7 Wonders – Vorher / Nachher

7 Wonders Cover / Foto: Brettspielpoesie

10 Jahre ist es nun schon her, dass der erste Preisträger des Kennerspiel des Jahres, 7 Wonders, veröffentlicht wurde. Das Spiel von Repos Production ist im Vertrieb bei Asmodee, die in letzter Zeit vor allem ihre Klassiker in den Fokus stellen möchten. Dafür bekommt das erfolgreiche Spiel nun nicht nur ein leicht geändertes Äußeres, sondern auch gezielte Regelanpassungen.

Der Anleitung der neuen Version von 7 Wonders gelingt es die Regeln verständlicher zu vermitteln. Sie sieht auf den ersten Blick besser strukturiert aus, Übersichten wurden herausgezogen und als zusätzliche Beiblätter hinzugefügt.

Übersichten / Foto: Brettspielpoesie

Neben den Layoutänderungen gibt es auch sprachliche Anpassungen. Das Spiel wird nun durchgängig als 7 Wonders bezeichnet, die alte Anleitung spricht verwirrender Weise von einer Partie „7 Weltwunder“… Die Spieler werden nun geduzt, die Karten nach Farben anstelle ihrer Funktion unterschieden. Es wird also beispielsweise nicht mehr von Profanbauten oder Handelsgebäuden gesprochen, sondern von blauen und gelben Karten. Um das Spiel zugänglicher für Spieler mit Farbsehschwächen zu machen, ist nun jeder Farbe ein Symbol zugeordnet, welches sich jeweils links und rechts vom Titel auf der Banderole befindet.

Kartenvergleich I / Foto: Brettspielpoesie

Die meisten Illustrationen der Karten blieben unverändert, lediglich wenn sich die Titel geändert haben, gibt es auch davon neue. Ein Pfandhaus sind zum Beispiel einfach anders aus als ein Brunnen. Die Rückseiten der einzelnen Zeitalter waren braun, blau und lila, sie schimmern nun glänzend in bronze, silber und gold. Auf einigen Karten haben sich Siegpunkte, benötigte Ressourcen oder Spielerzahlen geändert. Andere Karten sind vollkommen neu dabei, die Gesamtzahl der Karten pro Zeitalter ist jedoch geblieben. Bei den Siegpunktsymbolen geben schwarze Zahlen auf weißem Grund nun einen besseren Kontrast.

Kartenvergleich II / Foto: Brettspielpoesie

Bisher legten die Spieler ihre Karten leicht versetzt übereinander, um dadurch alle relevanten Informationen jederzeit einsehen zu können. Diese Informationen befinden sich nun gesammelt am oberen Ende einer jeden Karte. Dadurch vergrößert sich die Auslage mehrerer gleichartiger Karten nur noch in die Höhe und nicht mehr zusätzlich in die Breite.

Kartenvergleich III / Foto: Brettspielpoesie

Die sieben Wunderkarten zur zufälligen Verteilung der Wunder wurden wegrationalisiert. Nun sollen die beidseitig bedruckten Tableaus zufällig verteilt werden. Diese Wundertableaus sind größer geworden, zudem zeigt jede Seite unterschiedliche Illustrationen für die Tag- und Nachtseite.

Wundervergleich Tag I / Foto: Brettspielpoesie
Wundervergleich Nacht I / Foto: Brettspielpoesie

Manche Baukosten und Belohnungen sind bei den Weltwundern gleich geblieben, während andere sich gänzlich unterscheiden.

Wundervergleich Tag II / Foto: Brettspielpoesie
Wundervergleich Nacht II / Foto: Brettspielpoesie

Die Marker für die Münzen wurden identisch übernommen, die Militärmarker hingegen ein wenig abgeändert. Die Farbwahl dieser neuen Marker wirkt unglücklich, sie erinnern etwas an Symbole aus der NS-Zeit. Das wurde im Internet bereits heiß diskutiert, der Verlag nimmt diese Hinweise ernst, für den Druck der ersten Auflage kamen sie jedoch zu spät. Möglicherweise wird daran für zukünftige Auflagen noch nachgearbeitet.

Marker / Foto: Brettspielpoesie

Die Karten für Partien mit zwei Spielern sind nicht mehr enthalten, der Verlag hat nun den Mut das Spiel erst ab 3 Spielern zu veröffentlichen und keine Krücke für Partien zu zweit mitzuliefern. Das ergibt insofern absolut Sinn, da es mittlerweile mit 7 Wonders Duel eine hervorragende, eigenständige 2-Spieler-Version gibt.

Der Spielablauf an sich wurde nicht verändert, da bleibt alles beim alten: Karte auswählen, Karte ausspielen, restliche Karten weitergeben. Das alles passiert weiterhin nahezu zeitgleich, die Spieler vergleichen sich nur mit ihren Sitznachbarn. Neben den bereits erwähnten kleinen Veränderungen bei den Siegpunktzahlen weniger Karten, gibt es nun die Möglichkeit mehr Punkte über die grünen Karten mit den Symbolen zu erhalten. Das wird möglich, da es mehr unterschiedliche Karten dieser Farbe mit gleichem Symbol gibt, bei denen der Multiplikator sich ebenfalls weiter erhöht (25 bzw. 36 Punkte für 5 bzw. 6 gleiche Symbole).

Fazit:

Die aktualisierte Ausgabe von 7 Wonders enthält nicht nur optische Änderungen, sondern auch kleine Anpassungen bei einigen Regeldetails. Dennoch sehe ich keine Notwendigkeit, das Grundspiel zwingend austauschen zu müssen, wenn die ältere Version bereits vorhanden ist. Dafür sind die Anpassungen zu marginal. Wer alle bisher erschienenen Erweiterungen besitzt, kann diese auch gar nicht 1 zu 1 ersetzen, da es von der Erweiterung Babel, keine aktualisierte Version gibt. Neueinsteigern würde ich hingegen empfehlen direkt zur überarbeiteten Auflage zu greifen, die mich persönlich optisch mehr anspricht. Und für das Spiel zu zweit sollte grundsätzlich 7 Wonders Duel vorgezogen werden.

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