BONK

BONK Cover

Cover / Foto: Brettspielpoesie

2017 schaffte es das Geschicklichkeitsspiel Klask auf die Empfehlungsliste der Spiel des Jahres-Jury. Zwei Spieler können sich dabei mit ihren Figuren, die über Magnete auf der Unterseite des Spielbretts gesteuert werden, heiße Gefechte leisten. Wollen mehr Spieler daran teilnehmen, war bisher ein Turnier-Modus notwendig. Auf der diesjährigen Spiel in Essen konnte man allerdings erste Blicke auf eine runde Version von Klask für vier Spieler erhaschen. Leider habe ich es nicht geschafft, diese Version anzuspielen. Stattdessen konnte ich BONK spielen, den Nachfolger im Programm von Game Factory. Ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem man mit kleinen Stahlkugeln versucht, die größere Holzkugel in das gegnerische Tor zu befördern. Das sorgt für kurzweiligen Spaß und möchte ich euch hier im Detail vorstellen.

Spielmaterial:

Wieder bekommen wir eine tolles Holzspiel, für das ein wenig Platz auf dem Tisch benötigt wird. Jedoch sollten alle Spieler gut die Ecken des Spielbretts erreichen können, um die dort befindlichen Plastik-Rutschen gut zu bedienen. Die Stehtische auf der Messe waren für dieses Zweck optimal. Es ist kein aufwändiger Zusammenbau notwendig, die Rutschen werden einfach aufgesteckt. Es gibt eine Holzkugel und 12 kleinere Stahlkugeln. Mit zwei Plastikmarkern werden die Punkte auf dem Spielbrett markiert.

Spielmechanismus:

Die Verpackung verspricht ein Spiel für 2 bis 4 Spieler, aber wenn mal ehrlich ist, ist es am besten für genau vier Spieler geeignet. Als Team versuchen jeweils zwei Spieler die Holzkugel vom eigenen Tor fernzuhalten, besser noch: Sie ins andere Tor zu befördern. Dafür können die Rutschen bewegt werden, über welche die kleinen Stahlkugeln dann auf das Spielbrett gelangen, die Holzkugel wird nicht angefasst. Ihre Richtung wird nur von den Stahlkugeln beeinflusst und vom Spielbrett, welches in Richtung beider Tore etwas abschüssig verläuft. Nach einem Tor geht es mit der Holzkugel in der Mitte weiter, die Stahlkugeln bleiben dort, wo sie aktuell liegen. Untereinander dürfen beide Teampartner diese austauschen. Um einen vorzeitigen Start zu verhindern, müssen alle Spieler vor Rundenbeginn abklatschen und dann erst zu den Stahlkugeln und Rutschen greifen.

BONK Spielsituation

Spielsituation / Foto: Brettspielpoesie

Spielende:

Das Spiel endet, nachdem eine Seite den fünften Punkt erhält, mit einem Sieg für dieses Team.

Spieleranzahl:

Optimal wird BONK zu viert gespielt, indem jeder Spieler eine Rutsche steuert. Die Anleitung schlägt erfahrenen Spielern auch eine 2 Spieler-Variante vor, doch zu zweit würde ich immer Klask vorziehen. Genau genommen verspricht der Spielekarton sogar 2 bis 4 Spieler, aber eine Variante für drei Spieler wird in der Anleitung nicht erwähnt. Ich halte es auch für unausgeglichen, wenn ein Spieler beide Rutschen bedienen muss, während gegenüber zwei Spieler gemeinsam agieren.

Glücksfaktor?

Hier gilt Ähnliches, wie bei Klask. Es geht um Geschicklichkeit, die kann in gewissem Maße antrainiert werden. Im Vergleich habe ich bei BONK allerdings weniger das Gefühl wirklich Einfluss nehmen zu können, da es wesentlich schneller läuft und man die Holzkugel eben nicht direkt berührt. Aber vielleicht benötige ich auch nur noch mehr Übung…Über die Banden sollen Kunstschüsse möglich sein, um besser abwehren oder angreifen zu können.

Fazit:

Was für den Verlag eine 2017er-Neuheit ist, gab es so ähnlich bereits 2014. Der Autor veröffentlichte damals das Spiel Rollet, welches nur minimale Abweichungen enthält. Das BONK Spielbrett ist kleiner geworden, damit soll das Spiel schneller werden. Anstatt aus zwei Holzteilen, wurde BONK aus nur einem, gebogenen Holzteil verarbeitet, was die Laufrichtung der Kugeln ein wenig verändert. Und ganz offensichtlich wurden die hölzernen Rutschen durch Plastikrutschen ersetzt. Dass diese nun aus Plastik sind, stört mich weniger. Dass diese auf der Unterseite nicht befestigt werden, halte ich da für problematischer. Denn im Eifer des Gefechts können sich diese komplett lösen und man muss sie wieder korrekt einsetzen, bevor man die Rutsche vernünftig nutzen kann. Einen spielerischen Vergleich kann ich nicht ziehen, da ich das Original nie gespielt habe. Was ich sagen kann: BONK macht Spaß, wenn man es zu viert spielt. Es ist ruck, zuck aufgebaut und kann direkt beginnen, da die wenigen Regeln sehr einfach und einprägsam sind. Eine Option ist es durch eine Art Dauerfeuer zu versuchen die Holzkugel zu beeinflussen oder man probiert sich an gezielten Kunstschüssen. Um ersteres zu vermeiden gibt es eine Variante, bei der es ebenfalls zu einem Punkt führt, wenn das gegnerische Team keine einzige Kugel mehr zur Verfügung hat. Eine Partie ist im Nu vorbei, meist sogar noch schneller als eine Partie Klask, macht (zu viert) ähnlich viel Spaß und ist sehr kurzweilig.

Wertungsnote 4/6

Verlag: Game Factory
Autor(en): David Harvey
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Dauer: 10 Minuten

Vielen Dank an Game Factory für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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