10 Planetentafeln sind über 100 Crew-Karten (Profis, Gesandte, Roboter, Kommando) enthalten. Zusätzlich jeweils fünf Raumschiffe aus Holz in den fünf Spielerfarben, sowie jeweils ein Ordensmarker. Für das Solo-Spiel gibt es zudem Karten mit feindlichen Planeten. Ein Wertungsblock unterstützt bei der Ermittlung der Siegpunkte.

Wildes Weltall Karten / Foto: Brettspielpoesie

Spielmechanismus:

Bei Wildes Weltall reist ihr durch die Galaxie, entdeckt und erforscht neue Planeten und erweitert eure Crew. Nur fünf Raumschiffe stehen jedem Spieler zur Verfügung um auf Planeten zu landen und diese später zu erforschen. Für die Landung auf manchen Planeten, ist eine Bedingung zu erfüllen. Danach wird eine Aktion ausgeführt: Entweder zusätzliche Handkarten nehmen oder eine Karte ausspielen. Es gibt kein Handkartenlimit, neue Karten wählt der aktive Spieler aus einer offenen Auslage. Sollte diese Auswahl nicht zusagen, gibt es einen verdeckten Nachziehstapel oder auch die Möglichkeit durch Abgabe einer Handkarte die gesamte Auslage auszutauschen.

Wildes Weltall Planeten / Foto: Brettspielpoesie

Die Karten zeigen verschiedene Tiere, die bestimmten Berufen zugeordnet sein können. Viele davon lösen beim Ausspielen einen Sondereffekt aus, um z.B. eine weitere Karte zu spielen oder Karten nachzuziehen. So lassen sich spannende Kettenzüge erzeugen. Zusätzlich können Orden gesammelt werden, um auf der eigenen Kommando-Karte voranzuschreiten und weitere Effekte dieser Art auszulösen. Erst wenn sich die Crews der Spieler vergrößert haben, werden die zunächst verdeckt ausliegenden Planeten aktiviert. Diese können angeflogen werden, sobald die eigene Crew die Anforderung an die Mannstärke erreicht hat. Sie bringen in der Regel lukrativere Aktionsmöglichkeiten.

Wildes Weltall Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Sobald jeder Spieler seine fünf Raumschiffe zwei Aktionen ausführen lassen hat, kommt es zum Showdown bei der große Endwertung. Tiere gleicher Art werden belohnt, genau wie Sets aus unterschiedlichen Tieren. Gesandte können Punkte anhand ihrer Missionen einbringen, Roboter führen zu den fest angegebenen Siegpunkten. Wurde der Ordensmarker weit genug bewegt, bringt auch dieser die abgedruckten Punkte ein, bevor der Sieger mit der höchsten Punktzahl feststeht.

Wildes Weltall Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spieleranzahl:

Es gibt keine Anpassungen für die unterschiedlichen Spielerzahlen, es werden immer alle Karten verwendet. Im Spiel zu zweit empfand ich das als störend, da der Kartendurchsatz zu gering ist, um sinnvoll auf bestimmte Tiere/Kartensymbole zu spielen. Umso mehr Spieler dabei sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass bestimmte Karten auftauchen. Größer ist dann aber natürlich auch die Konkurrenz um bestimmte Karten. Daher liegt der Sweet Sport für mich so bei 3-4 Spielern. Solo habe ich es nicht ausprobiert. Da jeder Spieler im Laufe des Spiels viele Karten vor sich auslegt, wird schon ein wenig Platz auf dem Tisch benötigt.

Glücksfaktor?

Bei nur zehn Zügen pro Partie kommt es auf jeden einzelnen an, doch nicht immer gelingen vielfältige Kettenzüge. Die Kartenverteilung kann nerven, da nicht zwangsläufig auch die gewünschten Karten im Spiel auftauchen oder diese immer direkt vor der eigenen Nase von den Mitspielern genommen werden. Bei der kurzen Spielzeit von nur 30 Minuten finde ich das allerdings akzeptabel. Es ist auch immer wieder eine kleine Herausforderung aus den Gegebenheiten das Beste für sich herauszuholen.

Meinung:

Wildes Weltall überzeugt mich durch seine Einfachheit. Jeder Spieler hat genau zehn Aktionen, bevor der Sieger ermittelt wird. Die Aktionsmöglichkeiten bestehen im Kern schlicht daraus Karten zu nehmen oder auszuspielen. Dennoch ist das Spiel nicht banal, denn die Spieler sollten versuchen dabei gekonnt Effekte auszulösen. Nur so gelingt es die Crew schnell aufzustocken, um auch die entfernteren Planeten zu erreichen. Auf die gelungene Kombination von Karten und ihren Effekten kommt es an. Dabei bieten die Karten in der Regel ausreichend Einsatzmöglichkeiten, sodass die Spieler sich nicht komplett gespielt fühlen. Zumindest solange es ihnen hin und wieder gelingt, mehrere Karten pro Zug auszuspielen.

Die verwendeten Symbole waren für uns zunächst nicht selbsterklärend, doch die Anleitung bietet eine gute Übersicht. Bereits nach der ersten Partie waren die verwendeten Symbole verinnerlicht und für folgende Partien abgespeichert.

Bei allen Spielern entsteht etwas, das mag ich ja immer gerne. Genauso wie den belohnenden Effekt eine Karte auszuspielen, die es erlaubt eine weitere auszuspielen, was mir erlaubt noch eine hiervon auszuspielen usw. Im Laufe der Partie wird die Auslage eines jeden Spielers immer größer und damit auch schlechter einsehbar für die Mitspieler. Dabei kann es durchaus interessant sein, die Mitspieler im Blick zu haben, da man beim Nehmen neuer Karten und bei gewissen Wertungen bei Spielende schon in Konkurrenz steht. Davon abgesehen gibt es keinerlei Interaktion, jeder Spieler darf jede Seite eines jeden Planeten einmalig anfliegen. Der Glücksfaktor kann zwar manchmal nerven, dennoch mag ich dieses schnelle Spiel wirklich gerne und bin immer wieder gespannt welche Kartenkombinationen mir dieses Mal gelingen. Durch eine größere Auswahl an Planeten, als sie in einer Partie zum Einsatz kommen, entsteht auch eine gewisse Varianz.

Fazit:

Ein spannendes Spiel bei dem nur zehn Züge möglichst effizient genutzt werden wollen. Wenn dies gelingt, sind entstehende Kettenzüge sehr belohnend, was zu einem positiven Spielgefühl führt.

Wertungsnote 5/6

Verlag: Board Game Circus
Autor(en): Joachim Thôme
Erscheinungsjahr: 2020
Spieleranzahl: 1 – 5 Spieler
Dauer: 30 Minuten

Vielen Dank an Board Game Circus für die Bereitstellung eines französisch-sprachigen Rezensionsexemplars!

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