Wo geht’s hier zum Ausgang?! – No. 32

Schon viele Male habe ich euch unter dieser Rubrik nun Spiele vorgestellt, die einen Escape Room simulieren, die Spieler eine Geschichte erleben lassen oder bei denen die Spieler als Ermittler verstrickte Kriminalfälle lösen. Dabei handelt es sich um einen Trend, welcher vor einigen Jahren aufkeimte und bislang kein Ende zu finden scheint. Das ist auch gut so, denn mein Interesse an neuen Fällen ist ungebrochen und ich freue mich noch immer auf jeden neuen Fall für altbekannte Spielsysteme genauso wie darauf, völlig neue Ideen in diesem Genre zu erkunden. Daher werde ich weitermachen euch regelmäßig solche Spiele oder ihre Erweiterungen unter dieser Rubrik gesammelt vorzustellen.

Trapped – Bankraub

Trapped: Bankraub - Cover
Trapped: Bankraub – Cover / Foto: Brettspielpoesie

Mit Trapped möchte nun auch HCM Kinzel eine eigene Escape Room-Spiel-Reihe etablieren. Zum Start veröffentlicht der Verlag gleich drei Versionen, mit verschiedenen Themen und Schwierigkeitsgraden. Ich habe mir direkt Bankraub angeschaut, den dritten Raum der ersten Serie auf Level Experte.

Das Spielmaterial kommt in keiner richtigen Spieleschachtel, sondern eher einem Pappumschlag, der nach unten hin etwas breiter wird. Darin befinden sich, neben jeder Menge Rätselkomponenten, auch diverse Aufkleber. Denn die Idee hinter Trapped ist es, das eigene Heim in einen wahren Escape Room zu verwandeln und mit den Rätseldokumenten zu “dekorieren”. Zu diesem Zweck soll das Spielmaterial im gesamten Raum oder gar dem gesamten zu Hause verteilt werden, um wie in einem realen Escape Room umherzulaufen und alles zu inspizieren. Das haben wir nicht gemacht, wir wollten einfach nur die Rätsel entdecken und in der vorgegeben Zeit lösen. Dafür haben wir sie alle auf dem Tisch verteilt, was diesen schon ordentlich ausfüllte.

Trapped: Bankraub - Spielmaterial
Trapped: Bankraub – Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Die Anleitung lässt die Spieler zu Beginn leider etwas alleine. Als Lösungen der Rätsel sind drei-stellige Codes gesucht, doch erfahren die Spieler nicht so richtig, was mit diesen zu tun ist. Wer Hilfe benötigt, findet hingegen sinnvolle Tipps im Buch der Hinweise. Jedes Rätsel zeigt Nummern für Hilfen und die Lösung, auf welche die Hinweismatrix zu platzieren ist, um den Hilfetext zu lesen.

Trapped: Bankraub - Hinweismatrix
Trapped: Bankraub – Hinweismatrix (spoilerfrei)/ Foto: Brettspielpoesie

Weder thematisch, noch in Bezug auf die Rätsel haben wir bei Trapped wirklich neuartiges erlebt. Die Rätsel würde ich als solide Standardkost bezeichnen, wie sie einem immer mal wieder über den Weg laufen, wenn man sich mit Logikrätseln im Allgemeinen oder mit Escape Room-Spielen im Speziellen näher beschäftigt. Also ein ganz klassisches Spiel für Einsteiger in das Genre der Escape Room-Spiele, da sollte man sich vom angegebenen Schwierigkeitsgrad nicht abschrecken lassen. Funktioniert vermutlich am besten, wenn man sich darauf einlässt seine Umgebung zu einem Escape Room werden zu lassen.

Wertungsnote 3/6

Verlag: HCM Kinzel
Autor(en): k.A.
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler
Dauer: 60 Minuten

Vielen Dank an HCM Kinzel für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Das Bankett – Teil 1 & 2

Das Bankett - Teil 1 & 2 Cover
Das Bankett – Teil 1 & 2 Cover / Foto: Brettspielpoesie

Magnificum schickt die Spieler in ihrem zweiten Ermittlerspiel gleich in zwei Teilen zu einem Bankett einer goldenen Hochzeit in einem abgelegenen Hotel. Wobei, genau genommen ist es ein erfolgreiches Ermittlungsbüro, welches, aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens, um Unterstützung bittet.

Das Bankett Umschlag
Das Bankett Umschlag / Foto: Brettspielpoesie

Es geht in diesem Krimispiel mal nicht um einen Mord. Aus der Suite des Grafenpaares ist ein wertvoller Diamant verschwunden. Die meisten Bankettteilnehmer verbrachten das Wochenende in dem Hotel, es hilft also herauszufinden, wer in welchem Zimmer untergekommen ist und in welcher Beziehung die Gäste zueinander stehen.

Die Beweismittel sind wieder sehr umfangreich, verschiedene Materialien kommen zum Einsatz und lassen alles real wirken. Eine eigens für dieses Spiel angelegte Webseite bietet Zugang zu diversen Medien. Besonders hervorzuheben sind die vielen authentischen Audio-Hinweise, welche bei der Beantwortung der Fragen eine große Hilfe sein können.

Das Bankett Spielmaterial
Das Bankett Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Der erste Teil ist bereits ein vollständiges Ermittlerspiel, wie wir sie mittlerweile von vielen Anbietern kennen. In zwei bis vier Stunden lassen sich mit dem beiliegenden Spielmaterial in Kombination mit den Online-Inhalten vier zentrale Fragen beantworten, die zu Beginn bereits bekannt sind. Der Fall ist in sich abgeschlossen, man hat nicht das Gefühl, erst mit Teil 2 alles zu erfahren. Die zu lösende Geschichte ist nicht zu offensichtlich, aber durchaus lösbar, ohne logische Inkonsistenzen. Das hat mir richtig gut gefallen. Für Teil 1 vergebe ich daher die vollen sechs Würfelaugen. Auf diesem Niveau dürfen es gerne noch viele weitere Ermittlerspiele werden.

Wer im Anschluss daran noch nicht genug haben sollte, kann mit den zusätzlichen Unterlagen aus Teil zwei einen Erzählstrang weiter verfolgen und vier weiteren Fragen auf den Grund gehen. Dieser kleinere Umschlag behauptet von sich selbst nur das Konzentrationslevel mittel zu erfordern, während Teil 1 ein hohes Konzentrationslevel benötigt. Das irritiert mich ein wenig, denn ich würde davon ausgehen, es sind vor allem die erfahrenen Rätselspieler, die sich eine solche Erweiterung zulegen. Und diese wollen doch sicherlich die ultimative Herausforderung, so wie wir. Für mich hätte es die Erweiterung in dieser Form eher nicht gebraucht. Mir hat es zwar durchaus Spaß gemacht, auch diesen Fall zu lösen, aber es war einfach nicht solch ein tolles Erlebnis wie Teil 1. Daher bezieht sich die folgende Wertung auf den ersten Teil, an den Teil 2 in meiner Wahrnehmung nicht ganz heranreicht (aber dennoch gelungen ist).

Wertungsnote 6/6

Verlag: Magnificum
Autor(en): k.A.
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 120 – 240 Minuten bzw. 45 – 90 Minuten

Vielen Dank an Magnificum für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!


Break In: Chichén Itzá

Break In: Chichén Itzá - Cover
Break In: Chichén Itzá – Cover / Foto: Schmidt Spiele

Das dritte Spiel der Break In-Serie trägt den unaussprechlichen Namen Chichén Itza und führt die Spieler zu einem verborgenen Maya-Tempel tief im Urwald. Das Plastik-Material wirkt immer noch ähnlich billig wie bei den Vorgängern. Ich habe noch immer Bedenken, beim Öffnen der Seitenwände leicht etwas kaputt zu machen. Zu dem 3D-Spielplan, der sich im Verlauf der Partie immer weiter offenbart, gehört wieder ein großer Kartenstapel sowie einige Lösungsstreifen mit unterschiedlichen Symbolen. Zusätzlich hilft ein Decoder mit Rotlichtfole, der dieses Mal als Kompass daher kommt, um bei Bedarf die Hilfekarten lesen zu können. Neu ist die kleine LED-Sonne, welche den Spielern ebenfalls zur Verfügung steht.

Break In: Chichén Itzá Box
Break In: Chichén Itzá Box / Foto: Brettspielpoesie

Das Spielprinzip wurde zu den Vorgängern nicht verändert. Über Symbole auf dem 3D-Spielplan gelangen die Spieler an Rätselkarten. Jede gesuchte Lösung besteht aus einer Zahl, einer Farbe und einem Symbol. Wird nun der korrekte Lösungsstreifen in den richtigen Schlitz bis zur farblichen Markierung geschoben, ist das Kartensymbol der folgenden Karte abzulesen. Dies ist in der Regel die folgende Karte im Stapel, aber daran haben wir uns bereits gewöhnt. ;)

Break In: Chichén Itzá - Lösungsstreifen
Break In: Chichén Itzá – Lösungsstreifen / Foto: Brettspielpoesie

Zwei Mal im Spiel dringen die Spieler auf dem Spielplan weiter vor und dürfen Elemente entfalten. Die Rätsel sind alle nicht zu schwer, aber in sich logisch und gut lösbar. Das eine oder andere Rätsel nimmt sich die besonderen Eigenschaften des 3D-Spielplans wirklich zu Nutze, was ich bei den Vorgängern größtenteils vermisst habe. Die Serie gefällt mir mit jedem neuen Titel besser, schafft es aber bisher noch nicht sich erfolgreich mit anderen etablierten Serien zu messen.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Schmidt Spiele
Autor(en): Rebecca Bleau, Nicolas Cravotta, David Yakos
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 60 – 120 Minuten

Vielen Dank an Schmidt Spiele für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


QUIZscape: Der goldene Buchstabe

QUIZscape - Der goldene Buchstabe - Cover
QUIZscape – Der goldene Buchstabe – Cover 7 Foto: moses.

Auch die Kombination aus Quiz- und Escape Room-Spiel geht mit QUIZscape: Der Goldene Buchstabe in eine neue Runde und ähnelt dem Vorgänger von der Ausstattung her sehr. Wieder haben wir es mit der typischen Kneipenquiz-Schachtel mit langen Magnetdeckel und den zwei kleinen Schubladen zu tun. Thematisch geht es dieses Mal zu Gutenberg und seinen Künsten im Buchdruck, um Casanovas Liebesgeschichten und zum Start der ersten Mondmission. Zu jeder dieser Missionen gibt es zwei Stapel mit Nachrichten- und Missionskarten so wie weiteren Inhalten aus den Schubladen, die auch noch mehrfach unterteilt sind.

QUIZscape: Der goldene Buchstabe - Spielmaterial
QUIZscape: Der goldene Buchstabe – Spielmaterial / Foto: Brettspielpoesie

Als Zeitagenten versuchen die Spieler erneut Risse in der Zeitlinie persönlich vor Ort zu korrigieren. Dazu ist ein fundiertes Wissen über die Zeit und ihre Gepflogenheiten von Nöten. Zu Gutenberg und der Mondmission hatten wir einen besseren Zugang, als zu Casanova. Das kann aber einfach daran liegen, dass wir aktuell auch Gutenberg von Granna spielen und gerade erst eine Serie über Raumfahrt sahen. Das ermöglichte es uns viele Antworten fundiert herzuleiten, bei Casanova blieb uns oft nur das Raten. Immerhin wissen wir nach der ersten Box, dass es mit Blick auf die Zeit kaum lohnt lange über eine Antwort zu philosophieren, da der Zeitabzug für eine falsche Antwort so gering ist. Dennoch fühlt es sich besser an, wenn man die meisten Fragen auch wirklich beantworten kann.

Die Escape Room-Rätsel würde ich erneut als gelungen einstufen, auch wenn sie größtenteils einfacher Natur sind und auch nicht allzu innovativ wirken. Wobei eines doch schon ziemlich cool war. Sie passen jedenfalls alle gut in den Gesamtkontext und fühlen sich keineswegs fehl am Platz an.

Ich bin mit diesem Escape Room-Spiel zufriedener, als mit der ersten QUIZscape-Box. Das könnte an der Erwartungshaltung liegen. Bei der ersten Box hatten wir gewisse Vorstellungen und waren etwas enttäuscht, dass das Spiel diesen nicht gerecht wurde. Für mich waren es zu spezifische Quizfragen und zu einfache Escape Room-Rätsel. Mit dem Vorwissen, was uns nun erwartet, konnten wir diese Box mehr genießen und wurden nicht enttäuscht. Auch wenn Casanova in der persönlichen Wertung etwas abfällt. Aber das ist sicherlich Geschmackssache anhand der eigenen Vorlieben. So richtig rund fühlt sich die Kombination dieser beiden Genres noch nicht an, aber wir hatten drei Stunden eine schöne Zeit, durch Rätsel und Quizfragen die Geschichten zu erleben.

Wertungsnote 4/6

Verlag: moses.
Autor(en): Arno Steinwender
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler
Dauer: 3 x 60 Minuten

Vielen Dank an moses. für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


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