Zahlen, bitte!?

Logo Brettgeschichte
Logo Brettgeschichte / Foto: Brettspielpoesie

Auf einer handelsüblichen Spielschachtel befinden sich zumeist einige Zahlen. Angaben zu Spieldauer, möglicher Spielerzahl und Altersangabe gehören da zu den etablierten Standards. Doch auf manchen Spielschachteln lässt sich eine weitere Zahl finden, eine, deren Sinn sich vielleicht nicht jedem auf den ersten Blick ergibt. Sie ist meist mittig auf eine Seite des Schachtelrands gedruckt. Ganz pfiffige Verlage drucken sie vielleicht sogar in unterschiedlicher Ausrichtung, damit sie immer erkennbar ist, unabhängig davon wie das Spiel im Regal untergebracht wird. Um solche Zahlen soll es heute gehen.

Hübsch aufgereiht

Diese Zahlen sprechen vor allem Sammler an. Die Vielspielermarke von Ravensburger, alea, hat dies “perfektioniert”. Sie zählen nicht einfach stumpf bei jedem neu erschienenen Spiel ihres Verlags eine Nummer weiter. Nein, jede Schachtelgröße hat bei alea eine eigene Nummerierung.

alea Reihe
alea Reihe (in ganz kleiner Schachtel) / Foto: Brettspielpoesie

Das ermöglicht es Sammlern die Spiele eines Schachtelformats platzsparend nebeneinander zu Platzieren und dabei die Nummerierungen nicht durcheinander zu bringen. Das passiert nämlich, wenn Verlage einfach anfangen alle ihre Spieler mit einer solchen Nummer zu versehen, unabhängig vom Schachtelformat. Aber darauf gehe ich später noch ein.

alea sorgt mit seiner Nummerierung auch dafür, dass wir zum Beispiel drei Ausgaben von Puerto Rico besitzen (und da ist nicht einmal die hochwertig ausgestattete Jubiläumsausgabe dabei, denn diese hat keine Nummer). Jede Neuauflage von Puerto Rico erschien in einer anderen Schachtelreihe, daher auch jedes Mal mit einer neuen Nummer. Bei den Neuauflagen zum Jubiläum von Notre Dame und In the Year of the Dragon hat man auf neue Nummern verzichtet und diesen die vorherigen erneut gegeben. Darüber habe ich mich sehr gefreut, da so diese Lücken gefüllt wurden ohne neben den Neuauflagen auch die älteren Ausgaben beschaffen zu “müssen”.

Jäger & Sammler

Daraus kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen. Ich gehöre zu denen, bei denen eine solche Nummer auf der Schachtel grundsätzlich erst mal den Trieb auslöst, alles dieser Serie haben zu wollen. Zunächst völlig ungeachtet der Qualität der Spiele. Es soll aber auch eine gegenteilige Ansicht geben. Spieler, die in erster Linie auf den Inhalt achten, sich aber dennoch daran stören solche Serien zu unterbrechen. Bei diesen kann eine Nummerierung auch dazu führen, ganze Serien abzulehnen, obwohl ihnen einzelne Spiele darunter durchaus gefallen dürften. Anderen Spielern soll es schlicht egal sein, was da den Schachtelrand ziert.

Skellig Games
Skellig Games Spiele 1-5/ Foto: Brettspielpoesie

Wenn solche Nummern nicht auf einzelne Schachtelformate begrenzt sind, sondern alle Spiele betreffen, führt dies meist dazu, die Serien auseinander reißen zu müssen. Es wäre grobe Platzverschwendung solche Spieler nebeneinander zu platzieren, da die Größte dieser Schachteln die Höhe des Regalfachs vorgibt und alle kleineren Schachteln zu luftigen Löchern führen dürften. Da weiß ich selbst nicht, wie ich das finden soll. Einerseits schon cool, irgendwann auf komplette Reihen blicken zu können, aber dann eben doch nicht mehr so spannend, wenn diese in allen Ecken und Enden des Spielregals aufzufinden sind.

Die Erkenntnis

Bei einem Verlag ist mir die Nummerierung erst spät aufgefallen, als wir abermals unsere Spielesammlung umsortierten: Repos Production. Unsere niedrigste Nummer dürfte die 17 auf 7 Wonders sein. Danach haben wir einige Nummern im Regal stehen, aber bei weitem nicht alle. Es war mir auf die Schnelle nicht möglich eine Auflistung aller Nummern und zugehöriger Spiele zu finden. Bei Time’s Up wurde wohl mal mit der 1 begonnen, doch alleine davon gibt es zig unterschiedliche Versionen in verschiedensten Sprachen. Und das ist auch gut so! Wir haben beim Wichteln mal eine ältere Ausgabe gespielt und das war teilweise gar nicht so einfach, da viele Personennamen den meisten nicht mehr wirklich geläufig waren.

Ob mir diese großflächige Verteilung der Nummern wirklich zusagt, weiß ich nicht genau. Aber es war bisher immer eine sichere Bank: Neues Spiel von Repos Production, neue Nummer. Bis es bei den Bretterwissern im Podcast vor einiger Zeit plötzlich hieß, die neueste Veröffentlichung So Kleever! zeigt keine Nummer. Und das stimmt. Bei der Neuauflage von 7 Wonders war mir dies bereits aufgefallen, damals dachte ich der Grund wäre der edle Look dieser Ausgabe, den man durch die Nummer nicht zerstören wollte. Wie alea bei der Jubiläumsausgabe von Puerto Rico. Doch auch die Just One-Erweiterung Neue Begriffe zeigt keine Nummer. Und dann die Erkenntnis: Die Nummern wurden irgendwann zwischen den Veröffentlichungen der beiden 7 Wonders Duel Erweiterungen abgeschafft. Pantheon ziert noch die 46, bei Agora befindet sich an dieser Stelle bloß das Verlagslogo.

7 Wonders Duel Erweiterungen
7 Wonders Duel Erweiterungen / Foto: Brettspielpoesie

Resignation

Ich muss gestehen, dass es mir bei So Kleever! zunächst nicht aufgefallen war, ich also auf Anhieb auch nichts vermisst habe. Der Grund interessierte mich dennoch und er ist nachvollziehbar. Die Nummerierung hätte wohl zu Verunsicherung geführt, keiner wusste so wirklich wofür die Nummern stehen. Zudem werden in manchen Ländern einige Spiele nicht herausgebracht, wodurch zwangsläufig Lücken bei den Spielern entstehen, was noch viel mehr irritiert. Daher hat sich der Verlag entschieden, zukünftig auf Nummern zu verzichten. Ich kann damit nach einer kurzen “Schockphase” ganz gut leben. :) Bei über 50 Nummern, von denen manche Spiele gar nicht mehr zum Verlagsprogramm gehören oder niemals auf deutsch verfügbar waren, hatten wir eh nie den Anspruch auf Vollständigkeit. Explizit bei 7 Wonders Duel sieht es allerdings unschön aus, aber vielleicht lerne ich auf diese Weise besser damit umzugehen und meinen inneren Monk zu überlisten.

Wie steht ihr dazu? Lösen Nummern auf Spielschachteln irgendeinen Reiz bei euch aus? Ich freue mich darauf zu hören, wie andere Spieler dazu stehen, also schreibt es mir gerne in die Kommentare.

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4 Antworten auf „Zahlen, bitte!?“

Moin.
Das mit den Nummern ist mir noch gar nicht aufgefallen bei Spielen. Allerdings bin ich da ja auch nicht der Sammler wie ihr.
Allerdings ist mir das Problem in ähnlicher Form schon bei CD/DVD etc. aufgefallen. Bei der Serie M.A.S.H. z.B. sind 10 Staffeln mit dem selben Rücken bedruckt und die letzte Staffel 11 nicht mehr. Sieht im Regal einfach sch…. aus. Wenigstens ist da aber die Packungsgröße gleichbeibend.

Hallo Torsten,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Wie oben bereits geschrieben, dauerte es bei uns bei den Repos Spielen auch länger das zu erblicken ;)
Von solchen Problemen bei DVD’s können wir auch ein Lied singen…

Nummern auf Schachteln aller Art könnten mir nicht egaler sein. Für mich nicht mal ansatzweise nachvollziehbar, was manche da für einen Akt von machen. Ich käme nie auf die Idee, mir ein Spiel x-mal ins Regal zu stellen, damit die Nummern durchgehend sind (gilt aber nicht nur für Spiele, sondern für alles mögliche). Soweit kommt es noch, dass ich mir quasi vorgeben lasse, was ich kaufen soll,… :-)

Viele Grüße,
Andreas.

P.S.: Was andere machen bewerte ich natürlich nicht. Wer das wie Du toll findet – bitte, kein Thema. Bei mir findet man sicher auch genug, was ich toll finde, wo andere aber nur den Kopf schütteln. Aber Du hast ja nach unserer Sicht gefragt :-)

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